Der Kampf des FC Arsenal um Robin van Persie: ohne Titel, ohne Argumente

Wenn ein Fußballspieler seit acht Jahren bei einem Verein aktiv ist und seit 2004 bei diesem Klub, der den Anspruch hat Titel zu gewinnen, nur ein einziges Mal Pokalsieger wird und jetzt vor der Frage steht, ob er seinen Vertrag verlängern soll oder lieber zu einem Klub, der Titel garantieren kann, wechselt, dann hat der Verein wenig ausschlaggebende Argumente auf seiner Seite. So ähnlich stellt sich derzeit die Lage um die Vertragsverlängerung von Robin van Persie beim FC Arsenal dar. Es ist das wichtigste Sommerprojekt von Trainer Arsene Wenger und Vorstandvorsitzendem Ivan Gazidis: ein neuer Vertrag für Robin van Persie, dem Torschützenkönig der vergangenen Premier League Saison. Doch der Kampf scheint verloren zu gehen für den FC Arsenal. Regelmäßig bis im Viertelfinale der Champions League zu spielen scheint für van Persie verständlicherweise nicht befriedigend genug zu sein.

Mit großer Spannung war das Treffen von Wenger, Gazidis, van Persie und dessen Berater am Mittwoch erwartet worden. Trainer und Verein haben nur ein Ziel, nämlich die Vertragsverlängerung von van Persie. Intern scheint sich der FC Arsenal darauf geeinigt zu haben, finanziell bis an die Schmerzgrenze zu gehen für eine Gehaltserhöhung des Niederländers. Das heißt: deutlich mehr Geld, aber mit Blick darauf, dass das Gehaltsgefüge bei den Gunners nicht völlig aus dem Ruder läuft. Fakt ist aber auch: Es ist immer noch deutlich weniger Gehalt, als die finanziellen Schwergewichte der Premier League ihren Superstars bezahlen. Der Daily Mirror berichtet in seiner Freitagsausgabe, dass Arsenal ein Wochengehalt von 130.000 Pfund angeboten haben soll. Zum Vergleich: Yaya Toure und Sergio Aguero verdienen bei Manchester City 200.000 Pfund pro Woche. In solche Kategorien würde Robin van Persie nicht zwangsläufig vorstoßen wollen. Der Niederländer würde das sicherlich gerne mitnehmen, viel wichtiger scheint ihm aber die Möglichkeit, Titel zu gewinnen. Und da war er in den letzten acht Jahren bei Arsenal schlicht an der falschen Adresse. Und er wurde mehrmals enttäuscht, als nach dem fehlenden Titelgewinn Arsenal wieder keine Superstars holte und häufig in der letzten Stunde hektische Transfers tätigte. Zum ersten Mal in den vergangenen Jahren findet beim FC Arsenal ein Umdenken statt: mehr Investitionen in neue Spieler, frühzeitges Kümmern um Vertragsabschlüsse und der Aufbau einer Mannschaft, die potentiell um den Titel mitspielen kann, ergänzt durch einen breiten Kader mit einem Konkurrenzkampf um zentrale Schlüsselpositionen im Team. Für Robin van Persie findet das Umdenken bei Arsenal zwei Jahre zu spät statt.

Und so kann als Ergebnis des ersten Gesprächs festgehalten werden: Robin van Persie hat das Angebot von Arsenal abgelehnt und keinen neuen Vertrag unterschrieben. Weitere Gespräche finden erst nach der Europameisterschaft statt. Es scheint daher sehr wahrscheinlich, dass van Persie die Gunners verlässt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arsenal noch mehr Geld auf den Tisch legt. Und die Interessenten für van Persie stehen Schlange: Juventus Turin und Manchester City sollen deutliches Interesse gezeigt haben. Verliert Arsenal nach Adebayor, Clichy und Nasri einen weiteren Spieler nach Eastlands? Fakt ist: Arsenal hat diverse Zwischenschritte nicht erreicht. Und vielleicht hätte der Verein eher mit Verhandlungen beginnen müssen, vielleicht schon letztes Jahr.

Ziel 1: Klärung der Vertragsverhandlungen vor der Europameisterschaft
Robin van Persie ist jetzt zur niederländischen Nationalmannschaft gefahren. Er wird erst im Juli wieder in London sein. Und erst dann finden weitere Gespräche statt. Arsenal hat damit nicht erreicht, vor der EM alle Unklarheiten zu beseitigen. Und jetzt schweben die Verhandlungen wieder in der Luft. So wie immer bei Arsenal. Weiteres Problem für die Gunners: Sollte van Persie eine herausragende EM spielen, dürfte das Interesse an ihm nicht gerade geringer werden. Arsenal wäre in einer noch schlechteren Ausgangsposition.

Ziel 2: Arsenal kann und will Superstars halten
Eine Vertragsverlängerung vor der EM wäre ebenso ein deutliches Zeichen an den Verein, die Spieler, die Fans und die europäischen Spitzenklubs gewesen: Schaut her, wir können unsere besten Spieler doch halten. Wir zahlen zwar nicht das meiste Geld, wir haben aber das beste Gesamtpaket und sehen zukünftig wieder eine große Chance um Titel mitzuspielen. Doch jetzt scheint die Story schon anders geframt zu werden: Arsenal schafft es in jedem Sommer nicht, seine Stars zu halten, egal, ob nun zu wenig Geld geboten wird oder es keine erfolgreiche sportliche Perspektive gibt: Nasri weg, Fabregas weg, Clichy weg. Und bald van Persie weg? Es könnte ein Teufelskreis werden für die Gunners: Die besten Spieler gehen, weil sie woanders Titel gewinnen können. Es werden zwar neue Spieler geholt, die aber noch nicht gut genug sind, Titel zu gewinnen. Und bald gehen dann wieder die Spieler, die jahrelang den Verein durch die Saison getragen haben.

Der FC Arsenal hat nicht mehr viele Argumente auf seiner Seite: Titel müssen her. Auch wenn ich das hier schon seit drei Jahren regelmäßig schreibe, wird es nicht weniger dringend. Arsenal muss zeigen, dass sie Titel gewinnen können. Dann fällt es auch leichter, Topstars zu holen beziehungsweise deren Verträge zu verlängern. Song und Walcott sind die nächsten mit auslaufenden Verträgen in nächster Zeit. Titel sind auch deshalb so wichtig, weil sie das letzte fehlende Puzzleteil in einem ansonsten wunderbaren, fast schon perfekten Umfeld sind. Arsenal geht es finanziell so gut wie keinem anderen Topklub in der Premier League. Die Kredite für den Stadionneubau werden schneller als geplant zurückgezahlt. Ansonsten steht genug Geld für Investitionen zur Verfügung. Financial Fairplay braucht Arsenal nicht zu interessieren. Der Klub hat ein großartiges Stadion, leidenschaftliche Fans, ein exzellentes Trainingsgelände, einen hervorragenden Trainer, eine bewegte Geschichte und einen starken Zusammehalt im Team. Arsenal wird international gelobt für seine offensive, attraktive Spielweise. Was allerdings fehlt, ist der ganz große Erfolg (und diese Saison ein wenig die defensive Stabilität). Und zudem liegt der Verein in einer der großartigsten Städte der Welt. Die Frau von Robin van Persie hat dies mehrfach bekäftigt. Wenn es nach ihr ginge, würde sie London nicht mehr verlassen wollen. Blöderweise will ihr Ehemann Titel gewinnen.

Das Thema können wir also für die nächsten Wochen erstmal beiseite legen. Das dürfte Anfang Juli wieder spannend werden. Wie ambitioniert und vehement geht Arsenal auf van Persie zu um ihn auf alle Fälle zu halten? Mehr Geld müsste fließen und vielleicht wäre der ein oder andere Transfer in der Zwischenzeit als Zeichen für Investitionen in die Mannschaft kein schlechtes Zeichen. Podolski war ein guter Anfang, mehr aber auch nicht. Van Persie hatte insbesondere im letzten Sommer immer wieder gefordert, dass der Kader verstärkt werden müsste. Wenger wollte nicht. Es ist also wenig verwunderlich, dass van Persie vom Franzosen ein wenig enttäuscht ist und somit am längeren Hebel sitzt. Und wie sehr bewegt sich van Persie trotz aller Widrigkeiten auf Arsenal und Wenger zu, hört auf die Wünsche seiner Familie, mit dem Wissen im Hinterkopf, vorerst keine Titel zu holen?

Nach dem Abgang von Nasri zu Manchester City hat Arsene Wenger angekündigt, nie mehr einen Spieler nach Eastlands zu verkaufen. Aber Wenger hat auch gesagt, dass Fabregas und Nasri den Verein nicht verlassen würden. In Sachen Transfers gibt es bei Arsenal keine Konstante, außer, dass die Superstars regelmäßig den Verein verlassen. Es würde mich also nicht überraschen, wenn van Persie in der nächsten Saison bei Man City spielen würde. Hoffentlich kommt es nicht dazu.

Meine Premier League Saison 2011/2012

Die letzten Entscheidungen der Premier League Saison 2011/2012 sind also heute Abend eingetütet worden. Was für eine Konferenz, was für ein letzter Spieltag. Arsenal per Stream und die Konferenz auf Sky. Nassgeschwitzt. Völlig fertig. Brauchte es noch eines Beweises, warum die Premier League global eine solche Ausstrahlungskraft und Attraktivität hat, man nehme diesen letzten Spieltag als Beweis. City wird also Meister. Arsenal erreicht die Champions League. Tottenham je nach CL-Finale Quali oder Europa League, wo auch Newcastle beteiligt sein wird. Die Bolton Wanderers steigen ab, QPR hatte sich trotz der Niederlage gerettet. Der FC Reading und Southampton steigen in die Premier League auf. Blackpool oder West Ham? Am 19. Mai entscheidet sich, wer noch in die Premier League darf.

Und hier das 3:2 von City gegen QPR in der Sky-Konferenz. Gänsehaut.

An dieser Stelle also mein kleiner persönlicher Rückblick auf die vergangene Premier League Saison. Die neue Premier League Saison startet am Samstag, 18. August. Wenn alles klappt, werde ich an dem Wochenende in London sein und von vor Ort berichten. Schauen wir mal.

Mannschaft der Saison: Newcastle United
Zum ersten Mal seit 2004 spielen die Magpies wieder im Europapokal, auch wenn es diese Saison nicht für die Champions League gereicht hat. Und das ist eigentlich schon Grund genug, Newcastle United als Mannschaft der Saison auszuzeichnen. Mit Cissé, Demba Ba und Hartem Ben Arfa hat Newcastle ein Offensivtrio, auf das viele Vereine neidisch sind. Trainer Alan Pardew hat nach dem Abgang von Andy Carroll häufiger betont, dass Newcastle die hohe Ablöse für neue Spieler investieren muss. Besitzer Mike Ashley hat sich lange dagegen gesträubt, dann aber endlich wichtige Puzzleteile für Newcastles Erfolg geholt. Dazu gehört in erster Linie natürlich Cissé, aber auch Linksverteidiger Davide Santon und Mittelfeldspieler Yohan Cabaye. Die ersten 11 Spiele der Saison hatte Newcastle nicht verloren. Und diese Form konnten die Magpies die gesamte Saison halten.

Spieler der Saison: Robin van Persie, FC Arsenal
Ich mag bei dieser Kategorie ein wenig die Fanbrille aufhaben, aber eigentlich führt an Robin van Persie als Spieler der Saison kein Weg vorbei. Zum ersten Mal kommt der Niederländer verletzungsfrei durch eine Saison. Und er darf zeigen, welch großartiger Stürmer er ist. 30 Saisontore in der Liga, eines schöner als das andere. Hattrick beim FC Chelsea, Doppelpack bei der Aufholjagd gegen die Spurs. Siegtreffer in der Nachspielzeit beim FC Liverpool. Siegtreffer per Volley im Heimspiel gegen Everton. Van Persie ist erst der zweite Spieler, der in einer Saison gegen 17 verschiedene Gegner getroffen hat. Der Niederländer hat noch ein Jahr Vertrag beim FC Arsenal. Nach der Saison gibt es Gespräche mit Wenger und Ivan Gazidis. Eigentlich müsste Arsenal van Persie ein weißes Papier mit einer Linie hinhalten, wo van Persie seine Wunschgehaltsvorstellung eintragen darf. Und Arsenal macht einfach nur den Haken.

Trainer der Saison: Brendan Rodgers, Swansea City
Mit dem kleinsten Etat der Liga als Aufsteiger souverän den Klassenerhalt geschafft – und dabei auch noch teilweise richtig schönen Offensivfußball gespielt. Beispielhaft der 3:2-Sieg vor eigenem Publikum gegen den FC Arsenal, als die Gunners mit eigenen Waffen geschlagen wurden und die Swans über 60 Prozent Ballbesitz hatten. Brendan Rodgers hat eine homogene Truppe geformt. Natürlich weckt das Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen, aber Rodgers, der während der Saison den Schicksalsschlag vom Tod seines Vaters hinnehmen musste, hat sich mit einer Vertragsverlängerung für Swansea entschieden. Es sieht gut aus, dass Rodgers auch in der nächsten Saison an der Linie bei Swansea steht. Und damit hat er dann die nächste Herausforderung vor sich: Das erste Jahr nach dem Aufstieg gilt als die einfacherere Saison. Schwierig wird das zweite Jahr in der Premier League, gerade nach so viel Erfolg zu Beginn. Hull City kann ein Lied davon singen.

Überraschung der Saison: FC Everton
Es ist ja jedes Jahr dasselbe im Sommer beim FC Everton. Es ist kein Geld für neue Spieler da. Der Besitzer Bill Kenwright würde gerne den Verein kaufen, findet aber keinen Investor. Der Goodison Park bräuchte dringend mal wieder eine Modernisierung. Aber es ist ja kein Geld da. Regelmäßig wird dann Everton in die Abstiegsregionen prognostiziert. Und seit Jahren strafen sie allen Prognosen Lügen. Denn jedes Mal spielen sie trotz kleinem Kader und den üblichen vielen Verletzten eine großartige Saison. Diesmal hat es so gar gereicht den Lokalrivalen FC Liverpool in der Tabelle hinter sich zu lassen, erst zum dritten Mal überhaupt in der Geschichte der Premier League. Trainer David Moyes, der großen Anteil an der Kontinuität der Toffees hat, hat schon mal durchblicken lassen, dass der Verein im Sommer Spieler verkaufen müsse. Und das Theater geht dann wieder von vorne los.

Enttäuschung der Saison: FC Liverpool
Am Wochenende berichteten verschiedene Zeitungen vom Abgang von Trainer Dalglish nach dieser Saison. Das war erwartet worden. Zwar gewannen die Reds den Carling Cup und standen im Finale des FA-Cup. Aber mehr war das auch nicht. Für die Ansprüche des Vereins, das Selbstverständnis der Fans und die Historie des FC Liverpools war das eine miserable Saison in der Liga. Spieler, wie Charlie Adam, Dirk Kuyt oder auch Andy Carroll, spielten weit unter ihren Möglichkeiten. Neuzugänge wie Stewart Downing konnten die großen Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen. Der einzige Spieler mit Normalform, Luis Suarez, brachte sich mit Undiszipliniertheiten aus der Schusslinie. Denn er spielte sechs Wochen einfach nicht mit. Nennt sich dann Bärendienst. Liverpool gewann nur sechs Heimspiele in dieser Saison, lediglich Absteiger Wolverhampton, Bolton, Wigan und Aston Villa, haben seltener vor eigenem Publikum gefeiert. Das hat die altehrwürdige Anfield Road nicht verdient.

Spiel der Saison: FC Chelsea – FC Arsenal 3:5, 29.10.2011
Es war ein Spiel, das fast alles beinhaltete. Starke Offensivaktionen und eklatante Defensivschwächen. Arsenal lag 0:1 und 1:2 zurück, führte 3:2, kassierte kurz vor Schluss den Ausgleich um dann 5:3 an der Stamford Bridge zu gewinnen. In der Retrospektive war es ein Fußballmatch, das den Weg beider Teams mit all seinen Komponenten für den weiteren Saisonverlauf ebnete. Arsenal hatte sich nach schwachem Saisonstart gefangen und startete die ein oder andere Siegesserie. Getragen von einem überragenden Robin van Persie. Chelsea tat sich die gesamte Saison schwerer, gerade auch vor eigenem Publikum. Die Festung Stamford Bridge wurde gelegentlich zum Selbstbedienungsladen. Insbesondere defensiv zeigten die Blues nicht bekannte Abstimmungsprobleme. Und wenn es nur der ein oder andere Ausrutscher war. John Terry, I’m looking at you.

Tor der Saison: Peter Crouch, Stoke-Man City 1:1
Es gab viele schöne Tore in dieser Saison. Van Persies Volley gegen Everton, Cissés Wundertor gegen Chelsea oder auch der Seitfaltzieher von Sebastian Coates bei Liverpools Auftritt an der Loftus Road. Aber für mich das schönste war der Volleytreffer von Peter Crouch gegen Manchester City. Dem eher ungelenk wirkenden Crouch traut man solche Bewegungen eigentlich gar nicht zu. Aber er kann sie, das hat er schon mehrfach demonstriert. Perfekte Ballannahme, schnell wendige Drehung und dann der präzise Schuss, unhaltbar für Jo Hart. “Ich übe natürlich diese Technik, aber das klappt so natürlich nicht immer.” Peter Crouch gewohnt bescheiden.

Beste Verpflichtung der Saison: Papiss Demba Cissé, Newcastle United
Traumtor, Wundertor, Welttor. All diese Bezeichnungen hat Cissé für seine Treffer in den letzten Wochen bekommen. Ob der Geniestreich mit dem Lupfer bei Swansea City oder den beiden Treffern vor kurzem beim FC Chelsea. Selten hat ein ausländischer Spieler sich so schnell in der Premier League zurechtgefunden. Da haben die Magpies ein echtes Schnäppchen geschlagen. Gerade mal 10 Millionen Pfund soll Cissé gekostet haben. 13 Tore in 13 Spielen in der Rückrunde – und das nach dem Afrika-Cup im Winter. Respekt.

Schlechteste Verpflichtung der Saison: Stewart Downing, FC Liverpool
Natürlich muss man bei solchen Urteilen immer vorsichtig sein. Woran macht man einen schlechten, oder sogar den schlechtesten Neuzugang der Saison aus? Nicht erfüllte Erwartungen sind es wohl primär. Und das träfe dann bei Stewart Downing durchaus zu. Rund 18 Millionen Pfund Ablöse hat Liverpool an Aston Villa überwiesen. Downing blieb ohne Saisontreffer. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass Downing nicht ein Torjäger im klassischen Sinne ist. In seinen zwei Jahren bei Aston Villa erzielte er in 63 Spielen gerade mal neun Tore. Was viel schlimmer wirkt, sind lediglich die zwei Torvorlagen für Downing in dieser Saison bei den Reds. Und da haben sich die Reds deutlich mehr vorgestellt. Stewart Downing steht so ein bisschen stellvertretend für die Saison der Reds. Noch hat Downing drei Jahre Zeit die Fans an der Anfield Road zu überzeugen. Sehr viel schlechter kann es ja auch nicht mehr werden.

Schönster Moment der Saison: Fabrice Muamba winkt zu den Fans
Es waren die vielleicht emotionalsten Momente in dieser Premier League Saison. Am 17. März erleidet der 24-jährige Engländer einen Herzinfarkt im Viertelfinalspiel des FA-Cup bei den Tottenham Hotspur. Muamba wurde nach langer Behandlungspause und Reanimationsversuchen auf dem Platz in eine Londoner Herzklinik gebracht. 78 Minuten lang schlug sein Herz nicht. Sein Zustand besserte sich in den nächsten Tagen. Er erkannte seine Familie, konnte sich ein wenig bewegen und wieder sprechen. Am 16. April konnte er das Krankenhaus verlassen. Und was sich eigentlich keiner vorstellen konnte. Am 2. Mai stand Muamba im Reebok Stadium unter Tränen auf dem Platz, winkte zu den Fans und bedankte sich für die Unterstützung. Die BBC hat die Emotionen in einem 2-minütigen Video festgehalten.

Peinlichster Moment der Saison: Ashley Young und seine Schwalben
8. April, Sonntagnachmittag im Old Trafford. United hat die Queens Park Rangers zu Gast. Am Ende gibt es ein 2:0, doch der Sieg bringt hitzige Diskussionen hervor. Shaun Derry von QPR wird nach einer Viertelstunde mit glatt Rot vom Platz gestellt. Notbremse gegen Ashley Young. Doch Young stand zuvor im Abseits und fabriziert eine klare Schwalbe. Tiefer kann man eigentlich als Spieler nicht fallen. Und die FA setzt noch die Krone drauf, dass sie die Sperre gegen Derry nicht zurücknimmt. Eine Woche später hat United im Old Trafford Aston Villa zu Gast. Das Spiel endet deutlich mit 4:0, aber wieder steht Ashley Young im Mittelpunkt. Er holt wieder mit einer Schwalbe einen Elfmeter heraus, diesmal gegen Ciaran Clark, der Young wenn überhaupt minimal berührt und klar zurückzieht. Der Referee fällt wieder auf Ashley Young ein. Young muss nach dem Spiel zum Einzelgespräch mit Sir Alex. Ich für meinen Teil will Young eigentlich auf keinem Fußballplatz mehr sehen.

Überschätzt: Roger Johnson, Wolverhampton Wanderers
Es gibt viele Gründe, warum die Wolves abgestiegen sind. Das ganz offensichtliche: die schwachen sportlichen Leistungen. Der Trainerwechsel von Mick McCarthy zu Terry Connor hatte überhaupt keinen Effekt. Am Trainer lag es auch nicht. Vielleicht hat man McCarthy mit seinem Rauswurf sogar noch einen Gefallen getan. Muss man sich einen Spieler raussuchen, der stellvertretend für den sportlichen Abstieg der Wolverhampton Wanderers steht, dann ist das wohl Roger Johnson, der vor der Saison für 10 Millionen Euro von Absteiger Birmingham City kam. McCarthy machte den erfahrenen Spieler zum Kapitän der Mannschaft. Nach dem 0:5 gegen Fulham kam Johnson betrunken zum Training. Vorbildfunktion und so. Jetzt steigt Johnson zum zweiten Mal hintereinander ab.

Unterschätzt: Brad Friedel, Tottenham Hotspur
Der US-Boy wird in wenigen Tagen 42 Jahre alt und ist damit der derzeit älteste Spieler in der Premier League. Doch Alter schützt nicht vor weiterhin großen Leistungen. Und die hat Friedel weiterhin erbracht im Tor der Spurs. Ich kann mich an einige sensationelle Saves erinnern, zum Beispiel im London Derby gegen Arsenal oder Anfang April gegen Swansea City. Friedels Vertrag bei den Spurs läuft aus. Er hat selbst gesagt, dass er nicht mehr als Nummer 1 spielen möchte. Irgendwann ist die Altersgrenze dann mal erreicht. Wobei er sicherlich noch ein weiteres Jahr auf Top-Niveau spielen könnte.

Comeback der Saison: Wigan Athletic
Mitte Januar standen die Latics noch abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Das ist dann normalerweise die Phase, in denen Vereinsbesitzer den Trainer hinterfragen. Nicht aber der Chairman von Wigan Athletic. Dave Whelan hat immer an Trainer Roberto Martinez festgehalten. Er könne nur von sich aus zurücktreten, Martinez habe so große Verdienste für diesen Verein erbracht. Dann schmeiße ich ihn nicht raus, wenn es mal nicht so gut laufe. Martinez hatte zwar mal über den Rücktritt nachgedacht, wollte sich aber beweisen und war überzeugt von seinem Team. Mit dem vielleicht schwierigsten Restprogramm in den letzten Saisonwochen trauten die wenigsten Experten den Klassenerhalt zu. Doch Wigan überraschte alle. Heimsiege gegen Manchester United und Newcastle, Auswärtssiege bei Arsenal und Liverpool. Vorzeitiger Klassenerhalt. Sechs Siege aus den letzten acht Spielen. Was ein Comeback.

Besondere Auszeichung für: Paul Scholes
Anfang Januar kam der Anruf von Sir Alex Ferguson. Wegen der vielen Verletzten und dem dichten Spielplan im Dezember und Januar brauchte Ferguson erfahrene Spieler. Scholes, der seine Karriere im letzten Sommer beendet hatte, zögerte nicht lange. Zu Überraschung seiner Mitspieler, die völlig baff waren, als sich Scholes in der Umkleidekabine wiederfand und Trainingssachen anzog. Sein Comeback feierte er ausgerechnet im Derby gegen Man City, 3:2-Sieg im FA-Cup. Im nächsten Spiel in der Liga schoss er gleich sein erstes Tor. Scholes hat damit seit der Saison 1994/1995 in jeder Spielzeit für Manchester United mindestens ein Tor geschossen. Legende.

Das ging viel zu langsam: Fernando Torres, FC Chelsea
Der Spanier war ein gern genommenes Beispiel für das Scheitern der Transferpolitik des FC Chelsea und den vielen Millionen, die nicht den gewünschten Erfolg brachten. Am 18. September schoss Torres erst sein zweites Tor für Chelsea beim 1:3 im Old Trafford. Dann flog er gegen Swansea City nach Torerfolg vom Platz und brauchte 24 weitere Pflichtspiele um mal wieder zu netzen. Da sind 50 Millionen Pfund nicht so prächtig investiert worden. Am 31. März traf Torres beim 4:2 im Villa Park – zum ersten in der Premier League seit dem 24. September. Es folgte ein Hattrick gegen die Queens Park Rangers und das wichtige Tor im CL-Rückspiel in Barcelona. Allmählich kommt Torres in Fahrt – wenngleich er in den wichtigen und großen Duellen in der Liga weiterhin ein Schatten seiner selbst ist. Es wurde ja immer wieder mal überlegt, Torres nach Spanien auszuleihen. Nimmt man jetzt nur mal das CL-Spiel gegen Barcelona, darf man sagen: Zum Glück hat das Chelsea nicht gemacht. Und jede Situation kann sich Chelsea schön reden.

Das ging viel zu schnell: No more chicken at Blackburn Rovers
Die Blackburn Rovers sind völlig verdient abgestiegen. Es ist ein Chaos-Klub geworden. Fans protestieren gegen den Trainer, der keinen Bock hat sich mit den Fanvertretern auszusprechen. Die Spieler sind unzufrieden. Und mittendrin eine indische Unternehmerfamilie, die den Verein vor zwei Jahren gekauft hat – und damit völlig überfordert scheint. Kein Konzept, keine Strategie. Wenig finanzielle Investitionen. Warum hat Venky’s nicht weiter Geflügel produziert und kümmert sich jetzt nebenbei um einen Traditionsverein der Liga? Sie können es ja schlicht nicht. Aber die Versuchung der Rovers nach Geld und einem Investor war einfach zu groß. Jetzt gibt es die Quittung. Aber immerhin sind die Fans noch so kreativ und schicken Hühner auf das Spielfeld.

Das war schon richtig gut: Gylfi Sigurðsson, Swansea City
Noch so ein Spieler, der in seinen ersten Wochen in der Premier League positiv auffiel. Der Isländer wurde im Winter von 1899 Hoffenheim zu Swansea City ausgeliehen und erzielte in 17 Spielen sieben Treffer und bereitete so wichtige Treffer wie das 3:2-Siegtor gegen Arsenal mustergültig vor. Sigurðsson hat also maßgeblichen Anteil am frühzeitigen Klassenerhalt der Swans und wurde zum Spieler des Monats März in der Premier League gewählt. Und die Feststellung, dass Qualität nicht immer Geld kosten muss, wurde ein weiteres Mal eindrucksvoll bestätigt.

Das muss geklärt werden: Strafenkatalog und die FA
Mario Balotelli durchtritt fast das Bein von Alex Song und wird für dieses schlimme Foul von der FA nachträglich nicht gesperrt. Shaun Derry von QPR bleibt nach der Schwalbe von Ashley Young gesperrt. Die FA ist ein sehr mächtiger Verband – aber diese Saison waren viele Entscheidungen nicht nachvollziehbar. Es darf bei solchen Entscheidungen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Aber so scheint es. Überhaupt hat sich die FA diese Saison keine großen Freunde mit der Premier League gemacht. Die Diskussion über den Nachfolger von Fabio Capello, parallele Ansetzungen des Pokals mit der Liga. Eine Nummer weniger einflussreich wäre nicht schlecht. Oder wenn schon so einflussreich – dann mit transparenten, nachvollziehbaren und stringenten Entscheidungen.

Was ich mir für die neue Saison wünsche:
Viele Tore von Podolski bei Arsenal. Die Wiederauferstehung des FC Liverpool. Ein Fünfkampf um die englische Meisterschaft. Roberto Martinez weiterhin bei Wigan Athletic. Weniger Fensterkurbeln von Harry Redknapp. Keine weiteren Schwalben von Ashley Young. Niklas Bendtner zeigt in 38 Spielen endlich mal, dass er ja angeblich der beste Stürmer der Welt ist. Everton bekommt endlich einen Investor. Fulham darf auch wieder mal ein London-Derby verlieren. Klassenerhalt vom FC Southampton. Alex Oxlade-Chamberlain spielt sich endgültig in die Herzen der Arsenal-Fans. Torres trifft noch seltener. Roberto Mancini wird auf einen Rotwein bei Sir Alex eingeladen. Noch mehr Katen und Hühner auf dem Spielfeld und dann zwei Minuten später bei Twitter. Wolff Fuss kommentiert auf Sky Arsenal gegen Manchester United und zerstört beim Torschrei meine Lautsprecher. Und ansonsten fester PL-Kommentatorenstamm mit Hagemann, Renner, Meinert, Gaupp und Born.

Ein vorletztes Wort:
“Of course you feel humiliated when you concede eight goals. It was a terrible day [...] I try to make the right decisions and the two players we sold [Fabregas and Nasri], I brought them to the club. In 15 years I have brought some good players. You know me, so you should give me some more time to see if I have got it completely wrong.” Arsenal-Trainer Arsene Wenger nach der 2:8-Niederlage seines Teams bei Manchester United am 28. August 2011.

Ein letztes Wort
“I’m shattered, I can’t believe it. It was an incredible disappointment, but we will react, no question about that. It’s a perfect result for us to react to because there is a lot of embarrassment in the dressing room — and quite rightly so — and that will make an impact. You have to recover. The history of Manchester United is ‘another day’ and we will recover.” Sir Alex Ferguson nach der 1:6-Derbyniederlage gegen Man City, 23. Oktober 2011.

Ein allerletztes Wort:
“Why always me?” – Botschaft und Frage auf dem T-Shirt von Mario Balotelli

Das war es also für die Premier League Saison 2011/2012. Hat wieder sehr viel Spaß gemacht. Auf ein neues im August an dieser Stelle.

Premier League 2011/2012 Preview #38 – Sweet revenge for Mark Hughes?

Manchester City oder Manchester United? FC Arsenal, Tottenham Hotspur oder Newcastle United? Queens Park Rangers oder die Bolton Wanderers? Es sind also noch ein paar signifikante Fragen zu klären am letzten Spieltag der Premier League Saison 2011/2012. Alle Begegnungen werden um 16:00 Uhr angepfiffen.

Sky zeigt die beiden Spiele der Klubs aus Manchester in der Konferenz. Plausible Entscheidung. Auch Sky Sports konzentriert sich auf der Insel auf die Meisterschaftsentscheidung, zeigt aber beide Partien als Einzelspiele. Ein Rückblick auf die Saison folgt Anfang der Woche an dieser Stelle.

Manchester City – Queens Park Rangers
Sky-Konferenz ab 15:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Marco Hagemann

Die wenigsten Fußballexperten erwarten noch Spannung im Meisterschaftskampf. Für viele ist Manchester City der große Favorit, fast alle schließen aus, dass die Citizens gegen die Queens Park Rangers patzen. Einzig Sky-Kommentator Andreas Renner hat bei Sportradio360 ein wenig gezwungenermaßen gewarnt, dass der Pokal noch nicht in Eastlands gelandet ist. Natürlich haben die Hoops in den letzten Wochen teilweise sehr gute Leistungen angeboten, bloß da war immer vor eigenem Publikum. Auswärts hat QPR regelmäßig die Hucke voll bekommen, zuletzt mit sechs Gegentreffern beim FC Chelsea. Das schwächte Auswärtsteam der Liga trifft nur auf die heimstärkste Mannschaft der Liga. City hat diese Saison noch kein Heimspiel verloren. Mit Ausnahme eines Remis gegen den AFC Sunderland gab es nur teilweise recht deutliche Siege. Was sollte da also schiefgehen? Auch ich rechne fest mit einem Titelgewinn der Citizens, dem ersten seit 1968. Es wird also so oder so ein historischer Nachmittag in Manchester. Die Ausgangslage ist klar. City hat das um acht Tore bessere Torverhältnis als Stadtkonkurrent United. City muss einfach nur gewinnen. Auch für die Queens Park Rangers steht vieles auf dem Spiel. Das macht die Partie zumindest im Vorfeld sportlich reizvoll. QPR hat zwei Punkte und das deutlich bessere Torverhältnis Vorsprung auf die Bolton Wanderers. Sollte Bolton in Stoke gewinnen, müsste QPR also einen Punkt im Etihad Stadium holen. Sicherlich besonders ist die Partie auch für Mark Hughes, dem derzeitigen Trainer der Gastmannschaft. Hughes wurde 2009 von City wegen Erfolgslosigkeit gefeuert. Die Begleitumstände waren damals kein Gütesiegel für City, Sir Alex hat das Verhalten des Vorstands damals als “unethisch” bezeichnet. Gibt es also die süße Revance für Mark Hughes? Wohl eher nicht, denn dann müsste City schon einen ganz schlechten Tag erwischen. Der Schlüssel für ein erfolgreiches Spiel von QPR muss sein, eng zu verteidigen, das Mittelfeld zuzustellen. City hatte zuletzt eher wenig Gefahr über die Flügel ausgestrahlt. Da kamen mehr gefährliche Impulse durch Yaya Toure im Mittelfeld. Wenn QPR das eingrenzen kann, wäre ein erster Schritt gemacht. Es gibt keine Personalsorgen oder Sperren bei Man City, nennt sich dann Bestbesetzung. Angeblich winken Mark Hughes eine Million Pfund Prämie, sollte der Klassenerhalt geschafft werden. Tja, und bei City hätten sich dann die 400 Millionen Euro Investition vielleicht mit der ersten Meisterschaft ein wenig ausgezahlt.

AFC Sunderland – Manchester United
Sky-Konferenz ab 15:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Es scheint die vermeintlich etwas schwierigere Aufgabe im Titelkampf zu sein. Manchester United reist nach Sunderland und ist auf einen Ausrutscher von City angewiesen. Die Red Devils haben es in den letzten Wochen durch das 4:4 gegen Everton und die Niederlage im Manchester-Derby verpasst, ihre Ausgangslage im Meisterschaftsrennen zu verbessern. Jetzt haben sie es nicht mehr in der Hand. Und die wenigsten scheinen noch an den großen Triumpf zu glauben. Trainer Sir Alex Ferguson hofft, dass Man City “irgendwas Dummes” im letzten Spiel passiert. Optimismus klingt anders. Und United muss ja selbst dreifach punkten. Die Auswärtsleistungen der letzten Wochen – Niederlagen in Wigan und bei Man City – lassen diesen Optimismus nicht gerade versprühen. Sunderland spielt um gar nichts mehr. Die Saison ist gelaufen. Aber das Team hat durchaus Potential, wenn gewollt, die ganz großen in der Liga zu ärgern. Zwar datiert der letzte Sieg von Sunderland gegen Man Utd aus dem Jahr 1997 – überhaupt wurde nur eines der letzten 21 Spiele gewonnen – und in der Liga gab es zuletzt aus sieben Spielen fünf Remis. Die sehr gute Heimbilanz der Black Cats ist nicht mehr zu erleben. Bei Sunderland fehlen die Langzeitverletzten Kieran Richardson, Sebastian Larsson und Ex-Red Devil Wes Brown. Titus Bramble ist hingegen wieder einsatzbereit. Bei United fehlt weiterhin Danny Welbeck mit seiner Knöchelverletzung. Und seit heute hat die englische Nationalmannschaft ein weiteres Defensivproblem. Sir Alex hat am Vormittag auf der Pressekonferenz verkündet, dass Chris Smalling wegen einer Leistenverletzung am Sonntag fehlt und auch für die EM ausfällt.

West Bromwich Albion – FC Arsenal
Sehr viel spannender als das Meisterschaftsrennen ist der Kampf um den direkten Einzug in die Champions League. Wer holt sich Platz 3? Arsenal, Tottenham oder Newcastle? In der Pole Position sind die Gunners, die einen Zähler vor den Spurs und zwei Punkte vor den Magpies liegen. Aber diese gute Ausgangslage bekommt der Mannschaft von Arsene Wenger nicht wirklich. Zuletzt gab es drei Remis in Folge. Und nur die Patzer der Konkurrenz halten Arsenals Hoffnungen auf den direkten Einzug in die Königsklasse lebendig. So gut, variabel und druckvoll Arsenal in der Offensive spielt, so erschreckend waren die Abwehrleistungen in den letzten Wochen. Das war mit Defensive fast schon ein Euphemismus. Insbesondere beim 3:3 im Heimspiel gegen Norwich zeigte die Arsenal-Abwehr eklatante Schwächen, die regelmäßigen Beobachtern aber nicht neu sein dürften. Jetzt geht es im letzten Saisonspiel zu West Brom, wo Roy Hodgson sein Abschiedsspiel auf der Trainerbank gibt. Bei den Gunners zeigt man sich vorsichtig optimistisch in der Außendarstellung. Spieler wie Trainer haben mehrfach betont, dass sie ganz konzentriert diese Woche trainieren, insbesondere auch die defensiven Fehler nochmal ansprechen. Arsene Wenger hat deutlich gemacht, dass im Herbst letzten Jahres niemand erwarten konnte, dass Arsenal jetzt um den dritten Platz mitspielt. Das sei ein Erfolg. Das mag sein. Nur hätte der Verein den schon längst feiern können bei besseren Ergebnissen. Gelingt mal wieder ein Erfolgserlebnis? Es wäre dringend nötig. Personell ist nur Sagna nicht mit dabei. Der Franzose wurde am Donnerstag operiert. Kleines Fragezeichen ist noch hinter Theo Walcott, der seine Oberschenkelzerrung fast auskuriert hat. Auch Wojciech Szczesny hat noch kein grünes Licht gegeben. Der Pole leidet an Rückenschmerzen. Fabianski steht als Ersatz bereit. Am Samstag gibt es letzte Fitnesstests. Die Baggies haben nur eines der letzten sechs Spiele verloren. West Brom muss aber den Ausfall von Kapitän Chris Brunt verkraften. Jerome Thomas mit Grippe ist ebenso fraglich wie Peter Odemwingie (Oberschenkelzerrung).
Arsenal scheint hinter den Kulissen schon am Team der neuen Saison zu arbeiten. Yann M’Vila von Stade Rennes steht angeblich kurz vor einer Unterschrift. Vieles ist eben davon abhängig, ob Arsenal direkt in die Champions League einzieht. Es ist eines der wichtigsten Spiele der Vereingeschichte, weil so viel für die Entwicklung des Teams abhängt. Bleibt van Persie, wenn man nächste Saison nur Europa League spielt? Arsene Wenger würde gerne mit dem ausgeliehenen Yossi Benayoun verlängern, der zuletzt gute Leistungen zeigte. Das gibt es auch nicht zum Nulltarif. Außerdem stehen im Sommer Gespräche mit Alex Song an. Der Kameruner, sozusagen das Herzstück im Arsenal-Mittelfeld, hat noch einen Vertrag bis Sommer 2014 und verdient etwa 55.000 Pfund pro Woche. Song würde gerne mehr Geld haben bei entsprechender Vertragsverlängerung. Wenger würde Song gerne langfristig binden, um die Konkurrenz im Mittelfeld zu beleben.

Tottenham Hotspur – FC Fulham
So richtig will kein Team aus dem Norden Londons in die Champions League. Auch die Tottenham Hotspur spielen eine enttäuschende Rückserie. Zuletzt konnte das Team von Harry Redknapp nicht beim formschwachen Aston Villa gewinnen. Die Spurs gewannen nur drei der letzten zehn Spiele. Und jetzt reist der FC Fulham an die White Hart Lane. Die Cottagers sind in blendender Form, haben nur eines der letzten sieben Spiele verloren, es gab fünf Siege. Fulham hat diese Saison noch kein Derby of London verloren. Die Spurs sollten angesichts ihrer Formschwankungen gewarnt sein. Tottenham muss den gesperrten Danny Rose und den verletzten Danny Benoit Assou-Ekotto ersetzen. Die linke Abwehrseite ist also das kleine Sorgenkind. Willam Gallas stünde als provisorischer Ersatz bereit. Scott Parkers Einsatz mit Achillessehnenbeschwerden fraglich, Sandro könnte ihn ersetzen. Bei Fulham sind außer die langzeitverletzten Stürmer Bryan Ruiz und Andy Johnson alle Mann an Bord. Dachte man bis heute Nachmittag. Dann kam die Hiobsbotschaft: Clint Dempsey, der derzeit in bestechender Form ist, fällt kurzfristig aus. Und die Frage für Tottenham: Champions League oder Europa League? Team wie Trainer sind fest davon überzeugt, dass sie die Königsklasse erreichen. Aber das sind sie auch schon seit Wochen. Den dominanten Beweis sind sie bisher schuldig geblieben.

FC Everton – Newcastle United
Wenn sich Zwei streiten, freut sich bekanntlich gelegentlich der Dritte. Newcastle liegt in Lauerstellung, wenn Arsenal und Tottenham patzen. Aber die Magpies haben vielleicht die schwierigste Aufgabe von allen drei Teams mit dem Spiel im Goodison Park. Everton geht mit der Motivation in diese Partie, weiterhin vor Lokalrivale FC Liverpool die Saison zu beenden. Das wäre erst das zweite Mal in der Historie der Premier League Die Toffees haben die letzten acht Ligaspiele nicht verloren, die letztem Heimniederlage gab es Mitte März gegen den FC Arsenal. Everton gewann die letzten drei Heimspiele, 10 Tore selbst geschossen, keines kassiert. Newcastle hat am Sonntag gegen ein starkes Man City die Grenzen aufgezeigt bekommen, hat diese Saison aber schon mehrfach bewiesen, dass sie auswärts zu großen Leistungen auflaufen können. Zuletzt das 2:0 bei Chelsea, davor allerdings das 0:4 in Wigan. Das sollte im Kopf nicht mehr spuken. Bei Newcastle fehlt nur Verteidiger Danny Simpson, Everton kann nicht auf die Dienste von Leighton Baines zurückgreifen. Dafür stehen aber Victor Anichebe und Jack Rodwell wieder im Kader.

Stoke City – Bolton Wanderers
Und dann gibt es noch ein Spiel mit großer Bedeutung an diesem letzten Spieltag der Saison. Die Bolton Wanderers versuchen The Great Escape im Auswärtsspiel bei Stoke City. Die Trotters liegen zwei Punkte hinter QPR und haben das um neun Tore schlechtere Torverhältnis. Es hilft also nur ein Sieg im Britannia Stadium. Die Wanderers haben in den letzten Wochen viel liegen gelassen. Letztes Wochenende führte man bis zu 75. Minute mit 2:0 gegen West Brom. Endstand 2:2. Im Spiel davor steht es Mitte der zweiten Hälfte 1:1 gegen Tottenham, Bolton das bessere Team. Endstand 1:4. Vor zwei Wochen nach Führung in Sunderland wieder nur unentschieden gespielt. Jetzt kommt es auf das allerletzte Spiel an. Ein Sieg in Stoke, etwas das Manchester City, Manchester United, Arsenal, Tottenham und Chelsea diese Saison nicht geschafft haben. Trainer Owen Coyle: “Wir wissen, was wir zu tun haben. Es ist ohne Zweifel das größte Spiel in dieser Saison. Wir müssen gewinnen [...] Stoke ist eine qualitativ gut besetzte Mannschaft in allen Bereichen. Sie brennen darauf, ihr letztes Heimspiel zu gewinnen. Darauf müssen wir vorbereitet sein.” Offensichtlich ist es nicht so einfach bei Stoke zu gewinnen. Was könnte zum Erfolg für Bolton führen? Stoke hat nur eines der letzten zehn Spiele gewonnen. Es ist das 56. Pflichtspiel für die Potters in einer anstrengenden Saison. Und dann eben selbst das Nötigste für einen Sieg tun. Sprich gut verteidigen bei den gefährlichen Standardsituationen. Stoke hat in den letzten Wochen häufiger offenbart, dass sie defensiv sehr anfällig sind. Der richtige Mix aus Defensive und Offensive kann Bolton helfen. Dass sie vorne ihre Buden machen, hat Bolton gezeigt. Blöd nur, dass man defensiv erst drei Mal zu null gespielt hat. Bei QPR im ersten Saisonspiel, gegen Villa und zuhause gegen Arsenal. Bei Stoke ist Verteidiger Marc Wilson mit Rückenproblemen ebenso fraglich wie Andy Wilkinson und Jermaine Pennant. Bolton hofft auf positive Ergebnisse bei Fitnesstests am Wochenende von Nigel Reo-Coker, Mark Davies und Darren Pratley

Außerdem am letzten Spieltag:
FC Chelsea – Blackburn Rovers
Norwich City – Aston Villa
Swansea City – FC Liverpool
Wigan Athletic – Wolverhampton Wanderers

Um die Fragen zu beantworten: Man City, Arsenal und Bolton Wanderers

Schönes Wochenende!

Premier League 2011/2012 Preview #37 – Wenn ein Sieg zur Pflicht wird

Noch zwei Spieltage. Es spitzt sich zu, vielleicht eine der spannendsten Spielzeiten der letzten Jahre. Meisterschaft noch offen, Einzug in den Europapokal und es werden noch zwei Absteiger gesucht. Und das schöne: An diesem Wochenende könnte es vielleicht schon finale Entscheidungen geben. Das ist aber eher unwahrscheinlich. Sieg von Arsenal und gleichzeitige Niederlage von Newcastle und Tottenham? Sieg von Man City und Niederlage von Man Utd? Am ehesten könnte noch der Abstiegskampf seine Entscheidung finden. Sieg von QPR und gleichzeitige Niederlage von Bolton und Blackburn? Ja, das klingt schon wahrscheinlicher. Also schauen wir mal.

An diesem Wochenende nur neun Spiele, eines davon am Samstag. Weil am Samstagabend der FC Chelsea und der FC Liverpool im Finale des FA-Cup stehen, findet die Partie in der Liga zwischen diesen beiden Teams erst am Dienstag, 8. Mai, um 21:00 Uhr an der Anfield Road statt. Sky überträgt ab 20:55 Uhr auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD 1.

Unter der Woche war ja schon wieder einiges los in der Premier League. Man City geht nach dem 1:0 gegen United als Favorit in die letzten beiden Spiele, muss am Sonntag im Spitzenspiel bei Newcastle eine ganz große Hürde nehmen. Chelsea kann durch die Heimniederlage gegen die Magpies den Einzug in die Champions League über die Ligaplatzierung abhaken. Dafür hat Tottenham nach dem 4:1 in Bolton wieder brauchbare Chancen auf den 3. Platz. Die Wanderers, bei denen Fabrice Muamba sich erstmals unter großem Applaus wieder im Stadion zeigte, stehen gehörig unter Druck. Also viel Spannung von Samstag bis Montag.

FC Arsenal – Norwich City
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Jestaedt

Es ist ein besonderes Jubiläum für Arsene Wenger. Zum 900. Mal steht der Franzose am Samstag im Heimspiel gegen Norwich an der Seitenlinie der Gunners. Und er hat mit seinem Team noch einiges vor. Arsenal muss eigentlich beide Teams gewinnen, um definitiv Tabellendritter zu werden, also mehr Punkte holen als jeweils Tottenham und Newcastle. Das sollte zu machen sein. Norwich darf kein Stolperstein sein. Allerdings lief der Offensivmotor von Arsenal in den letzten Wochen nicht mehr ganz so rund. Trotz bester Chancen nur ein 1:1 in Stoke und 0:0 gegen Chelsea. Dafür stimmt es defensiv. Arsenal hat in fünf der letzten acht Spiele keinen Gegentreffer kassiert. Norwich hat diese Saison überhaupt nur zweimal zu null gespielt. Während Arsenal seinen 13. Heimsieg der Saison feiern will, hat Norwich nur eines der letzten sechs Ligaspiele gewonnen, 2:1 bei Tottenham. In den letzten drei Spielen kassierten die Canaries elf Gegentreffer. Norwich wartet seit 20 Jahren auf einen Sieg bei Arsenal. Am ersten Wochenende der Premier League im August 1992 gewann Norwich in Highbury mit 4:2 nach 0:2-Rückstand. Bei Arsenal ein gewisser David Seaman im Tor, Ian Wright wurde bei Arsenal eingewechselt. Die Gunners am Samstag weiterhin ohne die verletzten Arteta, Walcott und Diaby (der Franzose wird auch nicht mit zur EM fahren). Nachdem Norwichs Topscorer Grant Holt letzte Woche nur auf der Bank saß, dürfte er im Emirates wieder von Beginn an auflaufen.

Newcastle United – Manchester City
Sonntag 14:15 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Was eine schöne Ansetzung am frühen Sonntagnachmittag. Es ist die große Bewährungsprobe für Manchester City. Nach dem Sieg im Derby – der so herausfordernd gar nicht war angesichts der schwachen Leistung von Manchester United – kommt jetzt die eigentliche Meisterprüfung. Newcastle hatte Mitte Dezember die letzte Heimpleite kassiert, 2:3 gegen West Bromwich Albion. Die Magpies haben nur eines der letzten acht Spiele verloren. Mit Ausnahme der deutlichen Niederlage in Wigan (0:4 letztes Wochenende) hat Newcastle fantastische Leistungen in den letzten Wochen abgeliefert. War dann wohl nur die Ausnahme der Regel. Genug Selbstvertrauen nach dem Spiel in Wigan hat sich Newcastle durch das 2:0 bei Chelsea am Mittwochabend geholt. Und wenn Cissé weiter so trifft (13 Tore in den letzten 12 Spielen), dürfte es auch für die Defensive von Man City schwierig werden. Beide Teams sind in exzellenter Form, beide Mannschaften müssen gewinnen, um ihre Saisonziele zu festigen. Das kann ein richtig gutes Spiel werden. Und für Roberto Mancini hat sich nach dem Derby-Sieg ja auch gar nichts verändert. Er hält weiter United für den Favoriten auf den Titel. Vielleicht kennt Mancini einfach auch nur die Heimstärke von Newcastle. Die Magpies können wider Erwarten auf Cheick Tiote zurückgreifen. Der Ellenbogenschlag von Chelseas Mikel war wohl doch weniger schlimm. Danny Simpson ist fraglich, ebenso bei City Torwart Joe Hart mit einer Fußverletzung. Ansonsten gibt es keine Personalsorgen bei Man City.

Aston Villa – Tottenham Hotspur
Sonntag 15:00 Uhr

Die beste Nachricht für die Spurs kam eigentlich schon zu Beginn der Woche. Harry Redknapp wird nicht englischer Nationaltrainer. Die ganze Aufregung der letzten Wochen war umsonst. Und plötzlich findet Tottenham wieder in die Erfolgsspur zurück. 2:0 gegen Blackburn, 4:1 in Bollton. Plötzlich ist Tottenham nur noch einen Punkt von Platz 3 entfernt. Am Donnerstagmittag gaben die Spurs bekannt, dass eines der größten Nachwuchstalente im englischen Fußball, Kyle Walker, seinen Kontrakt an der White Hart Lane bis 2017 verlängert. Jetzt geht es für Tottenham im dritten Duell in Folge gegen einen Abstiegskandidaten. Gibt es auch den dritten Sieg in Folge? Aston Villa wartet seit dem 10. März (1:0 gegen Fulham) auf einen Sieg in der Premier League. Eine Negativspirale par excellance. Villa hat nur drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze, aber dankenswerter Weise die beste Tordifferenz unter allen Kellerkindern. Vielleicht reicht schon ein Remis in den letzten zwei Spielen. Nach Tottenham wartet noch Norwich auf Aston Villa. James Collins, Fabien Delph und Chris Herd von Aston Villa haben das Nachtleben in Birmingham ein wenig länger ausgekostet als erlaubt und wurden vom Verein mit einer saftigen Geldstrafe belegt, sind für das Spiel am Sonntag aber nicht aus dem Kader gestrichen worden. Bei Villa kehrt außerdem Stephen Ireland nach überstandener Hüftverletzung zurück. Bei Tottenham hat Scott Parker seine Achillessehnenprobleme auskuriert und ist wieder fit. Kyle Walker kann trotz gebrochener Zehe auflaufen.

Bolton Wanderers – West Bromwich Albion
Sonntag 15:00 Uhr

Auch die großen Bilder und die vielen Emotionen konnten den Bolton Wanderers bei Spiel gegen die Tottenham Hotspur am Mittwochabend nicht helfen. Fabrice Muamba zeigte sich gut erholt vor dem Spiel den jubelnden Fans. Tottenham ging in Führung, Bolton hielt gut mit, kam zum verdienten Ausgleich und war der Führung dann näher als die Spurs. Als die Gäste aber zum 2:1 kamen, brachen bei Bolton alle Wände. Endstand 1:4. Das war nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Dieser muss jetzt im Heimspiel gegen die Baggies erfolgen. Bolton hat die deutlich schlechtere Tordifferenz als Wigan und QPR. Ein Sieg ist Pflicht. Mit West Brom kommt aber eine Mannschaft ins Reebok Stadium, die zuletzt gut drauf war. West Brom hat nur eines der letzten fünf Spiele verloren. Mal sehen, ob es bei den Baggies einen Redknapp-Effekt gibt. Nachdem jetzt der englische Fußballverband Roy Hodgson als Trainer der Three Lions verpflichtet hat, dürfte es interessant zu beobachten sein, ob seine Spieler sich nochmal richtig für ihren Trainer ins Zeug legen oder eher enttäuscht über seinen Abgang sind und die Leistung verweigern.

Queens Park Rangers – Stoke City
Sonntag 15:00 Uhr

Zuhause ist es bekanntlich ja am schönsten. Sagen sich auch die Queens Park Rangers. Und liefern deswegen auswärts immer erschreckende Leistungen ab. Vor eigenem Publikum zeigt man hingegen, wozu man spielerisch und kämpferisch eigentlich in der Lage ist. Zum Glück gibt es für QPR jetzt das Heimspiel gegen Stoke. Und ein Sieg ist dringend nötig. QPR liegt punktgleich mit Bolton auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, hat das um acht Treffer bessere Torverhältnis als die Bolton Wanderers. Die Hoops gewannen vier der letzten fünf Heimspiele, gegen Liverpool, Arsenal, Tottenham und Swansea. Was QPR noch entgegenkommen könnte, ist, dass Stoke nicht unbedingt das auswärtsstärkste Team der Liga ist. Die Potters haben zuletzt Anfang Januar in der Liga auswärts gewonnen, 2:1 in Blackburn. Von den letzten neun Spielen wurde nur eines gewonnen.

Außerdem spielen am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr

FC Fulham – AFC Sunderland; Wolverhampton Wanderers – FC Everton

Das sind zwei Partien, denen man eigentlich nicht mehr Beachtung schenken muss. Es sei denn, man ist interessiert, ob Everton weiter vor dem FC Liverpool bleibt. Fulham will die Blamage vom letzten Wochenende gegen Everton vergessen machen.

Manchester United – Swansea City
Sonntag 16:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Marcel Meinert

Wenn man sich nicht eine einzige brauchbare Torchance erarbeitet, wird das mit dem Gewinnen eher schwierig. Das durfte auch Manchester United bei der Niederlage gegen City feststellen. Die Red Devils sind vom Jäger zum Gejagten geworden und müssen auf das Ergebnis aus Newcastle bei der Pflichtaufgabe gegen Swansea reagieren. Wobei auch der FC Everton für die Ansprüche von Man Utd schon eine solche war, der Ausgang vom letzten Wochenende dürfte bekannt sein. Für Swansea City geht es um nichts mehr. War ja beim FC Everton ähnlich. Interessant dürfte sein, ob Sir Alex Ferguson personelle Konsequenzen aus der Niederlage am Montag zieht. Der Trainer von Man Utd war mit seinem verbalen Schlagabtausch gegenüber Roberto Mancini noch der Aktivposten bei den Gästen. Auf alle Fälle wird United Danny Welbeck fehlen, Evans ist fraglich. Anders Lindegaard steht erstmals seit Januar wieder im Kader. Bei Swansea ist Alan Tate wieder im Mannschaftstraining, ein Einsatz könnte aber zu früh kommen. Angel Rangel ist mit Oberschenkelproblemen fraglich.

Blackburn Rovers – Wigan Athletic
Montag 20:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Sven Schröter

Zum Abschluss des Spieltags gibt es noch einmal ein echtes Kellerduell. Für die Blackburn Rovers ist es die vielleicht allerletzte Chance auf den Klassenerhalt. Wigan könnte bei einer Niederlage von Bolton mit einem Remis im Ewood Park den Klassenerhalt sichern. Die Voraussetzungen, mit der beide Teams in diese Partie gehen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Latics gewannen drei der letzten vier Spiele (nur drei der letzten 13 Partien seit Anfang Februar verloren), am letzten Wochenende ein beeindruckendes 4:0 gegen Newcastle, wohl gemerkt in der ersten Halbzeit erzielt. Nicht ohne Grund wurde Roberto Martinez zum Trainer des Monats April gewählt. Die Rovers gewannen nur eines der letzten sieben Spiele. Weiterhin macht Blackburn die Schlagzeilen eher neben dem Platz. Vor dem letzten Heimspiel gegen Norwich gab es wieder umfangreiche Protestmärsche der Fans. Angeblich sollen einige Fans aufs Trainingsgeländer gedrungen sein, um Trainer Steve Kean zu einer Aussprache zu zwingen. Diese Berichte wurden vom Verein aber dementiert. Blackburn ist eine Traditionsmannschaft. Gründungsmitglied der Premier League 1992, englischer Meister 1995. Es war der letzte große Triumpf – sieht man mal von einem Aufstieg in die Premier League ab. Das könnte schon bald wieder das Saisonziel sein. Bei den Rovers kehrt Martin Olsson nach dreiwöchiger Verletzungspause wieder zurück. Wigan ohne große Personalprobleme. Franco Di Santo ist wieder fit. Martinez wird also wohl mit derselben erfolgreichen Elf der vergangenen Wochen spielen.

Have a super weekend!

Premier League 2011/2012 #36 – Man City oder Man United?

Lesenswerte Lektüre zum Derby of Manchester
Phil McNulty/BBC: Manchester’s derby decision day
The Guardian: Manchester City look for big steal after United leave back door open
Daily Telegraph: Blue Moon rising as Roberto Mancini consigns slapstick image to history
The Independent: City’s moment to shift the balance of power has come
SPOX-Interview mit Uwe Rösler zum Derby: “Die Hütte muss brennen.”

The biggest Derby of all time. Die Ausgangslage ist klar und eindeutig – und vielleicht, aber nicht nur deshalb, ist die Spannung so groß vor dem Monday Night Game zwischen Manchester City und Manchester United. Jene Partie, die die Meisterschaft in der Premier League entscheiden könnte. Sollte United im Etihad Stadium gewinnen, wäre das gleichbedeutend mit dem Titelgewinn. Sollte sich City drei Punkte holen, würden die Citizens dank der besseren Tordifferenz vorübergehend die Tabellenspitze erklimmen – haben aber am kommenden Wochenende noch das schwere Auswärtsspiel bei Newcastle United zu absolvieren. Nur bei einem Sieg der Red Devils könnte also von einer Entscheidung im Meisterschaftsrennen gesprochen werden. Ein Remis würde Man Utd auch mehr nützen. City muss also gewinnen. Keine schlechten Voraussetzungen für ein spannendes Spiel.

Der Erste beim Tabellenzweiten zu Gast – mehr Topspiel geht eigentlich nicht. Das Spiel bekommt noch eine weitere Komponente, die es sehenswert macht. Es spielt die stärkste Heimmannschaft der Liga gegen das beste Auswärtsteam. City hat von seinen bisherigen 17 Heimspielen 16 gewonnen, nur gegen den AFC Sunderland gab es Ende März beim 3:3 ein Remis. City hat 51 Tore geschossen, nur zehn kassiert. United hat die wenigsten Auswärtsniederlagen aller Mannschaften in der Premier League. Vor drei Wochen gab es die Niederlage in Wigan, Anfang Januar haben die Red Devils bei Newcastle verloren. Mit zwölf Siegen in der Fremde hat kein Team häufiger gewonnen. United stellt auswärts die beste Defensive und Offensive der Liga. Das war nicht immer so. Insbesondere in den letzten beiden Spielzeiten war die Auswärtsschwäche stärker ausgeprägt. In der Saison 2010/2011 holten die Red Devils gerade mal fünf Siege auswärts. Sollte United Meister werden, ist das sicherlich auch als ein Schlüsselfaktor zu bezeichnen. United spielte diese Saison 18 Mal zu null, City nur 15 Mal.

City oder United – das ist auch die Frage um die Vorherrschaft in der Stadt Manchester. United Trainer Sir Alex Ferguson hat vor Beginn der Saison City noch als einen zwar reichen, aber kleinen Klub bezeichnet. Mittlerweile hat sich der Sir dazu durchgerungen, City als direkter Konkurrent von United in den nächsten Jahren zu identifizieren. Nicht Arsenal, Chelsea oder Tottenham. Und Liverpool sowieso nicht mehr. Woher kommt dieser Sinneswandel? Es sind zwei Faktoren. Zum einen natürlich die eigene Leistung von United. In der Liga sind die Red Devils zwar weiterhin dominant, aber international haben sie mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase der Champions League und dem Rausfliegen in der Europa League gegen Bilbao sich ebenso mit wenig Ruhm bekleckert wie City. Zum anderen hat es Manchester City vier Jahre nach Übernahme durch die Investorengruppe aus Abu Dhabi es endlich geschafft, eine Mannschaft zu formen, die um den Titel in der Premier League mitspielen kann. Dafür brauchte es neben dem Kaufpreis von knapp 200 Millionen Euro eben nochmal weitere hunderte Millionen von Euro – aber es hat geklappt. Wie Man City in den nächsten Jahren vom Financial Fairplay betroffen sein wird, bleibt abzuwarten. Dass City sparen muss, ist offensichtlich. Aber das müssen zukünftig ja alle Vereine. Wenn City also die derzeitige Form konservieren kann, bleibt das Feiern des Titelgewinns nur eine Frage der Zeit, vielleicht schon in ein paar Wochen. Und da wären wir wieder bei der Vorherrschaft um Manchester. City hat im April 2011 zwar den FA-Cup gewonnen. Der letzte Titelgewinn davor liegt aber über 40 Jahre zurück. 1968 wurde City zum zweiten Mal englischer Meister. In den letzten 20 Jahren hat Manchester United hingegen 12 Mal die englische Meisterschaft gefeiert, vier Mal den FA-Cup und zwei Mal die Champions League gewonnen. Es braucht also so oder so noch Zeit, bis City wirklich auf einer Stufe mit United steht. Der Titelgewinn in diesem Jahr könnte ein erster Schritt sein, vor allem um zu zeigen, dass United ernsthafte Konkurrenz aus der eigenen Stadt bekommt.

Es ist auch das Duell zweier Trainergenerationen. Bei Sir Alex Ferguson stellte man sich in den letzten Jahren immer wieder die Frage, wann er eigentlich nach 26 Dienstjahren zurücktritt. Sein erklärtes Ziel war immer alleiniger englischer Rekordmeister zu sein. Das wurde durch den Titelgewinn letztes Jahr geschafft, 19 Meisterschaften, eine mehr als der FC Liverpool. Was treibt Sir Alex also noch an? Oder ist es die fehlende Perspektive einen Startrainer in Old Trafford zu locken. Guardiola oder Mourinho waren lange Zeit nicht verfügbar. Aber vielleicht will Sir Alex zum Abschluss seiner Trainerkarriere es allen nochmal zeigen und sich im direkten Duell mit dem Stadtrivalen messen und dieses Duell gewinnen. Auf der anderen Seite steht Roberto Mancini. Der Italiener hat in seiner Zeit bei Inter Mailand viele Erfolge gefeiert. Den großen internationalen Triumph hat er noch nicht erreicht. Mancini ist aber auch gerade mal 48 Jahre alt. Das Trainergeschäft, gerade bei einem so ambitionierten Klub wie Manchester City, ist härter geworden als zu den Anfangszeiten von Sir Alex Ferguson. Längere Erfolgslosigkeit kann sich Mancini in Eastlands nicht leisten. Offiziell haben die Besitzer des Vereins Mancini Rückendeckung gegeben. Er dürfte also auch nächste Saison an der Seitenlinie stehen. Der Rucksack der fehlenden Titelgewinne könnte im nächsten Sommer aber schwerer werden. Irgendwann müssen große Titel her.

Schaut man sich die bisherige Saison von Manchester City genauer an, kann man durchaus konstatieren, dass es diese Saison vielleicht noch nie so einfach war, englischer Meister zu werden – und City diese Saison verspielt hat. Bis Mitte November hat City mit Ausnahme des Remis beim FC Fulham alles in Grund und Boden gespielt, unter anderem auch beim 6:1 im Old Trafford. So ein bisschen ist das Derby am Montag auch die Möglichkeit zu Revanche für United. City hatte dann im Januar eine erste Schwächephase, als die Dominanz in den Spielen und Ergebnissen wegblieb. Es setzte Niederlagen in Sunderland und gegen Everton, beide auswärts, beide 0:1. City fehlte die nötige Offensivkraft. Die erste kleine Mini-Krise kam dann Ende März und Anfang April mit den Unentschieden gegen in Stoke und zuhause gegen Sunderland. Es folgte eine indiskutable Leistung beim 0:1 gegen Arsenal. Man sah den Citizens nicht wirklich an, dass sie den Titel erreichen wollten. Als die Sache mit der Meisterschaft eigentlich schon entschieden war, zeigte City dann wieder den Fußball, der sie diese Saison positiv auszeichnete. Starke Defensive, brilliante Offensive. Die letzten drei Spiele wurden gewonnen, 12:1 Tore stehen zu Buche. Blickt man auf die bisherige Spielzeit von Manchester United fällt auf, dass United im Gegensatz zu City keine großen Formschwankungen hatte. Man spielte konstant gut, verlor zwischendurch mal ein Spiel, gewann aber meist das nächste gleich wieder. Einzige Ausnahme waren die Ereignisse um den Jahreswechsel mit der Heimniederlage gegen Blackburn und bei Newcastle United. Entsprechen lässt sich der kleine Vorsprung von United ganz gut erklären.

Im Gegensatz zu City war bei United intern wie in der Außendarstellung auch meistens Ruhe im Karton. Sir Alex hat den Laden im Griff – ganz anders bei City, wo viele Eigeninteressen aufeinanderprallen. Balotteli sorgte für die meisten Schlagzeilen und beschädigte auch ein wenig den Trainerposten von Mancini. Carlos Tevez sollte nie wieder für City spielen – jetzt läuft er unter Mancini wieder auf. Es ist halt schwierig, den besten Spielern der Welt zu vermitteln, dass sie in einer solchen Mannschaft auch mal länger auf der Bank sitzen können. Das ist ein Lernprozess, mit dem sich auch Mancini erst auseinandesetzen musste. Bei United war die größte Aufregung fast schon mit gelegentlichen Schwalben von Ashley Young und der Unzufriedenheit von Dimitar Berbatov verbunden. Sollte City trotz der ganzen internen Querelen Meister werden, muss man das anerkennen. Sollte es nicht klappen, werden die ersten Kritiker die Finger in diese Wunde legen. Da hat City sich noch zu verbessern.

Für das Spiel am Montag sind die Aufstellungen wenig überraschend. Roberto Mancini kann wieder auf Balotelli zurückgreifen, der seine drei Spiele Sperre abgesetzt hat. Im Sturm dürften aber weiterhin Carlos Tevez und Aguero den Vorzug bekommen. Micah Richards kehrt nach Verletzung zurück. United hat keine Personalsorgen. Außer den Langzeitverletzten Nemanja Vidic, Darren Fletcher und Anderson sind alle Spieler an Bord. Unklar noch, wer hinten rechts in der Kette spielt. Phil Jones oder Chris Smalling wären Alternativen für Rafael. Fraglich ist höchstens Nani, der im Training ein Schlag auf den Knöchel bekommen hat. Andre Marriner pfeift die Partie.

Manchester City – Manchester United
Montag ab 20:45 Uhr (Anstoß 21:00 Uhr) live auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD1. Kommentar: Marco Hagemann

Premier League 2011/2012 Preview #36 – No longer a “small club”

Noch drei Spieltage. Es wird spannend, Dramatik wird höher. Alles wird an diesem Spieltag vom Manchester Derby am Montagabend überstrahlt. Aber auch am Wochenende gibt es viele interessante und attraktive Spiele. Abstiegskampf und der Fight um die Qualifikation für die Champions League sind im Fokus.

Durch den Finaleinzug des FC Chelsea bekommt die Lage in der Liga nochmal eine besondere Dramatik. Sollten die Blues ihr Finale gegen den FC Bayern gewinnen, sind sie dank der Lex Liverpool direkt für die Champions League qualifiziert. Da Chelsea derzeit nur Tabellensechster ist und sich wahrscheinlich durch die Liga nicht für die Champions League qualifiziert, wäre dann nur noch der dritte Platz in der Liga ausreichend für die Champions League, nicht mehr der vierte Platz, den derzeit Newcastle belegt. Aber die Bayern scheinen ja sowieso zu gewinnen…also, da wird in den nächsten Wochen noch viel gerechnet werden. Zum ersten Mal könnte es sein, dass ich dem FCB wirklich die Daumen drücken könnte.

Stoke City – FC Arsenal
Samstag 16:00 Uhr

So ein bisschen hat der FC Arsenal die gute Ausgangslage im Kampf um den dritten Platz weggeworfen. Die Niederlage gegen Wigan war ebenso unnötig wie das Remis gegen den FC Chelsea. Das 0:0 gegen die Blues ist im Prinzip jetzt nicht das schlechteste Ergebnis, setzt Arsenal aber in den Spielen jetzt gegen Stoke und Norwich erheblich unter Druck. Das hätten die Gunners einfacher haben können, wenn die Chancen gegen Chelsea besser genutzt worden wären und gegen Wigan konzentrieter in der Defensive agiert wurde. Arsene Wenger hat heute Vormittag auf der Pressekonferenz auf das schwere Spiel in Stoke hingewiesen. Gleichzeitig betonte Wenger aber auch, dass sein Team eigentlich den dritten Platz verdient habe. Tja, das wird aber nur was, wenn im Britannia Stadium gewonnen wird. Arsenal muss den Rest der Saison auf Walcott und Arteta verzichten. Insbesondere der Ausfall des Spaniers schmerzt sehr. Es fehlt das kreative, ordnende Element im Mittelfeld. Aaron Ramsey, derzeit ein wenig aus der Form, hat diese Aufgabe nicht wirklich gut erfüllt. Benayoun rückt für Walcott in den Kader. Möglich, dass Oxlade-Chamberlain auf die rechte Seite wechselt oder Benayoun die rechte Seite spielt. Dann würde Gervinho links spielen. Rosicky ist nach Krankheit zu Beginn der Woche wieder fit, Diaby muss sich heute Nachmittag einem Fitnesstest unterziehen, war in den letzten Tagen ebenfalls erkrankt. Arsenal hat eine ziemlich mäßige Bilanz in Spielen bei Stoke aufzuweisen. Drei der letzten vier Spiele bei den Potters wurden verloren. Stoke hat aber nur eines der letzten sieben Spiele gewonnen. Wie schwierig es ist bei Stoke zu spielen, musste zuletzt schon Manchester City erleben. Also eine ganz schwierige und unangenehme Aufgabe für die Gunners. Aber sie haben sich positiv wie negativ in diese Lage hineingebracht.

Wigan Athletic – Newcastle United
Samstag 16:00 Uhr

Für mich ist es neben dem Manchester Derby das interessanteste Spiel am Wochenende. Für beide Teams geht es um extrem viel. Wigan braucht Punkte im Abstiegskampf, Newcastle will Arsenal im Kampf um den dritten Platz auf die Pelle rücken. Die Magpies spielen ein fantastisches letztes Saisondrittel. Sie sind die derzeit formstärkste Mannschaft der Premier League. Die letzten sechs Spiele wurden nahezu souverän gewonnen. In den letzten 18 Ligaspielen hat Newcastle in 17 Begegnungen immer getroffen. Großen Anteil daran hat nicht zuletzt Cissé, der in seinen zehn Ligaspielen seit dem Weggang aus Freiburg 11 Tore erzielt hat. Sehr viel dominanter hat sich kein neuer Spieler in der Premier League eingefunden. Auch Wigan spielt derzeit eine ganz formidable Rolle. Vier der letzten sechs Spiele wurden gewonnen, darunter gegen Arsenal, Liverpool und Manchester United. Blöderweise haben die Latics dann ausgerechnet das vermeintlich leichte Spiel in Fulham verloren haben. Insbesondere bei Standardsituationen war Wigan sehr anfällig. Und so kassierten die Latics dann auch kurz vor Schluss nach einer Ecke durch den Treffer von Senderos das bitte Gegentor. Gegen kein Team in der Liga hat Wigan eine bessere Heimbilanz, vier Siege aus fünf Spielen. Hugo Rodallega fehlt bei Wigan weiterhin, Franco Di Santo ist wieder fit und dürfte im Sturm neben Moses und Shaun Maloney spielen. Bei Newcastle gibt es keine Personalsorgen. Es spielt die Elf der letzten Wochen. Auch das dürfte ein Erfolgsgeheimnis sein.

AFC Sunderland – Bolton Wanderers
Samstag 16:00 Uhr

War das der Befreiungsschlag für die Bolton Wanderers? Das 2:1 bei Aston Villa hat das Team von Owen Coyle wieder an die Nichtabstiegsplätze herangeführt. Ein Zähler Rückstand haben die Wanderers auf Wigan und die Queens Park Rangers, aber auch ein Spiel weniger. Hoffnung auf Rettung bietet also nur ein Sieg in Sunderland. Die Trotters haben seit 2008 gegen die Black Cats nicht mehr gewonnen. Aber die Gastgeber befinden sich derzeit ein wenig in der Formkrise. Wenn es sportlich um nichts mehr geht, stellt sich schnell der Schlendrian ein. Sunderland hat die letzten vier Spiele kein Tor erzielt, in den letzten fünf Spielen gab es keinen Sieg. Aber Sunderland hat seit Mitte Februar auch kein Heimspiel verloren. Sunderland muss ohne die verletzten Kieran Richardson, Sebastian Larsson und Lee Cattermole auskommen, Craig Gardner fehlt nach seinem Platzverweis vom letzten Wochenende gegen Aston Villa. David Vaughan und Fraizer Campbell füllen die Lücken für Richardson und Larsson. Bei Bolton sind Mark Davies, Ryo Miyaichi und Chris Eagles fraglich. Alle haben kleinere Verletzungen aus dem Spiel am Dienstag gegen Villa mitgenommen.

West Bromwich Albion – Aston Villa
Samstag 16:00 Uhr

Langsam muss Aston Villa mal aufwachen und den Ernst der Lage erkennen. Unter der Woche hätten die Villens einen riesengroßen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können, verloren aber das Nachholspiel gegen den direkten Konkurrenten Bolton Wanderers vor eigenem Publikum mit 1:2. Jetzt sind es drei Spiele vor Saisonende nur noch drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Die Situation erinnert ein wenig an Eintracht Frankfurt letzte Saison in der Bundesliga. Too good to go down? Von wegen. Villa wartet seit sieben Spielen auf einen Sieg. Im Kalenderjahr 2012 hat man bisher erst zwei Siege erreicht, nur die Wolverhampton Wanderers haben weniger. Deren Schicksal ist besiegelt. Jetzt geht es für Villa zu West Bromwich, die derzeit ganz gut in Form sind. Die Baggies gewannen drei ihrer letzten vier Spiele, zuletzt beim FC Liverpool. Mit einem Sieg könnte West Brom auf 48 Punkte kommen, so viel wie noch nie in der Geschichte in der Premier League. Bei West Brom fehlen weiterhin die Langzeitverletzten Steven Reid, James Morrison und Zoltan Gera. Die Einsätze von Marc-Antoine Fortune und Paul Scharner sind noch fraglich. Gabriel Agbonlahor, der gegen Bolton nicht gespielt hat, dürfte wieder mit dabei sein. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Richard Dunne (Schulterverletzung).

Außerdem am Samstagnachmittag das Mittelfeldduell zwischen dem FC Everton und dem FC Fulham. Die einzige Bedeutung hat diese Partie noch, da Everton weiter versuchen wird, vor Stadtrivale FC Liverpool in der Tabelle zu bleiben. Zudem spielen die bereits abgestiegenen Wolverhampton Wanderers beim Aufsteiger Swansea City.

Norwich City – FC Liverpool
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Markus Jestedt

Mal die Frage in die Runde gestellt: Schaut sich jemand dieses Spiel an? Für Norwich nochmal ganz nett ein Fernsehspiel auf der Insel zu bekommen und Liverpool könnte ja vielleicht auch mal zeigen, dass sie noch fähig sind, guten Fußball zu spielen. Aber sportlich ist diese Partie völlig irrelevant. Ich weiß nicht, wie groß die Ambitionen der Reds noch sind, vor dem FC Everton in der Tabelle zu landen. Sehr stark ausgeprägt dürften sie nicht sein, denn ansonsten hätte Liverpool in den letzten Wochen ja vielleicht mal besser und erfolgreicher spielen können. Für Liverpool steht nur ein Sieg aus den letzten 11 Spielen auf dem Konto, verbunden mit vier Niederlagen in den letzten sechs Partien. Es winkt die schlechteste Saisonplatzierung in den letzten fünf Jahrzehnten. Personell Konsequenzen wird es aber sicherlich erst nach dem FA-Cup-Finale am 5. Mai geben. Bloß vorher keine Unruhe an der Anfield Road. Vergangenen Sonntag gab es eine weitere peinliche Heimniederlage gegen West Brom, immerhin zeigte Liverpool zuletzt mit dem 3:2 in Blackburn auswärts ansteigende Form. Norwich könnte mit einem Sieg punktemäßig mit Liverpool gleichziehen. Bei Liverpool fehlen lediglich Lucas und Charlie Adam. Norwich muss auf Marc Tierney verzichten. “Mad Marc” wurde in dieser Woche an der Leiste operiert.

FC Chelsea – Queens Park Rangers
Sonntag 14:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Michael Born

Die Queens Park Rangers sind schon eine komische Mannschaft. Vor eigenem Publikum spielen sie teilweise begeisternden Fußball und holen wichtige Siege, gegen Liverpool, Arsenal, Swansea und die Tottenham Hotspur letztes Wochenende. Nur dank der Heimstärke kämpfen die Hoops noch um den Klassenerhalt. Einen Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze gilt es zu verteidigen. Blöderweise tritt QPR jetzt wieder auswärts an. Zuletzt gab es Niederlagen bei Swansea und Manchester United – gepaart mit sehr mäßigen Leistungen. Der letzte Auswärtssieg datiert aus dem November letzten Jahres. Am Sonntagmittag reist QPR ein paar Kilometer südwestlich an die Stamford Bridge. Ein echtes Derby steht uns bevor. Chelsea kommt mit dem Finaleinzug in der Champions League im Gepäck in das Saisonfinale. Die beiden Spiele gegen Barcelona haben viel Kraft gekostet. Aber eigentlich sind Ausrutscher in der Liga verboten. Sonntag QPR, Mittwoch Newcastle zuhause. Dann folgt das FA-Cup-Finale, bevor es am 8. Mai zum FC Liverpool geht. Vier Spiele in neun Tagen für einen Kader, der teilweise durch Verletzungen und Sperren ein wenig auf dem Zahnfleisch geht. In der Liga zeigten die Blues zuletzt eher uninspirierte Leistungen. Knapper Sieg gegen Wigan, Remis bei Fulham und Arsenal. Man tritt auf der Stelle. QPR könnte also ein dankbarer Gegner sein um vielleicht das letzte Wörtchen in Sachen Qualifikation für die Champions League mitzureden, wobei Chelsea diese Saison noch kein einziges London-Derby gewonnen hat. Nicht nur sportlich ist das Derby von Bedeutung. Seit dem Hinspiel hat dieses Duell eine weitere negative Komponente bekommen. Angeblich soll John Terry Anton Ferdinand rassistisch beleidigt haben. Die Gerichtsverhandlung startet am 9. Juli. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, hat die FA angeordnet, dass es keinen Handschlag zwischen den Spielern vor Anpfiff geben wird.

Tottenham Hotspur – Blackburn Rovers
Sonntag 16:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Wir kommen so ganz langsam in die Phase, in der die Tottenham Hotspur ein wenig nervös werden. Trainer Harry Redknapp hat nach den diversen Niederlagen in den letzten Wochen stets beteuert, dass sein Team sich für die Champions League qualifizieren werde. So rosig ist die Ausgangslage mit sechs Punkten Rückstand auf Arsenal respektive drei auf Newcastle bei einem Spiel weniger nicht. Tottenham befindet sich in einem ziemlich besorgniserregenden Negativstrudel. Nur eines der letzten neun Spiele wurde gewonnen, zuletzt gab es zwei Niederlagen gegen Norwich und die Queens Park Rangers. Das ist schon bitter. Mittlerweile haben die Spurs auch nur noch einen Punkt Vorsprung auf Chelsea auf Platz sechs. Die Kritik an Harry Redknapp wächst intern und ist jetzt an die große Öffentlichkeit gedrungen. Vedran Corluka, ehemals Spurs, jetzt bei Bayer Leverkusen, hat wohl einen kleinen Hinweis aus dem Spurs-Kader bekommen, er solle doch mal den Trainer kritisieren. Der Daily Mirror zitiert Corluka mit den Vorwürfen an den Trainer: Redknapp rotiere zu wenig, lasse trotz des großen Kaders immer dieselbe Elf spielen, was zu Müdigkeit bei den Spielern führt. Die Spurs-Fans können nur hoffen, dass ihre Spieler nach einer Woche Pause ausgeruht und fit gegen die Blackburn Rovers auftreten. Die Gäste mit drei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer müssen eigentlich an der White Hart Lane gewinnen. Immerhin gab es nach zuletzt fünf Niederlagen am Stück wieder einen Sieg für Blackburn, 2:0 gegen Norwich. Bei den Spurs ist Ledley King einsatzbereit und wird sich wohl um Blackburns einzige Spitze Yakubu kümmern.

Manchester City – Manchester United
Montag 20:45 Uhr live, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Marco Hagemann

Da haben die Spielplangestalter der Premier League wieder ein ganz glückliches Händchen gehabt. Das womöglich entscheidene Spiele um die Meisterschaft zur besten Sendezeit am Montagabend. Wobei es eigentlich nur eine Entscheidung gibt, wenn United im Etihad Stadium gewinnt. Dann wären es sechs Punkte Vorsprung bei noch zwei ausstehenden Spielen. Sollte City gewinnen, würden die Citizens dank der besseren Tordifferenz vorübergehend die Tabellenführung erklimmen. Aber das Restprogramm für City ist erheblich schwieriger: In Newcastle und gegen QPR zuhause. United empfängt Swansea und reist zum AFC Sunderland. Aber der psychologische Vorteil wäre erstmal bei City. Wobei: Man hat schon einmal einen Vorsprung verspielt. United gefällt sich in der Rolle als Jäger. So oder so ist es aber ein absolutes Highlight dieser Saison. Ganz unterschiedlich die Herangehensweise der beiden Trainer: Sir Alex Ferguson betont immer wieder die Wichtigkeit und den Stellenwert dieses Spiels, während Roberto Mancini die Erwartungen ein wenig dämpfen will. Noch hat sich der Italiener ja auch nicht dazu durchringen können zu sagen, dass City noch Chancen auf den Titel hat. Es ist ein Hochsicherheitsspiel, die Polizei ist in Alarmbereitschaft gesetzt und hat diverse Sicherheitsmaßnahmen frühzeitig ergriffen.
Sportlich trifft das beste Heimteam der Liga (noch keine Niederlage und schon 16 Siege) auf die beste Auswärtsmannschaft der Premier League (nur zwei Niederlagen, in Wigan und Newcastle). Kein Team der Liga hat vor eigenem Publikum mehr Tore erzielt als City, keine Mannschaft hat auswärts weniger Treffer kassiert als Man Utd. Mancini hat unter der Woche Rückendeckung von den Besitzern bekommen und überlegt Mario Balotelli wieder in den Kader zu berufen. Dessen Sperre ist abgelaufen. Micah Richards ist bei City ebenfalls wieder fit. Bei United ist Jonny Evans fraglich. Der Verteidiger hat die ganze Woche nicht trainieren können. United offenbarte beim 4:4 gegen Everton eklatante Defensivschwächen. Gegen die Offensivwelle von City wäre das fahrlässig.
Sir Alex Ferguson hat vor dem Derby erstaunlich versöhnliche Worte gefunden. Zu Beginn der Saison bezeichnete er City noch als “small club”, der die ganze Zeit nur redet, redet und redet. “Die haben den ganzen Tag das Radio an”, so Sir Alex. Jetzt hat Sir Alex City erstmals als direkten Konkurrenten für United nicht nur in dieser Saison, sondern auch zukünftig ausgemacht. Nicht mehr Liverpool oder Arsenal. Sondern Manchester City. Das sollte Ehre genug sein.

Mehr zum Manchester Derby im Laufe des Wochenendes. Euch ein schönes. Bis dahin.

Premier League 2011/2012 Preview #35 – Unruhe im Villa Park und Ewood Park

Für die meisten Teams stehen noch vier Spiele auf dem Programm. Wir schreiben den 35. Spieltag der Premier League Saison 2011/2012. Und so richtig viel entschieden ist mit Ausnahme des wahrscheinlichen Abstiegs der Wolverhampton Wanderers noch nichts. Also noch viel Spannung für die letzten Wochen.

Formalkram zu Beginn. Die Partie zwischen dem FC Chelsea und dem FC Liverpool, angesetzt für Samstag 5. Mai um 13:45 Uhr, ist verschoben worden, weil beide Teams an diesem Tag im Finale des FA-Cup gegeneinander spielen. Neuer Termin ist Dienstag 8. Mai um 21:00 Uhr. Sky überträgt ab 20:55 Uhr auf Sky Sport 1 und Sky Sport HD1.

Viele interessante Spiele an diesem 35. Spieltag. Das Highlight gleich zu Beginn am Samstagmittag. Und ganz viel Augenmerk auf Aston Villa und Blackburn. Mehr Drama im und außerhalb der Vereine im Abstiegskampf geht eigentlich nicht.

FC Arsenal – FC Chelsea
Samstag 13:30 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Sven Schröter

Eigentlich hätte der FC Arsenam am Montagabend gegen Wigan schon eine Vorentscheidung im Kampf um den dritten Platz erreichen können. Doch die Chance wurde mit dem 1:2 und einer vor allem in der zweiten Halbzeit sehr unstrukturierten und hastig wirkenden Leistung verpasst. Nun muss also ein Sieg gegen den FC Chelsea folgen, ein direkter Konkurrent trotz der sieben Punkte Rückstand, die Blues haben aber auch ein Spiel weniger absolviert. Die Niederlage von Arsenal hatte noch einen weiteren bitteren Beigeschmack. Mikel Arteta verletzte sich so schwer am Knöchel, dass er diese Saison nicht mehr spielen kann. Der Spanier fällt acht Wochen aus, muss aber entgegen der ersten Befürchtungen des Vereins nicht operiert werden. Somit stellt sich das Mittelfeld am Samstag fast schon von selbst auf. Ramsey wird Arteta ersetzen, Benayoun ist wegen seiner Leihe von Chelsea zu Arsenal nicht spielberechtigt und könnte entweder von Gernvinho oder Oxlade-Chamberlain ersetzt werden. Gute Nachricht: Koscielny ist nach seiner 10. gelben Karte und den zwei Spielen Sperre zurück neben Vermaelen in der Innenverteidigung. Abou Diaby ist ebenfalls zurück im Kader, reicht aber vorerst nur für die Bank. Hinten links wird wohl wieder Santos spielen. Arsenal hat seit Mitte Februar nur zwei Spiele in der Liga verloren, gegen die vermeintlich kleinen Wigan und QPR. Insbesondere die Topspiele konnten gewonnen werden. Das sollte positiv stimmen, ebenso wie die Forderung von Wenger, dass sein Team nach der Niederlage gegen Wigan eine Reaktion zeigen müsse.
Auf der anderen Seite der FC Chelsea, die einmal die 15 Kilometer durch London in den Nordosten reisen, zwischen den beiden Champions League Partien gegen Barcelona. Das 1:0 am Mittwoch an der Bridge hat sicherlich Selbstvertrauen gebracht, aber ebenso viel Kraft gekostet. Und sind die Gedanken vielleicht schon im Nou Camp beim Rückspiel? Eine Niederlage kann sich Chelsea eigentlich nicht leisten. Mit dem derzeitigen sechsten Platz würde es nächste Saison keinen Champions League geben, durch das FA-Cup Finale hat man immerhin die Europa League erreicht. Aber selbst das ist für den teuren Kader mit den vielen Superstars eigentlich zu wenig. Spannende, interessante Wochen für die Blues – und Dienstag könnten sie mit komplett leeren Händen dastehen. Trainer Roberto di Matteo hat schon angekündigt, dass er sein Team kräftig durchrotieren wird. Michael Essien, Florent Malouda und Fernando Torres winkt ein Startplatz. Branislav Ivanovic fehlt gesperrt, David Luiz ist verletzt.
Arsenal hat 12 der letzten 16 Heimspiele gewonnen, Chelsea konnte aber drei der letzten sechs Spiele im Emirates gewinnen. In der Hinserie gab es das spektakuläre 5:3 der Gunners an der Bridge. Hattrick von van Persie, der seitdem ein wenig das Toreschießen hat schleifen lassen. Aus Sicht der Arsenal-Fans wäre das Spiel ein guter Startpunkt da wieder mit anzufangen. Ganz wichtiges Spiel für beide Teams. Da war in den letzten Jahren immer viel Action und Spannung dabei. Freuen wir uns drauf.

Newcastle United – Stoke City
Samstag 16:00 Uhr

Die Partie im Emirates Stadium dürfte auch von großer Bedeutung für Newcastle United sein. Die Magpies liegen derzeit zwei Zähler vor Chelsea, fünf hinter Arsenal und punktgleich mit Tottenham auf dem vierten Platz. Mit einem Sieg gegen die Potters kann Newcastle also vor allem die Spurs unter Druck setzen. Newcastle will mit zuletzt fünf Siegen in Folge in der Erfolgsspur bleiben. Cheikh Tiote ist bei Newcastle wieder fit und ein Kandidat fürs Mittelfeld, dafür könnte James Perch wieder auf der Bank Platz nehmen. Ansonsten wenig Personalsorgen bei den Gastgebern, vorne wieder das glänzende Offensivtrio mit Demba Ba, Cissé und Ben Arfa. Mit Stoke City kommt keine übergroße Hürde in den St. James’ Park. Die Potters haben mit 11 Treffern die wenigsten Auswärtstore der Liga erzielt. Stoke gewann aus den letzten sieben Ligaspielen nur zwei Partien, gegen Norwich und die Wolves. Gegen Teams aus den Top Fünf gab es in dieser Saison noch keinen Sieg.

FC Fulham – Wigan Athletic
Samstag 16:00 Uhr

Für Wigan Athletic muss man sich in diesen Tagen einfach freuen. Trotz der sportlichen Misere am Trainer festgehalten, permanente Unterstützung durch den Besitzer an Trainerstab und Spieler bekommen. Und jetzt in der entscheidenen Saisonsphase Manchester United geschlagen und beim FC Arsenal gewonnen. Als vorläufiges Ergebnis stehen jetzt fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Vor zehn Spieltagen waren die Latics noch abgeschlagen Tabellenletzter. Jetzt geht es zum FC Fulham, die sich zuletzt in guter Form zeigten und sieben Punkte aus den letzten drei Spielen holten.

Blackburn Rovers – Norwich City
Samstag 16:00 Uhr

Auch bei den Blackburn Rovers gibt es derzeit neben dem Platz noch mehr offene Baustellen als auf dem Platz, was eine bedrohliche Entwicklung darstellt. Blackburn liegt drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt. Nachdem im März aus drei Spielen immerhin sieben Punkte geholt wurden, sind die letzten fünf Spiele verloren worden, drei Mal blieben die Rovers ohne eigenen Torerfolg. Und was macht man in einer solchen Situation? Gewöhnlich noch näher zusammenrücken und hinter den Verein und das Team stellen. Nur nicht in Blackburn. Vor dem Heimspiel gegen Norwich sind wieder umfangreiche Protestmärsche der Fans geplant. Trainer Kean zeigt sich davon immer noch beeindruckt – was soll er auch machen – und offeriert in Pressegesprächen immer wieder die Verletztenmisere als Hauptgrund für die dramatische sportliche Lage. Am letzten Wochenende gab es zudem Unruhe um Verteidiger Gael Givet, der angeblich sich geweigert hatte aufgestellt zu werden, nachdem er seit Februar von Kean nicht mehr berücksichtigt wurde. Mittlerweile scheint klar, dass es eine gemeinsame Entscheidung in Absprache mit dem Trainer war. Zu allem Überfluss formiert sich hinter den Kulissen jetzt stärkerer Widerstand gegen die indischen Besitzer Venky’s. Der Blackburn Rovers Supporters Investment Trust (BRSIT) hat angekündigt, für eine Übernahme des Vereins von der indischen Unternehmensgruppe zu werben. Mit Norwich City kommt kein leichter Gegner. Bei den Spurs haben sie gezeigt, dass sie auswärts taktisch wie spielerisch hervorragend aufgestellt sind. Außerdem wollen die Canaries die Schmach der 1:6-Niederlage gegen City vergessen machen, müssen dabei aber auf die Verteidiger Marc Tierney und Daniel Ayala verzichten, die beide verletzungsbedingt diese Saison nicht mehr spielen.

Bolton Wanderers – Swansea City
Samstag 16:00 Uhr

Die Gäste aus Wales sind nach ihrem Sieg gegen Blackburn endgültig gerettet und spielen auch nächste Saison in der Premier League. Die große Frage ist nur, ob Trainer Rodgers weiter in Swansea bleibt. Das klärt sich wohl im Sommer. Gerettet sind die Bolton Wanderers bei weitem noch nicht. Zwei Punkte hinter QPR auf dem ersten Abstiegsplatz, allerdings auch zwei Spiele weniger als die Konkurrenz. Bolton zeigte in den letzten zwei Spielen eine enttäuschende Leistung, klare Niederlagen gegen Fulham und Newcastle. Gegen Swansea muss ein Sieg her. Swansea gewann zwei seiner letzten vier Auswärtsspiele. Die Swans müssen aber auf Verteidiger Alan Tate verzichten.

Aston Villa – AFC Sunderland
Samstag 16:00 Uhr

Noch benötigt Aston Villa Punkte für den Klassenerhalt. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Bolton Wanderers auf dem ersten Abstiegsplatz bei noch fünf Spielen für Villa, Bolton muss sogar noch sechs Mal antreten. Steigt Alex McLeish zum zweiten Mal in Folge mit einem Klub aus Birmingham ab? Es scheint unwahrscheinlich, Villa hat es selbst in der Hand. Blöderweise hat Villa seit Ende Januar in 13 Spielen nur zwei Siege feiern können. Die Nerven scheinen blank zu liegen im Verein. Sollte der Klassenerhalt geschafft werden, explodiert die Bombe dann erst nach der Saison. Mehrere Zeitungen aus Birmingham hatten in den letzten Tagen immer wieder berichtet, dass Trainer McLeish unzufrieden mit der Politik des Vereins ist. Er hat das wohl gemerkt intern geäußert. Die Abgänge von Stewart Downing und Ashley Young im letzten Sommer wurden nicht adäquat ersetzt. Villa spare zu sehr und vernachlässige die Qualität des Teams. Die Spieler sind unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung. Unklar, ob McLeish nächste Saison noch Trainer bleibt. Das sind nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen für den Abstiegskampf. Besiter Randy Lerner hat seit Jahren einen Sparkurs verordnet, viele Spieler verkauft. Wenig neue Spieler geholt. Das hatte bereits Martin O’Neill vor seinem Abgang bei Villa moniert. Scheinbar ist der Villa Park nicht mehr der gemütlichste Arbeitsplatz in der Premier League. Für Villa geht es jetzt gegen Sunderland. Die Black Cats warten seit Anfang Februar auf einen Auswärtssieg, damals bei Stoke City. Blöderweise hat Villa in dieser Saison in 16 Heimspielen erst vier Siege erreicht – die schlechteste Bilanz in der Premier League Geschichte des Vereins. Ciaran Clark ist wieder fit für Villa. Bei Sunderland fehlen wohl Lee Cattermole und John O’Shea. Das ist die Chance für Wayne Bridge auf der linken Seite.

Queens Park Rangers – Tottenham Hotspur
Samstag 18:25 Uhr, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Marcel Meinert

Das ist auch eine richtig spannende Ansetzung am Samstagabend. Die Queens Park Rangers kämpfen um den Klassenerhalt, während Tottenham den vierten Platz absichern möchte. Es geht also für beide Teams um sehr viel. Kommen wir zunächst zu den Spurs: Nur ein Sieg in den letzten acht Ligaspielen, am letzten Wochenende das peinliche Aus im Halbfinale des FA-Cup gegen Chelsea, als man in der Schlussphase völlig auseinanderbrach. Selbstvertrauen haben die Spurs sicherlich nicht. Die Diskussion um die Zukunft von Harry Redknapp – neuester Stand ist, dass sich die FA Redknapp gut als Trainer vorstellen könnte (was eine Aussage!) – scheint das Team zu belasten. Ledley King und William Gallas sind Kandidaten für die Bank, nachdem Younes Kaboul wieder in den Kader zurückkehrt. Scott Parker hat seine Oberschenkelzerrung auskuriert. Bleibt noch eine Frage für Harry Redknapp offen: Zwei Stürmer mit Saha und Adebayor oder nur ein Stürmer und Rafael van der Vaart ins offensive Mittelfeld? Die Queens Park Rangers dürften sich sicherlich freuen, dass sie wieder an der Loftus Road spielen. Auswärts bekommt QPR weiter kein Bein auf den Boden. Zuletzt eine 0:1-Niederlage bei West Brom. Vor eigenem Publikum gab es aber zuletzt Siege gegen Swansea, Arsenal und Liverpool. Und jetzt die Spurs? Djibril Cisse kehrt bei den Hoops nach seiner mehrwöchigen Sperre wieder ins Team zurück und wird gemeinsam mit Bobby Zamora stürmen. Heidar Helguson, Top-Stürmer von QPR, aber lange verletzt gewesen, bleibt nur die Bank.

Manchester United – FC Everton
Sonntag 13:25 Uhr(!), Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Markus Jestaedt

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Meisterschaftskampfs, wenn es denn noch einer ist. Aber vielleicht könnte es ja einer werden. United darf zu ungewohnter Zeit wegen Sicherheitsbedenken gegen den FC Everton vor heimischem Publikum vorlegen. Die Red Devils verloren nur eines ihrer letzten neun Spiele, bei Wigan, als viele Spieler wohl schon dachten, dass die Meisterschaft eingetütet ist. Zuletzt drückte United wieder aufs Gaspedal und besiegte Aston Villa mit 4:0. Die Ergebnisse strahlen klare Dominanz aus, doch soweit ist es nicht. United hatte in den letzten Wochen durchaus Glück mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. Dafür hat auch Ashley Young mit seinen zwei Schwalben gesorgt, die leider nicht als solche gesehen wurden. Sir Alex Ferguson hat mit Young gesprochen und ihm wohl deutlich gemacht, dass er ein solches Verhalten auf dem Platz nicht dulde. Ein richtiges Zeichen wäre es, Young vielleicht mal ein Spiel aussetzen zu lassen. Auch zu seinem eigenen Schutz, denn alle fokussieren sich auf ihn. Doch das plant Sir Alex nicht. Everton hat drei der letzten vier Ligaspiele gewonnen, scheiterte am letzten Wochenende unglücklich im FA-Cup. Die Toffees müssen auf ihren Linksverteidiger Leighton Baines verzichten.

Wolverhampton Wanderers – Manchester City
Sonntag 16:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD Extra live, Kommentar: Sascha Roos

Wenn Manchester City gegen die Wolves in den Ring steigt, könnte der Rückstand auf United schon wieder auf acht Punkte angewachsen sein. Übernächsten Montag gibt es dann das direkte Duell. City muss so oder so bei Wolverhampton gewinnen, egal wie United spielt. Andernfalls dürfte der Titelkampf nun wirklich entschieden sein. Die Reise ins Molineux sollte nun keine völlig unüberwindbare Hürde sein. Bei acht Punkten Rückstand und noch fünf Spielen ist Wolverhampton zwar noch nicht offiziell abgestiegen, aber große Hoffnung haben die wenigsten noch. Die Bilanz der letzten Wochen: acht sieglose Spiele, sieben Niederlagen und ein Remis. Und nun fällt auch noch Torhüter Wayne Hennessey mit Kreuzbandriss ein halbes Jahr aus. Der Waliser wurde am Mittwoch erfolgreich operiert. Nach den beiden Unentschieden gegen Stoke und Sunderland sowie der Niederlage bei Arsenal ist Manchester City zuletzt mit Siegen gegen West Brom und Norwich zurück in die Erfolgsspur gerückt, 10:1 Tore aus den letzten beiden Spielen. Wolverhampton könnte sich als weiterer Kandidat für einen Kantersieg erweisen. City zuletzt wieder mit einer deutlich besseren Einstellung. Ein besonderes Spiel ist für Juleon Lescott, der seine Karriere bei Wolverhampton begann.

FC Liverpool – West Bromwich Albion
Sonntag 17:00 Uhr

Die letzten Wochen haben ziemlich deutlich gezeigt, dass Liverpool die restliche Premier League Saison ziemlich egal ist. Die Reds haben noch das Finale im FA-Cup und könnten zwei Titel in dieser Saison holen. Für die Europa League ist man auch qualifiziert. Und trotzdem sind die Fans und das Umfeld des Vereins nicht wirklich zufrieden. Nur Platz acht in der Premier League, fast vierzig Punkte hinter Tabellenführer Manchester United. Das ist kein Gütesiegel. Der Direktor Fußball Damien Comolli hat den Verein verlassen. Es dürfte klar sein, dass auch Dalglish nicht länger Trainer bleibt nach der Saison. Nächste Saison wieder keine Champions League, die Pläne für ein neues Stadion auf Eis. Liverpool wird sparen müssen, während Teams aus London und Manchester weiter den Abstand zu den Reds vergrößern. West Brom ist ebenfalls völlig sorgenlos, was den Tabellenstand angeht. Die Baggies könnten mit einem Sieg sogar bis auf einen Punkt an Liverpool ranrücken. West Bromwich wartet seit Mitte Februar auf einen Auswärtssieg und Liverpool hat seit Ende Dezember nur ein Heimspiel an der Anfield Road gewonnen, im Lokalderby gegen Everton. Da ist die Rückkehr von ehemaligen Trainer Roy Hodgson an die Merseyside fast schon der interessanteste Aspekt dieses Spiels.

Schönes Wochenende!

Premier League 2011/2012 Preview #34 – Hartnäckigkeit

[Wieder in Teilen, der Rest wird nachgereicht]

Es sind noch fünf Spieltage in der Premier League Saison 2011/2012. Und mal wieder ist es kein kompletter Spieltag. Am Samstag und Sonntag finden in Wembley die Halbfinale im FA-Cup zwischen dem FC Everton und dem FC Liverpool beziehungsweise den Tottenham Hotspur und dem FC Chelsea statt. Von daher gibt es nur sechs Ligaspiele an diesem Wochenende. Die vier Begegnungen mit Beteiligung der Halbfinalisten werden am 1. und 2. Mai wiederholt, darunter mit Newcastle gegen Chelsea ein echtes Spitzenspiel.

Zu allererst aber ein paar Worte zu unserem geliebten Pay-TV-Sender Sky. Ich habe mich in letzter Zeit mit Kritik an Sky sehr zurückgehalten. Mir ist meine Zeit mittlerweile zu wertvoll, um sich über jedes Detail aufzuregen, was mir im Leben missfällt. Aber diese Woche wollte ich mich da eigentlich nicht ganz dran halten. Aber Sky ist mir zuvorgekommen. Sky wollte ursprünglich an diesem Wochenende nur zwei Live-Spiele zeigen und auf eine Übertragung des Monday Night Games zwischen dem FC Arsenal und Wigan Athletic verzichten. Sky will, das hat man vor der Saison kommuniziert, nur eine begrenzte Anzahl von Spielen zeigen. Also wollte man scheinbar auf die Partie am Montag verzichten, man will ja mit den Kosten vorhalten. Stattdessen plant Sky aber am 28.04. zum Beispiel Norwich gegen Liverpool und am 1. Mai Fulham-Liverpool zu zeigen. Zwei Spiele, von denen man jetzt schon weiß, dass sie völlig bedeutungs- und wertlos für die Abschlusstabelle der Premier League sind.

Ich hatte mehrfach via der diversen Social Media Kanäle darauf aufmerksam gemacht, dass die Spielauswahl doch völlig Quatsch sei und mit logischen Gründen überhaupt nicht zu erklären ist. Als Antwort bekam ich jedes Mal, dass man die Info weiterreiche. Über die Auswahl einzelner Spiele kann aber nicht diskutiert werden. Bis gestern Abend, als mir die SkySport-Redaktion per Tweet mitteilte, dass man das Spiel am Montag nun doch kurzfristig zeige. Danke Sky. Dann kann ich nach meinem 11-Stunden-Arbeitstag mich gemütlich aufs Sofa legen und Arsenal schauen. Hat sich meine Hartnäckigkeit ein klein wenig gelohnt.

Themenwechsel, wieder Sport. Meisterschaftsrennen in der Premier League wieder offen? Zumindest etwas mehr als Sonntagabend. Fünf Punkte Vorsprung für United vor City. Es gibt noch das direkte Duell, das City gewinnen muss. Und dann müssen die Citizens alle Spiele gewinnen und hoffen, dass United einmal verliert. Das sieht an diesem Wochenende eher nicht danach aus. Beide Teams mit Pflichtaufgaben. Blicken wir auf die Spiele des 34. Spieltages.

Norwich City – Manchester City
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Markus Gaupp

Bei Manchester City glauben allerdings die wenigsten noch an die Meisterschaft. Nach dem souveränen und dominanten 4:0 gegen West Brom sagte Trainer Mancini, dass er trotz der nur noch fünf Punkte Rückstand weiter nicht an die Meisterschaft glaubt. Und das klang auch ziemlich überzeugend. West Brom sollte auch kein Maßstab sein für Man City. Die Leistungen der letzten Wochen, insbesondere gegen den FC Arsenal, waren nicht unbedingt Anlass dafür große Hoffnungen auszulösen. Nun geht es für die Citizens zum Aufsteiger aus Norwich, der sich in seiner Rolle als gesicherter Mittelfeldkandidat in der Tabelle pudelwohl fühlt. Platz 10 ist das Resultat der tollen Leistung und des Sieges bei den Tottenham Hotspur. Norwich hat drei der letzten vier Spiele nicht verloren, darunter waren zwei Siege. Man City hat aus den letzten acht Spielen nur sechs Punkte geholt. Seit dem triumphalen Auswärtssieg bei Manchester United im Oktober 2011 gab es nur drei weitere Auswärtssiege. Keine Personalprobleme bei Norwich, nur die Langzeitverletzten James Vaughan und Verteidiger Daniel Ayala fehlen. Bei Man City kann Balotelli, sollte er überhaupt nochmal für die Citizens spielen, nicht mitwirken. Er sitzt das zweite Spiele seiner Sperre ab. Sein Tritt gegen Alex Song wurde von der FA nachträglich nicht mehr bestraft.

West Bromwich Albion – Queens Park Rangers
Samstag 16:00 Uhr

Seit Mitte März wechseln sich bei den Queens Park Rangers Sieg und Niederlage ab. Nach dem Heimsieg gegen Liverpool folgte die Niederlage in Sunderland. Nach dem Erfolg gegen Arsenal vor eigenem Publikum setzte es die Niederlage im Old Trafford. Und am Mittwoch bezwang QPR Mitaufsteiger Swansea mit 3:0. Sie wissen jetzt sicherlich, wie die Partie bei West Brom enden wird. Auswärts bekommt QPR einfach keinen Erfolg zustande, seit November warten die Hoops auf einen Sieg. Durch die Heimsiege hat man sich immerhin auf den 16. Tabellenplatz vorgearbeitet, zwei Punkte von den Abstiegsplätzen entfernt. Die Baggies müssen trotz der deutlichen Niederlage bei Man City keine Abstiegssorgen mehr haben – und das trotz nur eines Sieges in den letzten sechs Spielen. Der aber vor eigenem Publikum gegen Blackburn. West Brom wieder mit Marc-Antoine Fortune, Chris Brunt ist fraglich. Bei QPR ist Shaun Darry nach Sperre zurück, Djibril Cisse fehlt weiter gesperrt.

Swansea City – Blackburn Rovers
Samstag 16:00 Uhr

Was haben beide Mannschaften gemeinsam? Sie haben die letzten vier Spiele verloren. Was bei Swansea nicht ganz so dramatisch ist, weil der Aufsteiger fernab jeder Abstiegssorgen ist. Ganz anders, die dadurch auf den vorletzten Tabellenplatz gerückt sind. Die Kritik an Trainer Steve Kean nimmt wieder zu. Proteste können die Fans der Rovers ja schon. Dann gab es zu Beginn des Jahres einen kleinen sportlichen Aufschwung, die Anhänger hielten sich zurück. Jetzt sind wieder Aktionen geplant. Ob das dem Team und dem Umfeld hilft? Beide Teams ohne Personalsorgen.

AFC Sunderland – Wolverhampton Wanderers
Samstag 16:00 Uhr

Terry Connor, der Trainer der Wolverhampton Wanderers, versucht sich mittlerweile nur noch in Durchhalteparolen. Sein Team könne absteigen, aber noch sei nichts entschieden. Man werde bis zum Ende kämpfen. Mangelnden Einsatz kann man der Mannschaft wahrlich nicht vorwerfen – das hat auch die 0:3-Niederlage gegen Arsenal gezeigt. Nur stimmen die Ergebnisse einfach nicht. Es sind neun Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz bei noch fünf Spielen. Das wäre schon The Greatest Escape der Premier League Historie. Und das Restprogramm hat es in sich. Nach der Begegnung in Sunderland geht es gegen Man City, zu Swansea und dann gegen Everton. Ich sehe da wenig Punkte für die Wolves. Sunderland hat in der Liga zuletzt Anfang Februar gegen Arsenal verloren. Die Black Cats wollen Wiedergutmachung für ein enttäuschendes 0:4 bei Everton. Da Wigan erst Montag spielt, können die Wolves am Wochenende noch nicht absteigen.

Manchester United – Aston Villa
Sonntag 16:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Andreas Renner

Während Man City trotz des Sieges in Norwich weiter nicht vom Titel reden will, hat United-Trainer Sir Alex Ferguson am Freitag noch mal betont, dass United noch kein englischer Meister sei und die Meisterschaft auch noch nicht entschieden sei. United will die Niederlage gegen Wigan vergessen machen und weiter als Favorit in den Saisonendspurt gehen. Villa hat aber nur vier Saisonspiele auswärts verloren. Bei den Red Devils wieder Paul Scholes dabei.

FC Arsenal – Wigan Athletic
Montag 20:55 Uhr live, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Sascha Roos

Premier League 2011/2012 Preview #33 – It’s all over now

Bevor es am nächsten Wochenende wieder nur ein reduziertes Ligaprogramm gibt, da parallel die Halbfinalspiele im FA-Cup stattfinden, absolviert die Premier League vom Bank Holiday Monday bis Mittwoch nochmal einen kompletten Spieltag. Einige Teams müssen nach ihrem Spiel am Samstag also gleich wieder Montag an die Arbeit. Nächstes Wochenende finden dann nur sechs Spiele statt, die vier ausgefallenen werden am 1. und 2. Mai nachgeholt.

Ein kompakter Blick auf die Spiele des 33. Spieltags, wieder in Teilen und ergänzt, wenn alle Partien am Sonntag absolviert sind. Fazit des letzten Spieltages: Das Meisterschaftsrennen dürfte entschieden sein.

Tottenham Hotspur – Norwich City
Montag 15:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Sven Schröter

Punktverlust für die Spurs am Karsamstag. Bei Sunderland reichte es nur zu einem 0:0. Mehr schien auch nicht drin gewesen zu sein. Ich habe mir die 90 Minuten angeschaut. Es war ein stets zerfahrenes Spiel mit vielen Fehlpässen, gerade im Aufbauspiel. Sunderland machte zu wenig aus seinen Standards, Tottenham versuchte es viel zu häufig durch die Mitte, wo die Black Cats gut verteidigten. Da die Konkurrenz gepunktet hat, muss für Tottenham im Spiel gegen Norwich jetzt ein Sieg her im Kampf um Platz 3. Die Tendenz der letzten zwei Spiele geht bei den Spurs klar nach oben, erst zum zweiten Mal seit Mitte Februar gab es kein Gegentreffer. Norwich holte sich ein verdientes 2:2 gegen Everton und steht jetzt bei 41 Punkten, sechs Spieltage vor Saisonende. Eine großartige Leistung des Aufsteigers, entsprechen zufrieden war auch Trainer Paul Lambert. The Canaries können also ganz befreit an die White Hart Lane reisen.

Newcastle United – Bolton Wanderers
Montag 16:00 Uhr

Die Magpies schwimmen weiter auf der Welle des Erfolgs. Das 2:0 in Swansea war der vierte Sieg in Folge, man liegt in Reichweite der Champions League Qualifikation. Weiter großen Anteil an der Siegesserie hat Papiss Demba Cisse, der mit seinem Doppelpack gegen die Swans seinen neunten Treffer im achten Spiel für Newcastle erzielte. Insbesondere das 2:0 war eines der technisch brilliantesten Tore, das ich in den letzten Jahren gesehen habe, aus dem Fußgelenk ins lange Eck gelupft. Bolton verpasste den Befreiungsschlag im Heimspiel gegen Fulham. Gerade gegen eines der auswärtsschwächsten Teams der Liga kassierten die Wanderers drei Tore und befinden sich weiter in höchster Abstiegsgefahr. Und mit Punkten gegen Newcastle würde ich derzeit nicht rechnen.

Außerdem am Montagnachmittag um 16:00 Uhr: FC Everton – FC Sunderland

Aston Villa – Stoke City
Montag 18:30 Uhr

Da hat der Appell des Besitzers ja doch einen kleinen positiven Einfluss gehabt. Villa holte ein 1:1 beim FC Liverpool. Mit einem Sieg gegen Stoke könnte jetzt ein großer Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht werden. Aber Vorsicht vor den Potters. Stoke gewann gegen die Wolves nach Rückstand mit 2:1, Siegtreffer durch Peter Crouch. Stoke hat Anschluss an die obere Tabellenhälfte gefunden und liegt nur drei Zähler hinter Platz 7. Allerdings wartet man seit Anfang Januar auf drei Punkte in der Fremde, zeigte zuletzt aber ansprechende Leistungen auswärts, so unter anderem beim 1:1 bei Tottenham und beim 0:1 an der Stamford Bridge.

FC Fulham – FC Chelsea
Montag 20:55 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Gaupp

Und das Stadion des FC Chelsea ist ein gutes Stichwort, denn die Blues spazieren am Montagabend zum Derby im Südwesten Londons zum FC Fulham. Nur gut vier Kilometer liegen zwischen beiden Spielstätten. Die Fans der Blues können zu Fuß die Fulham Road in den Stadtteil Fulham nehmen. Einmal rechts, einmal links, einmal rechts, und dann ist das Cravan Cottage an der Themse erreicht. In der Tabelle ist der Unterschied fünf Plätze. Chelsea will im Kampf um die Champions League Plätze dranbleiben, Fulham nicht aus der oberen Tabellenhälfte rutschen. Beide Teams haben Ostern mit einem Erfolgserlebnis begonnen. Fulham gewann überraschend mit 3:0 in Bolton, Chelsea mühte sich zu einem 2:1 gegen Wigan, beiden Toren gingen klare Abseitsstellungen voraus. Der Siegtreffer fiel durch Mata in der Nachspielzeit. Souverän ist anders. Fulham hat diese Saison von 16 Heimspielen nur vier verloren, drei der letzten vier Heimspiele wurden gewonnen. Chelsea gewann nur eines der letzten sechs Auswärtsspiele, letztes Wochenende bei Aston Villa.

Blackburn Rovers – FC Liverpool
Dienstag 20:55 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Toni Tomic

Wenn es eine Szene benötigte, um die Saison des FC Liverpool zusammenzufassen, kann man exemplarisch die 45. Minute in der ersten Hälfte beim Spiel gegen Aston Villa nehmen. Die Reds liegen 0:1 zurück. Suarez flankt von der linken Seite, Gerrard mit einer leicht verunglückten Volleyabnahme direkt auf Kuyt, der am langen Pfosten völlig freisteht – und aus drei Metern den Ball über das Tor schoss. Definitiv ein Kandidat für den Fehlschuss der Saison. Das Tor wäre einfacher gewesen. Letzlich kam Liverpool noch zu einem 1:1 trotz enttäuschender Leistung. Die Reds liegen 15 Punkte hinter den Champions League Plätzen. Liverpool gewann seit Anfang Februar nur ein Ligaspiel. Entsprechend rat- und tatlos wirkt Trainer Dalglish. Vielleicht klappt es ja mit einem Sieg beim Abstiegskandidaten Blackburn. Die Rovers verloren ihr drittes Spiel in Folge, bei West Brom mit 0:3. Die Baggies kamen zum ersten Sieg in fünf Spielen. In den letzten Wochen hat sich der FC Liverpool als dankbarer Aufbaugegner gezeigt. So einen bräuchte Blackburn um die Abstiegsplätze zu verlassen. Und wenn die Reds noch ein wenig Anstand haben, gewinnen sie mal wieder souverän. Liverpool weiter ohne Reina, aber Doni machte nach leicht nervösem Beginn eine ordentliche Partie.

Wolverhampton Wanderers – FC Arsenal
Mittwoch 20:45 Uhr

Die Wolves und Wigan sind die nächsten Gegner des FC Arsenal. Wenn man im Kampf um den dritten Platz weiter in der Favoritenrolle bleiben möchte, sollten mindestens vier Punkte aus diesen beiden Spielen geholt werden. Mittwochabend geht es zunächst nach Wolverhampton, die ihre allerletzte Chance haben, doch noch ein Wort im Kampf um den Klassenerhalt mitzureden. Sollten die Gastgeber nicht gewinnen, dürfte es das mit Premier League Fußball gewesen. Das dürfte Arsenal entgegenkommen. Nur eine Niederlage in den letzten acht Spielen, eine kämpferisch überzeugende Leistung beim 1:0 gegen Man City. Arsene Wenger wird definitiv umstellen müssen, da Koscielny mit seiner zehnten gelben Karte die nächsten beiden Partien gesperrt fehlt. Ob Gervinho mit seiner leichten Knöchelverletzung wieder fit ist am Mittwoch, bleibt ebenso abzuwarten, wie die Wahl für die linke Mittelfeldseite. Benayoun spielte auf links sehr gut, Ramsey wirkt da weiter fehlplatziert. Die Wolves verloren die letzten sechs Spiele und kassierten 19 Tore. Das darf eigentlich kein Stolperstein für die Gunners werden.

Wigan Athletic – Manchester United
Mittwoch 20:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Marcel Meinert

Ganz heimlich still und leise öffnete sich Sir Alex Ferguson am Sonntagabend gegen 18:45 Uhr eine Flasche Rotwein, als Mikel Arteta den Siegtreffer für Arsenal erzielte. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, hat Man Utd einen weiteren Titel eingetütet, die 20. Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Der Rest der Spielzeit wird also eine Mischung aus Schaulaufen und Genießen. Da steht für Wigan viel mehr auf dem Spiel. Am Mittwoch geht es gegen Man Utd, Montagabend dann zum FC Arsenal. Und die Latics brauchen Punkte, haben die schlechteste Tordifferenz aller Abstiegskandidaten. Aber ob United den Gefallen tut, einen Ganz zurückzuschalten? Momentan passt bei den Red Devils alles, inklusive positiver Schiedsrichterentscheidungen. Etwas, das das Team von Roberto Martinez beim 1:2 gegen Chelsea nicht erfuhr. Von der Leistung stimmt es aber in Wigan, blöd nur, dass die Gegner einfach eine Nummer zu groß sind. Kommt die Aufholjagd zu spät?

Manchester City – West Bromwich Albion
Mittwoch 20:45 Uhr

Das dürfte ein freundlicher Empfang in Eastlands werden. City mit nun mehr acht Punkten Rückstand auf Stadtrivale United. Es gibt zwar noch das direkte Duell, aber die Meisterschaft ist praktisch entschieden. Zumal City im wichtigen Spiel bei Arsenal nicht wie ein Titelkandidat auftrat. Selten habe ich eine Mannschaft so passiv gesehen, die eigentlich gewinnen musste. War man da von der eigenen Stärke nicht überzeugt? City hat noch 10 Punkte Vorsprung auf den dritten Platz. Das sollte also eingetütet sein. Da kann man sich also mit all den Nebenschauplätzen von Balotelli über den Trainer bis zur negativen Außendarstellung in den letzten Wochen beschäftigen. Für West Brom ist der Klassenerhalt nach dem souveränen 3:0 gegen Blackburn ebenfalls eingetütet. Ein Spiel, in dem es um eigentlich nichts mehr geht. Selbst schuld, City.

Queens Park Rangers – Swansea City
Mittwoch 21:00 Uhr

Zum Abschluss des 33. Spieltages das direkte Duell der Aufsteiger und für zumindest eines der beiden Teams noch so wichtig, dass das britische Pay-TV sich diese Partie für die Übertragung ausgesucht hat. Es sind zwei unterschiedliche Welten bei den Aufsteigern. Swansea ist trotz dreier Niederlagen in Folge, darunter aber gegen Newcastle und Tottenham, fast gerettet, braucht zur Sicherheit vielleicht noch einen Sieg. Das sollte klappen. Ganz anders QPR, das den Schwung nach dem Sieg gegen Arsenal nicht mitnehmen konnte und bei Man Utd mit 0:2 verlor, allerdings ziemlich unglücklich, wenn man nach 10 Minuten einen zweifelhaften Elfmeter inklusive eigenen Platzverweis kassiert. Wenn QPR an die couragierte und engagierte Leistung gegen Arsenal anknüpft, könnte es klappen, den Abstand zu den Abstiegsplätzen zu vergrößern.

Premier League 2011/2012 Preview #32 – “Ihr dürft nicht absteigen!”

Die Premier League absolviert über die Osterfeiertage zwei komplette Spieltage. Daher kann, wer will, vom morgigen Karfreitag bis kommenden Mittwoch täglich Fußball aus der Premier League geschaut werden. Es gibt schlimmere Umstände. Zunächst steht der 32. Spieltag auf dem Programm. Ich reiche eine Vorschau auf den 33. Spieltag (Ostermontag bis Mittwoch) im Laufe des Wochenendes nach. Außerdem gibt es auch diese Vorschau zunächst nur in Teilen, da ich eine vollgepackte Arbeitswoche hatte und vor Freitagnachmittag nicht zum Schreiben des Eintrags komme.

Aber einen Blick auf die Partie am Freitag gibt es schon mal. Der Freitag und Samstag steht ganz im Zeichen des Kampfes um die Europapokalplätze und für den Klassenerhalt. Im Meisterschaftskampf wird es erst am Sonntag spannend. Und viele Experten haben diese Woche bereits prognostiziert, dass es das letzte Mal spannend werden könnte. Manchester United hat eine Pflichtaufgabe mit den Queens Park Rangers, während Man City zum FC Arsenal reisen muss.

Swansea City – Newcastle United
Freitag 17:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 1 live, Kommentar: Marcel Meinert

Während für Swansea City die Saison eigentlich gelaufen ist, kämpft Newcastle United noch um die Europapokalplätze. Nach dem etwas mühsamen Sieg am Sonntag gegen den FC Liverpool – es war der dritte Sieg in Folge für Newcastle – haben die Magpies gerade mal fünf Punkte Rückstand auf den FC Arsenal auf dem dritten Platz. Nun folgt allerdings der schwere Gang ins Liberty Stadium. Swansea hat erst drei Heimspiele in dieser Saison verloren, gegen Everton zuletzt vor zwei Wochen, zuvor noch Norwich und Manchester United. Also nicht unbedingt Teams, mit denen man gerechnet hätte. Arsenal, Man City, Chelsea und Tottenham konnten bei dem Team aus Wales nicht gewinnen. Drei Punkte für das Team von Alan Pardew wären also ein weiterer großer Schritt Richtung Europa League. Denn das ist bisher immer noch das erklärte Saisonziel von Newcastle. Champions League nehmen die wenigsten in den Mund. Dabei schaut das Programm der nächsten Wochen eher einfach aus. Nach dem Trip zu Swansea gibt es zwei Heimspiele gegen Bolton und Stoke. Für das Spiel am Freitag kann Swansea wieder auf Innenverteidiger Steven Caulker zurückgreifen, der gegen Tottenham nicht spielberechtigt war. Nathan Dyer könnte nach seinem Kurzeinsatz gegen die Spurs wieder in die Startelf rücken. Bei Newcastle werden weiterhin Davide Santon und Jonas Gutierrez die linke Seite bilden, Gutierrez rückt ins Mittelfeld vor. Der Einsatz von Danny Guthrie ist fraglich. Newcastle hat gegen die Aufsteiger auswärts noch nicht geglänzt, Niederlage in Norwich, Remis bei QPR. Kann das Traumtrio in der Elf von Newcastle mit Cisse, Ba und Ben Arfa wieder zurückschlagen oder schlägt Gylfi Sigurdsson (sechs Tore in den letzen acht Spielen) für Swansea zu?

AFC Sunderland – Tottenham Hotspur
Samstag 13:40 Uhr, Sky Sport 1 live, Kommentar: Toni Tomic

Die Black Cats scheinen sich in der Rolle des Spielverderbers recht wohl zu fühlen. Folgt nach dem 3:3 bei Man City der nächste Streich? Zu Gast im Stadium of Light sind die Tottenham Hotspur, die an diesem Spieltag im Kampf um den dritten Platz vorlegen dürfen. Aufpassen muss nur Harry Redknapp, dass seine Euphorie und die Jubelstürme nach dem 3:1 gegen Swansea und Arsenals Niederlage bei QPR nicht schon wieder verblassen. Denn die Spurs haben die letzten sechs Auswärtsspiele nicht gewonnen, drei Remis und drei Niederlagen stehen zu Buche. Demgegenüber hat Sunderland unter Trainer Martin O’Neill sechs ihrer acht Heimspiele gewonnen. Während bei den Spurs alle Spieler außer die Langzeitverletzten an Bord sind, muss Sunderland weiter auf John O’Shea, Wes Brown und Titus Bramble verzichten, der Einsatz von Stürmer Fraizer Campbell ist fraglich. Aber Sunderland hat ja vorne Niklas Bendtner, der mit weiteren Toren seinem Noch-Arbeitgeber FC Arsenal einen großen Gefallen tun könnte.

FC Chelsea – Wigan Athletic
Samstag 16:00 Uhr

Ganz interessantes Spiel auch an der Stamford Bridge, verbunden mit der Frage, welche Mannschaft am besten den Schwung aus den letzten Erfolgen mitnehmen kann. Chelsea qualifizierte sich gegen Benfica für das Halbfinale der Champions League und konnte letztes Wochenende bei Aston Villa zum ersten Mal seit Anfang Januar wieder auswärts gewinnen. Wigan feierte mit dem 2:0 gegen Stoke den zweiten Sieg in Folge und hat zur Konkurrenz um den Klassenerhalt aufgeschlossen. Die Blues wollen den sechsten Sieg im achten Aufeinandetreffen mit den Latics, die erstmals seit November 2005 drei Spiele in Folge gewinnen könnten. Bei den Hauptstädtern fehlt John Terry, Wigan muss weiter auf Stürmer Hugo Rodallega verzichten, soll aber Mitte April wieder spielen können.

Bolton Wanderers – FC Fulham
Samstag 16:00 Uhr

Ganz viel Abstiegskampf am Samstagnachmittag auch im Reebok Stadium. Bolton präsentiert sich derzeit in guter Form, steckt zwar weiter unten im Tabellenkeller, spielt derzeit aber bei weiten nicht wie ein zukünftiger Absteiger. Die letzten drei Ligaspiele wurden gewonnen, letztes Wochenende gab es einen imminent wichtigen 3:2-Sieg bei den Wolves durch zwei Tore in der Schlussphase. Fabrice Muamba befindet sich auf dem Weg der Besserung und kann bereits wieder Gehversuche unternehmen. Die Wanderers haben nach und nach die Schockstarre verlassen. Mit Fulham kommt jetzt eines der auswärtsschwächsten Teams der Liga mit den wenigsten geschossenen Toren in der Fremde. David N’Gog und Ivan Klasnic bilden auch am Samstag das Sturmduo, bei den Wanderers fehlt weiterhin Rechtsverteidiger Gretar Steinsson. Bei Fulham sind Pavel Pogrebnyak und Orlando Sa fraglich wegen Oberschenkelproblemen bzw. Knöchelbeschwerden. Beide sollen Samstag nochmal getestet werden.

West Bromwich Albion – Blackburn Rovers
Samstag 16:00 Uhr

Bevor für die Blackburn Rovers vier schwierige Partien anstehen – es geht gegen Liverpool, Swansea, Norwich und Tottenham – gibt es als Aufwärmprogramm eine Reise in The Hawthorns. Die Rovers stehen auf dem ersten Abstiegsplatz und müssen eigentlich bei den Baggies gewinnen angesichts des Restprogramms. West Brom wartet seit vier Spielen auf einen Sieg, Blackburn hat die letzten zwei Partien verloren und in der Saison überhaupt nur zweimal auswärts gewonnen. Beide Teams können wieder auf Stammkräfte zurückgreifen. Bei Blackburn hat Verteidiger Gael Givet seine Oberschenkelzerrung überstanden, bei West Brom ist Kapitän Chris Brunt nach seiner Mandelentzündung zumindest wieder so fit, dass er im Kader für die Partie steht.

FC Liverpool – Aston Villa
Samstag 16:00 Uhr

Man fragt sich, ob der FC Liverpool eigentlich noch tiefer sinken kann als in dieser Saison. Das Auswärtsspiel letztes Wochenende in Newcastle war Sinnbild für die erschreckende Form der Reds in den letzten Wochen. Defensiv anfällig, im Mittelfeld ohne Druck und Kreativität und im Sturm spielt Andy Carroll, der lieber gelb für eine Schwalbe kassiert statt ins leere Tor zu treffen. Zu allem Überfluss flog auch noch Torwart Pepe Reina wegen vermeintlicher Tätlichkeit vom Platz und wurde für drei Spiele gesperrt, Alexander Doni, ehemals AS Rom, ersetzt Reina am Wochenende im Tor. Man darf auf die Atmosphäre an der Anfield Road gespannt sein. Sechs der letzten sieben Spiele hat Liverpool verloren. Bevor es am nächsten Wochenende im FA-Cup gegen Everton geht, steht Dienstag die Reise zu den Blackburn Rovers auf dem Programm – eine lästige Nebenaufgabe, so scheint es. Spannend bleibt auch, wie Trainer Dalglish auf die Misere personell reagiert. Kuyt für Bellamy? Eine neue Chance für Henderson und Downing? Glen Johnson und Daniel Agger sind auf dem Weg der Besserung und könnten gegen Blackburn wieder spielen. Emotionale Wochen erlebt auch Aston Villa. Vergangenes Wochenende die traurige Diagonose der Leukämie-Erkrankung bei Stiliyan Petrov und die überwältigende Anteilnahme im Heimspiel gegen Chelsea. Sportlich läuft es weiter miserabel, nur ein Sieg in den letzten acht Spielen. Fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Villa-Besitzer Randy Lerner hat einen Appell an die Mannschaft gerichtet: Ihr dürft nicht absteigen!

Norwich City – FC Everton
Samstag 16:00 Uhr

Das große Highlight für die Fans des FC Everton kommt erst am nächsten Wochenende mit dem Halbfinale im FA-Cup. In der Liga können sie befreit aufspielen – und das lässt sich ja meistens ganz gut machen. Nur zwei Niederlagen – gegen Arsenal und Liverpool – in den letzten 11 Ligaspielen kassierten die Toffees. Den Stadtrivalen hat man in der Tabelle auch überholt. Norwich will mit drei Punkten wieder in die obere Tabellenhälfte gelangen, zuletzt gab es nur ein Sieg aus den letzten vier Spielen. Einen Schub könnte die Rückkehr des gesperrten Top-Stürmers Grant Holt bringen. Bei Everton könnte das Verletztentrio Seamus Coleman, Jack Rodwell und Royston Drenthe wieder im Kader stehen.

Stoke City – Wolverhampton Wanderers
Samstag 18:30 Uhr

Sind die Wolves schon abgestiegen oder gibt es noch eine Rettung, the great escape? Sechs Punkte Rückstand hat Wolverhampton und nun folgt das unbequeme Auswärtsspiel bei Stoke City. Acht der letzten zehn Ligaspiele wurden verloren. Momentan spricht wenig dafür, dass die Wolves den Turnaround schaffen. Vielleicht ist die Hoffnung am Samstagabend schon vorbei. Wobei Stoke City in den letzten Wochen auch nicht glänzte, nur zwei Punkte aus den letzten fünf Spielen.

Manchester United – Queens Park Rangers
Sonntag 14:25 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Markus Jestaedt

Letztes Wochenende haben mit dem Heimspiel gegen den FC Arsenal die Hammerwochen für die Queens Park Rangers begonnen. Den Auftakt haben sie erstaunlich gut über die Bühne gebracht. Durch das 2:1 gegen die Gunners wurden die Abstiegsplätze verlassen. Jetzt reist QPR ins Old Trafford, bevor dann Swansea, West Brom, Tottenham und Chelsea als nächste Gegner warten. Manchester United befindet sich derzeit in bestechender Form, neun Siege und ein Remis in den letzten zehn Ligaspielen. Fünf Punkte Vorsprung auf City, ein annehmbares Restprogramm (einzige Hürden gegen Man City und beim FC Sunderland) und an diesem Wochenende die deutlich leichtere Aufgabe als der Stadtrivale. Es könnte eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft fallen. Der letzte Auswärtssieg von den Queens Park Rangers datiert von Mitte November bei Stoke City. Warum dann jetzt ausgerechnet bei Man Utd? Bei den Red Devils kehrt Nani endlich wieder zurück. Der Portugiese habe, so Sir Alex, die ganz Woche trainiert und sei ein Kandidat für die Startelf.

FC Arsenal – Manchester City
Sonntag 16:45 Uhr, Sky Sport 1/HD 2 live, Kommentar: Andreas Renner

Das Momentum, von dem Arsene Wenger immer so gerne spricht, ist seinem FC Arsenal letztes Wochenende ein wenig abhanden gekommen. Nach sieben Siegen in Serie folgte eine durchweg enttäusche Leistung bei den Queens Park Rangers. Für den Franzosen aber kein Grund gleich wieder in Hektik zu verfallen. Wenger heute Vormittag auf der Pressekonferenz: “Das Momentum ist immer noch da. Das Ergebnis gegen QPR war eine Unterbrechung und Enttäuschung. Wir sind in der Lage, selbst dafür verantwortlich zu sein, uns wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Wir wollen das nächste Spiel gewinnen.” Das wäre auch bitter nötig, denn Chelsea und Tottenham machen Druck auf den dritten Platz. Personell stehen Wenger dieselben Spieler wie gegen QPR zur Verfügung. Unklar bleibt, wer spielt. Mir haben die Versuche von Wenger, Ramsey auf die linke Mittelfeldseite zu stellen überhaupt nicht gefallen. Aus Fan-Sicht würde ich Ramsey mal eine Pause gönnen, Oxlade-Chamberlain auf links stellen, Song und Rosicky defensiv und Arteta zentral hinter van Persie. Kieran Gibbs dürfte weiterhin den Vorzug vor Santos hinten links bekommen. Jack Wilshere fehlt weiterhin. Auf der PK teilte Wenger mit, dass sich in den nächsten 14 bis 20 Tagen entscheide, ob Wilshere nochmal in dieser Saison spielt. Sollte es im Worst Case nicht klappen, hält Wenger auch wenig von einer Nominierung Wilsheres für die Europameisterschaft.
Auf der anderen Seite steht Sonntag Manchester City, die zuletzt ihre gute Position im Meisterschaftskampf ziemlich erbärmlich verschwendet haben. Nur ein Sieg in den letzten vier Ligaspielen. So groß die sportlichen Probleme sein mögen, ist das noch kein Vergleich zur derzeitigen miesen Stimmung in der Mannschaft. Zu viele Einzelinteressen, ein leicht überforderter Trainer – und das enfant terrible Mario Balotelli, der seine eigenen Interessen scheinbar nicht der Mannschaft unterordnen will. Mancini betont weiterhin, dass die Meisterschaft noch zu holen sei – aber im Vergleich zu Manchester United hat City zu viele Nebenkriegsschauplätze, die verhindern sich ganz auf den Sport zu konzentrieren. Vielleicht ist es auch schon ein wenig Frust. Gerade die Defensive wirkte in den letzten Wochen weit von der Bestform entfernt. Sergio Aguero sollte nach seinem Kinderfahrradunfall wieder fit sein, ebenso wie Juleon Lescott. Samir Nasri kehrt zu seinem alten Verein zurück.

Und Sonntagabend um 19:00 Uhr wissen wir, ob es eine Vorentscheidung im Titelkampf gibt.

Einen schönen Start in das Osterwochenende.