Zum Abschied von PREMIERE

Am Samstag wird der letzte große Versuch unternommen, Pay-TV in Deutschland langfristig und erfolgreich zu etablieren. Über sieben Jahre versuchte das PREMIERE. Jetzt ist die Zeit aber abgelaufen. Mittlerweile weine ich, obwohl ich PREMIERE seit sechs Jahren kenne, kaum eine Träne hinterher. Zu groß waren die Enttäuschungen für die Abonnenten in den letzten Jahren. Ein kleiner Rückblick zum Abschied, in Zitaten über ein Kapitel deutscher Fernsehgeschichte.

Im Jahr 2002 stand der Sport ganz im Vordergrund bei PREMIERE. Im Januar durfte man per Pressemitteilung verkünden:

“Wir freuen uns auf ein fulminantes Sportjahr mit einmaligen Top-Events. PREMIERE zeigt als einziger Sender Highlights wie die Olympischen Winterspiele auf fünf Kanälen oder die komplette Fußball-WM live und hautnah mit den Vorzügen der digitalen Übertragungstechnik. Unsere Kampagne betont diesen exklusiven Charakter und lässt den Zuschauer bereits in den Spots die Faszination unseres innovativen Präsentationskonzeptes spüren.”

PREMIERE Chef Georg Kofler verkündete im Vorfeld der WM 2002 stolz.

“Wir zeigen die WM unseren Zuschauern so umfassend und komfortabel wie nie zuvor. Unsere Abonnenten haben damit die Garantie, nichts zu verpassen. WM total. Wer die WM auf Premiere erlebt, ist rund um die Uhr auf Ballhöhe, wann immer er will.”

Und Kofler legte im Sommer 2002 nach der schwierigen Phase wegen der Kirch-Insolvenz noch einen drauf.

“Die Marke Premiere steht für Deutschlands schönstes Fernsehen: Sieben Kinos für Zuhause, das beste Sportfernsehen der Welt, Programmauswahl für Individualisten und das alles ohne Werbeunterbrechung.”

Und wie groß war die Freude, als man beim Start ins Wochenende noch solche Pressemitteilungen zu lesen bekam.

“Berlin Thunder ist weiter auf Erfolgskurs in der NFL Europe. Am kommenden Spieltag trifft der Tabellenführer auf den Newcomer Cologne Centurions. Premiere überträgt das deutsche Duell am Samstag, 8. Mai, ab 19.00 Uhr live aus dem RheinEnergieStadion. Kommentator der Begegnung ist Günter Zapf, wahlweise bietet der Abo-Sender die Partie auch mit US-Originalkommentar an.”

Im September 2004 überschritt man die Schwelle von über drei Millionen Abonnenten.

“Mit drei Millionen Abonnenten haben wir die kritische Masse für profitables Wachstum erreicht. Ab jetzt wird das weitere Umsatzwachstum verstärkt in den Gewinn einfließen und unseren unternehmerischen Spielraum kontinuierlich erweitern.“

Im Dezember 2004 dann der nächste große Rechteerwerb im Amt von Georg Kofler: Die Weltmeisterschaft 2006.

„Wir sind stolz darauf, dass Premiere die Weltmeisterschaft in Deutschland als einziger TV-Sender komplett live übertragen darf. Premiere wird sicherlich mit der umfassendsten WM-Berichterstattung aller TV-Anbieter aufwarten. Besonders wichtig: Premiere wird auch bei Qualität, Technik und Service neue Maßstäbe setzen. Ich bin davon überzeugt, dass das Premiere Team auch die Heim-WM zu einem unvergleichlichen Fest für Fußballfans machen wird.“

Entsprechend ging man mit voller Zuversicht ins Geschäftsjahr 2005…

“Premiere hat 2004 große Fortschritte bei Programm, Marketing und Organisation erzielt. Gleichzeitig haben wir die letzten großen Altlasten aus der Vergangenheit beseitigt. 2005 können wir uns erstmals mit voller Kraft auf das operative Geschäft konzentrieren. Premiere hat jetzt die kritische Masse für profitables Wachstum erreicht. Ein großer Teil des künftigen Umsatzwachstums kann direkt in den Gewinn fließen.”

Anfang Dezember 2005 wird PREMIERE von der Financial Times für den erfolgreichen Börsengang ausgezeichnet. Der damalige Finanzvorstand von PREMIERE, Michael Börnicke:

“Unser Börsengang mit einem Emissionsvolumen von 1,2 Mrd. EUR hat nicht nur den deutschen IPO-Markt deutlich belebt. Mit unserem Timing und unserer klaren Story konnten wir die Börsianer für uns gewinnen.”

Doch schon drei Wochen später war der ach so tolle Börsengang für die Katz. PREMIERE verlor die Rechte an der Fußball-Bundesliga.

“Premiere hat sein Ziel, die Fußball-Bundesliga ab der Saison 2006/2007 mit deutlich mehr Exklusivität als bisher zu übertragen, nicht erreicht [...] Premiere hat jetzt in den nächsten drei Jahren einen erheblich größeren finanziellen Spielraum, um sein Programmangebot in allen Bereichen weiter auszubauen.”

Georg Kofler läutete schon damals die zweite Halbzeit ein und war trotzdem noch optimistisch. Wenn man sich das nächste Zitat durchliest, weiß man einmal mehr, dass man hinterher immer schlauer ist (via Manager-Magazin).

“Wir haben uns nicht verzockt, wir haben im Interesse der Aktionäre gehandelt. Lieber keinen Deal als einen solchen Deal, ohne die Bundesliga bricht die Welt nicht zusammen.”

Doch genau dieser Verlust hat PREMIERE das Genick gebrochen. Georg Kofler dennoch im Mai 2006 weiter zuversichtlich:

“Wir sind heute sehr zuversichtlich, dass Premiere auch ab August Bundesliga live präsentieren kann. Unabhängig vom Ausgang der laufenden Verhandlungen haben wir im ersten Quartal eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um Premiere für den künftigen Wettbewerb schlagkräftig zu positionieren.”

Nach dem einen Jahr Arena wurden dann die Gebete erhört. Die Bundesliga kam zurück, mehr Fußball denn je sollte es geben. Doch der Sommer 2007 war auch der Beginn einer ganzen Kürzung von Inhalten. Da wirken die Worte vom Sport Vorstand Carsten Schmidt wie Sätze aus einer vergangenen Zeit, die sich nicht erfüllt hat.

“Premiere bietet das exklusivste Angebot an Live-Fußball in der Geschichte des deutschen Fernsehens zu äußerst fairen Preisen an. Die Kombination von Premiere Fußball Bundesliga und Premiere Fußball Plus ist die perfekte Rundumversorgung für den Fußballfan. Mehr Fußball geht nicht!”

Im August 2007 gab PREMIERE-Chef Kofler dann bekannt, dass er zum Ende des Monats zurücktrete. Nachfolger wurde Michael Börnicke.

“Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich für einen solchen Zeithorizont nicht mehr für die Vorstandsarbeit bei Premiere zur Verfügung stehe. Konsequenterweise übergebe ich daher jetzt, bevor diese wegweisenden Entscheidungen anstehen, die Verantwortung in die Hände meines Nachfolgers. Ich denke, dass der Zeitpunkt für einen Führungswechsel bei Premiere jetzt richtig ist.”

“Mehr Exklusivität im Programm, die Steigerung der Abonnentenzahl und des Umsatzes pro Abonnement (ARPU) sind meine vorrangigen Ziele für die kommenden Jahre. Hier setze ich auf Kontinuität und werde die von Georg Kofler vorgenommenen Weichenstellungen weiterführen.“

Michael Börnicke wollte dann vieles anders machen, hat es aber nur schlechter hinbekommen. Man wollte mehr Abonnenten gewinnen. 10 Millionen waren sein realistisches Ziel. Und weniger für Filme zahlen.

“Wir werden für Blockbuster die bislang üblichen Preise nur noch bezahlen, wenn die entsprechende DVD nicht vorher veröffentlicht wird.”

Am 10. September 2008 dann der Rücktritt von Michael Börnicke.

“Ich habe mich aus persönlichen Gründen entschieden, den Vorstandsvorsitz der Premiere AG zur Verfügung zu stellen. In den letzten Monaten hat das Management wichtige Weichen gestellt, um Premiere wieder auf einen langfristigen und nachhaltigen Wachstumskurs zu führen.”

Einen Monat später musste man die Abonnentenzahlen deutlich nach unten korrigieren. Aus 3,55 Millionen direkten Abonnenten wurden nur noch 2,41 Millionen. PREMIERE stand kurz vor dem Kollaps. Ende 2008 konnte man sich auf einen Finanzierungs- und Rettungsplan einigen. Der neue Vorstandsvorsitzende Mark Williams verkündete:

“Die mit News Corp und unserem Bankenkonsortium vereinbarte Finanzierungsstruktur ist die Voraussetzung für den Fortbestand von Premiere. Auf Grundlage der Refinanzierung werden wir in das Programmangebot, kundenfreundliche Technologien sowie Marketing und Kundenservice investieren, um das Angebot auszubauen und neue Kunden zu gewinnen.”

Im Mai 2009 dann die offizielle Umbenennung zu Sky. Wieder mit großen Tönen und Erwartungen. Mark Williams:

“Ich freue mich darüber, unsere Pläne für ein neues Pay-TV-Angebot bekanntzugeben. Ziel ist es, durch die Veränderungen den Kunden ein ganz neues Fernseherlebnis zu bieten. Die Umbenennung in Sky unterstreicht unseren Willen, in Deutschland und Österreich ein Entertainment-Angebot von Weltklasseformat anzubieten. Die Marke Sky steht für eine unvergleichliche Auswahl an Fernsehunterhaltung, hochqualitatives Programm, das Abonnenten nur hier finden, innovative Angebote für zuhause und eine hohe Kunden-Zufriedenheit durch einen umfangreichen Service. Die vielfältigen Verbesserungen werden ab Juli in Kraft treten. Unsere Kunden können sich auf weitere Verbesserungen in den kommenden Monaten und Jahren freuen.”

Hoffentlich wiederholt sich Geschichte nicht. Wir werden es sehen. Bye PREMIERE. Hallo Sky. Sei herzlich willkommen.

03.03.03., Startderby in Birmingham, Wolff Fuss am Mikrofon

Es gibt so Nachrichten, die muss man erstmal sacken lassen, weil man geschockt ist. Dabei ist die Meldung im Vergleich zu anderen persönlichen Ereignissen von nachrangiger Bedeutung für mein direktes Wohlbefinden, aber eben nicht für mein indirektes. Nach exklusiven Informationen von Quotenmeter.de wird eines der Aushängeschilder von PREMIERE am Mikro, Wolff Fuss, den Sender verlassen, wahrscheinlich in Richtung Sat.1 oder Liga Total.

Es gibt nur einen Grund, den der Artikel anspricht. Wolff Fuss sei unzufrieden mit den Ansetzungen in der internen PREMIERE-Hierarchie. Ab der kommenden Saison sollten ausschließlich Kai Dittmann, Marcel Reif und Fritz von Thurn und Taxis das Topspiel am Samstagabend kommentieren. Für einen Kommentator wie Wolff Fuss, der sich in den letzten Jahren vor allem durch seine Kommentierungen in der Champions League und Premier League viele Sympathien erworben hat, ist so eine Entscheidung der PREMIERE-Vorstände ein Schuss in den Ofen, und für mich, wenn ich die Qualität der Kommentatoren vergleiche, auch absolut nicht nachvollziehbar. Wolff Fuss steht mit diesen drei Platzhirschen längst auf einer Stufe, wenn nicht sogar vereinzelt darüber. Was Wolff Fuss eben fehlt, ist das große Standing, die Bekanntheit, vielleicht auch der ein oder andere “Skandal”. Scheinbar ist das bei PREMIERE notwendig um vorne dabei zu sein. Gut, im Vergleich zu Reif, Dittmann oder Thurn und Taxis hat er eben auch weniger Erfahrung. Reif ist seit fast 20 Jahren im Geschäft, Thurn und Taxis hat bei der ARD schon kommentiert als Wolff Fuss wohl noch zur Schule ging, Dittmann hat bereits für den NDR von WM und EM berichtet.

Das mag ja auch alles richtig sein, aber für mich als PREMIERE-Abonnent zählt nicht das bisher Geleistete, sondern die aktuelle Leistung als Kommentator. Und die ist bei Wolff Fuss absolut gleichwertig, trotz seines noch eher jungen Alters und der etwas geringeren Erfahrung. Von daher kann ich die Entscheidung von Fuss PREMIERE zu verlassen zumindest in Ansätzen nachvollziehen. Was mir gar nicht in den Kopf geht, ist, wie PREMIERE einen so beliebten und guten Kommentator einfach so ziehen lassen will, weil man eher auf den guten Ruf als auf Qualität und Entwicklungspotential setzt. Fuss hätte in ein paar Jahren zum Aushängeschild von PREMIERE werden können. Vielleicht wollte man das in internen Unternehmenskreisen nicht. Also Wolff, überlege es dir doch noch einmal. Marcel Reif und Thurn und Taxis werden auch nicht mehr Ewigkeiten bei PREMIERE arbeiten. Und mal ganz ehrlich. Kannst du dir eine Saison ohne ein Premier League Spiel zu kommentieren vorstellen? Ich nicht.

Ich finde den Abgang von Wolff Fuss sehr sehr schade. Wolff Fuss ist meine erste Erinnerung an PREMIERE und Premier League. Am 03.03.2003 habe ich mein erstes Premier League Spiel bei PREMIERE sehen dürfen. Damals Stadtderby in Birmingham, City zu Gast im Villa Park. Die Gäste gewannen mit 2:0 durch Tore von Stan Lazaridis und Geoff Horsfield. Und wie Fuss damals das 2:0 kommentiert hat, unfassbar gut. Nachzuhören in diesem Zusammenschnitt ab Minute 2:33. Seitdem hat sich meine Liebe zur Premier League immer weiter entwickelt. Eine Entwicklung, auf der Wolff Fuss als Kommentator stets Begleiter war. Ich habe die Art und Weise, wie Wolff Fuss kommentiert, immer mehr schätzen gelernt. Ausgewogen emotional, und wenn es richtig drauf ankommt, hat er regelmäßig meine Verstärker auf die höchste Belastungsprobe gestellt.

Weiteres Highlight, an das ich mich immer wieder gerne erinnere. WM-Quali 2006 in Südamerika. Argentinien empfängt Brasilien, mitten in der Nacht auf Donnerstag ab 02:45 Uhr bei PREMIERE zu sehen mit Wolff Fuss. Argentinien schießt Brasilien innerhalb von 40 Minuten mit 3:0 ab durch einen Doppelpack von Hernan Crespo und einen Treffer von Riquelme. Und Wolff Fuss hält es schon nach 20 Minuten nicht mehr auf seinem Sitz. Oder die zahlreichen Premier League Spiele mit Wolff Fuss. Ein Highlight das 3:2 von Newcastle bei den Spurs am 17.01.2007, wo die Magpies innerhalb von zwei Minuten aus einem 2:1 das 2:3 machen, dank eines genialen Tores von Obafemi Martins. Oder Chelsea gegen Manchester United am 26.04.2008 im vorentscheidenen Spiel um die Meisterschaft. Doppelpack von Ballack und zwischenzeitlicher Ausgleich durch Rooney. Oder, Champions League Halbfinale Liverpool gegen Chelsea mit der Entscheidung erst im Elfmeterschießen. Fantastische Fußballabende wurden durch Wolff Fuss noch besser, schöner und intensiver.

Das kann doch jetzt nicht alles zu Ende sein. Wolff, überlege es dir doch noch einmal. Und PREMIERE, denkt noch einmal drüber nach, was ihr an Wolff Fuss habt.

Premier League Spitzenspiele ohne Wolff Fuss einfach nicht vorstellbar. Keiner wird ins Kino geschickt, kein langer Hafer in den Schlussminuten, keine “Elder Statesmen aus dem Westen Londons gegen den Kurzpass-Kindergarten aus dem Norden Londons.” Im Internet schwirren mittlerweile so viele Soundfiles von Wolff Fuss umher. Ein auch mir damals im März 2003 noch unbekannter Kommentator ist mittlerweile für viele allgegenwärtig im Internet. Kann er sich bei Ran auf Sat.1 oder Liga Total im IPTV der Telekom wirklich weiterentwickeln? Weniger Spiele, insgesamt weniger Publikum, aber wohl ein Demonstrieren, das er nicht auf PREMIERE angewiesen scheint. Vielleicht findet man ja noch eine Einigung.

Bleib sportlich und alles Gute für die Zukunft. Man hört sich hoffentlich noch einmal bei einem Big-Four Duell in der Premier League.

Hoffnungen und Befürchtungen wegen Sky

Morgen scheint es also soweit zu sein: Die neuen Preise und Programmpakete von Sky Deutschland werden vorgestellt. In knapp fünf Wochen wird PREMIERE von der Bildfläche verschwinden, Sky Deutschland wagt einen Neuanfang für erfolgreiches Pay-TV, das sich nach den Vorstellungen von PREMIERE-Chef Williams in Deutschland etablieren soll. Ein Entertainment-Format von Weltklasse, hieß es damals in der Pressemitteilung. Höher kann man die Erwartungen eigentlich nicht schrauben, aber sehr viel tiefer fallen – und scheitern.

So richtig schlau wurde man bisher nicht von den Plänen von Sky Deutschland. Massive Investitionen in Vertrieb, Programm und Service werden angekündigt. Da wirkt die heutige Mitteilung von der Aufschaltung von Disney Cinemagic HD als klares Indiz, dass die Vertrauten von Rupert Murdoch die Sache wirklich ernst meinen. Gestern ging dann über die Ticker die Aufnahme des Senders MotorVision TV ins Programmbouquet. Ein Sender, den eigentlich keiner braucht und der von seiner Aufmachung und der Programmqualität eigentlich das genaue Gegenteil zu einem Entertainment-Format von Weltklasse ist.

Ohne jetzt schon die Details zu kennen, kann man eines sagen: Pay-TV in Deutschland wird besser – aber auch teurer. Da kommt ein Neuanfang für Bezahlfernsehen in einem Land, in dem die Mehrheit immer noch mit 10-20 analogen Programmen zufrieden ist und das derzeit von einer massiven Wirtschaftskrise betroffen ist, nicht gerade zum günstigsten Zeitpunkt. Ob man mit den ambitionierten Plänen Pay-TV zu revolutionieren – denn nichts anderes ist dieser Neuanfang – scheitern wird?

Ich hoffe es nicht. Ich kenne jetzt auch schon fast acht Jahre PREMIERE und ich würde es fantastisch finden, wenn Pay-TV in Deutschland nochmal revitalisiert wird. Weil ich gerne Sport, Serien und Filme schaue, die mit das Free-TV nicht bieten kann. Und dafür bin ich dann auch gerne bereit zu zahlen. Nur glauben tue ich an einen Neuanfang des Pay-TV in Deutschland einfach nicht. Dafür sind die finanziellen Ausgangsbedingungen bei PREMIERE und die strukturellen Voraussetzungen in Deutschland nicht vorteilhaft genug. Mark Williams muss einen langen Atem haben. Vielleicht haben die Verantwortlichen von Sky einen zu großen Wurf gemacht. Aber wer will es ihnen verbieten: Wenn, dann richtig. Die Taktik aus Nichts Ganzem und Wenig Halbem hat PREMIERE die letzten Jahre in den Ruin getrieben. Dabei hätte eine Investition ins Programm und eine Erweiterung um wichtige Programminhalte, wie Nascar, NBA, BBL und einige neue Serien, vielleicht erstmal gereicht um wieder mehr Abonnenten zu erreichen. So hat man die letzten zwei Jahren keinen Cent investiert – und sich viel Vertrauen verspielt. Vertrauen, das man jetzt innerhalb weniger Monate wieder zurückgewinnen muss. Ein Start von 0 auf 110, ganz vorne anfangen. Jetzt macht man den großen Wurf, nachdem man monatelang die Abonnenten ausbluten ließ mit Programmkürzungen und unsinniger Programmgestaltung.

Ich habe die Hoffnung, dass Sky wieder mehr Sport und mehr Serien zeigt. Und Pay-TV in Deutschland wieder zu einem Produkt macht, für das es sich lohnt zu bezahlen. Die nächsten zwei Jahre werden auch für den TV-Markt in Deutschland ausgesprochen spannend. Denn wenn Sky scheitern sollte – und ich sehe das durchaus als mögliche Option an – war es das mit Pay-TV in Deutschland. Sky muss ganz viel leisten um wieder mehr Abonnenten ins Boot zu holen. Eine sehr große Aufgabe. Wenn man scheitern sollte, wäre das irgendwo sogar nachvollziehbar. Jedenfalls nachvollziehbarer als die vergangenen Geschäftsjahre von PREMIERE. Jetzt sind Profis am Steuer. Aber auch Profis können ihre Ziele nicht immer erreichen, zumal ihr Erfolg nur zum Teil in den eigenen Händen liegt.

Ein schmaler Grad. Vielleicht sind wir ja morgen schon schlauer und können sagen, wie sich die Waage zwischen Hoffnungen und Befürchtungen die nächsten Monate ausbalanciert.

Zähneknirschende Vorschusslorbeeren für PREMIERE

Ich habe lange überlegt, was ich mache, aber ich habe dann doch teilweise schweren Herzens eine Entscheidung getroffen: Ich habe meinen PREMIERE-Vertrag bis April 2010 verlängert. Ich zahle jetzt mehr als vorher, ich habe weniger Leistung, wobei ich jetzt nur noch drei Pakete habe, nämlich kein Familien-Paket mehr. Da die meisten Sender ehe durch Kabel Digital Home abgedeckt sind, ist das nicht weiter tragisch. Unter dem Strich zahle ich jetzt aber für drei Pakete mehr als früher für vier Pakete.

Man kann mich deshalb für verrückt erklären, mir auch den Vogel zeigen. Ich habe mir diese Entscheidung selbst nicht leicht gemacht. Zu enttäuschend war das letzte Jahr bei PREMIERE mit den Programmkürzungen im Sport-Bereich, mit dem schlechten Umgang bei den Bestandskunden, mit der völlig desorientierten Geschäftsführung unter dem ehemaligen Chef Michael Börnicke, jetzt überflüssige Werbekampagnen statt eines Ausbaus des Programms. Die guten Dinge, die PREMIERE in diesen letzten Monaten erledigt hat, kann man an einer Hand abzählen. Spontan fallen mir nur zwei Dinge ein: DFB-Pokal und die 7. Staffel von 24. Und die fantastische 7. Staffel der Serie um Agent Jack Bauer war letzlich das Argument für mich weiter zu verlängern. Hinzu kommen eben auch die Bundesliga, Champions League und das bisschen Premier League. Für knapp 40 Euro ist das von der Leistung ja immer noch brauchbar, wenngleich um einiges schlechter als vor fünf Jahren.

Schlechter kann es ja auch eigentlich gar nicht mehr werden. PREMIERE sollte sich im Klaren sein, dass das meinerseits große Vorschusslorbeeren sind, die ich zähneknirschend verteilt habe. Mit der Hoffnung auf Besserung im Sommer. Ich hoffe, meine Erwartungen werden nicht enttäuscht. Und so viel braucht es gar nicht um mich wieder zu einem zufriedenen Abonnenten zu machen: 4-5 Premier League Spiele pro Wochenende, Serie A wieder ins Programm neben, ebenso NASCAR und die NBA. Und wenn man noch die Kundenbetreuung ein bisschen verbessert und den Bestandskunden zeigt, dass man sie nicht als zahlende Geldscheine auf dem Konto sieht, sondern als treue, verlässliche Abonnenten, um die es sich gut und intensiv zu kümmern gilt, wäre ich schon sehr begeistert. Und das dürfte ja wohl zu schaffen sein.

Dann wäre ich sogar bereit für PREMIERE Abonnenten zu werben. Ich will endlich wieder im Winter NBA mit Michael Körner schauen, will die NBA-Playoffs im Frühling sehen, will wieder hören, wie  Klaus Graf bei NASCAR fundierte Analysen und nette Anekdoten erzählt, möchte sehen, wie sich die Abstiegskandidaten in der Premier League in den direkten Duellen messen. Ich will die Formel 1 ohne Splitscreenwerbung sehen. PREMIERE muss wieder Premium werden.

Ich weiß, ich will viel. Aber dafür zahle ich ja auch. Bin gespannt, wieviel Vertrauen mir PREMIERE zurückzahlt. Ansonsten waren es die letzten Vorschusslorbeeren, die PREMIERE von mir geerntet hat.

Meine Wutrede an PREMIERE

“Ich muss über die Berichterstattung heute Abend das eine oder andere Wort verlieren, liebe PREMIERE-Verantwortliche in der Sport-Redaktion. Ich weiß nicht, ob ihr noch wisst, wie eure Berichterstattung mittlerweile in den letzten Jahren dramatisch an Qualität verloren hat. Das war heute ein neuer Tiefpunkt. So, wie die Übertragung heute war – und das hat sich ja schon seit den letzten Wochen und Monaten angedeutet – das hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit der qualitativ guten Berichterstattung aus den vergangenen Jahren zu tun. Habt ihr einfach alles verlernt oder wollt ihr nicht mehr?

Ihr habt mal für eine exzelltente Berichterstattung gestanden, habt dafür mehrmals den Deutschen Fernsehpreis bekommen, aber die jetzige Übertragungsqualität ist schlicht nicht mehr akzeptabel. Das ist nicht mehr PREMIERE, das ich seit Jahren kenne und bis vor ein paar Monaten auch geschätzt habe. Tut mir Leid, wenn ich das so sagen muss.

Und vom Fernseher sieht und hört sich das alles noch viel schlimmer an, als ihr es vielleicht unten vor den Kameras mitbekommt. Das ist nicht mehr die PREMIERE-Berichterstattung aus den Jahren 2002 bis 2006. Ihr seid aber auch in der komfortablen Situation, dass ihr das alles wieder ändern könnt. Ihr müsst nur wollen!

Wollt ihr weiterhin 10 Minuten der ehe schon gekürzten Vorberichterstattung für sinnloses Gelaber über eine Wutrede aus dem Jahr 2001 verschenken? Wo war zum Beispiel der Nachbericht zum Werder-Spiel? Soll es zukünftig weiterhin nur noch knapp 3 Minuten Halbzeitstudio geben und der Rest wird dann mit Werbung, eurer Charity, und der Freundschaftswerbung zugepflastert? Wollt ihr die Abonnenten auch weiterhin mit dem Logo “Bundesliga bis 2013″ nerven? Mittlerweile wissen wir es alle. Es macht sich nicht besonders gut, wenn man sich auf den Erfolgen ausruht und seit 2005 massiv gekürzt hat. Warum macht ihr nicht mal ein Logo wie “NBA, NHL, NFL, Ligue 1, Nascar, Golden League leider gekürzt” bei PREMIERE. Das passt doch sicherlich noch irgendwie dazwiwschen. Ihr müsst eure Berichterstattung wieder komplett umstellen. Wenn ihr so weiter berichtet wie jetzt, war es das mit weiteren Auszeichnungen. Eher gehen euch die Abonnenten von Bord.

Ihr habt noch Zeit, aber es ist sicherlich fünf Minuten vor zwölf. Aber das wisst ihr ja selber. Schaut euch mal ein bisschen bei der BBC um, oder bei ITV, eventuell auch Sky, wie die eine Fußball-Übertragung beginnen und durch den Abend führen. Da steht der Sport im Mittelpunkt, und nur der Sport. Da wird nicht hundert Mal gesagt, dass es kalt draußen ist und der Experte kann mehr erklären als zu sagen, dass es ein gutes Spiel wird, weil es kalt draußen ist, und sich die Spieler ja bewegen müssen. Das kann sogar ich. Aber das darf nicht euer Anspruch sein. Wenn ja, seid ihr tief gesunken. Leider, weil ihr könnt es viel viel besser.

Ihr müsst euch schleunigst wieder daran gewöhnen, an das Einmaleins der Berichterstattung, so wie vor drei, vier Jahren. Fangt rechtzeitig an, dann könnt ihr auch die Werbung unterbringen, stellt Aufstellungen, Analysen in den Vordergrund. Spielt Spielzüge ein, die der Experte erklären kann, zeigt exemplarisch Stärken und Schwächen der Mannschaften. Konzentriert euch auf den Sport. Weg mit diesen dämlichen Spielerporträts, wo es fünf Minuten null Infos für einen Spieltag gibt, sondern nur schöne Bildchen. Das brauche ich nicht um gut informiert in eine CL-Konferenz mit acht (!) Spielen zu gehen. Dann kann ich auch die Bravo Sport lesen. PREMIERE, erkennt ihr euch eigentlich noch wieder? Wo ist der Charme in eurer Berichterstattung? Früher habe ich mich noch tagelang an bestimme Szenen aus den Übertragungen erinnert, heute spult ihr euer Programm ab, und das war es dann. Das kann nicht sein. Ihr könnt froh sein, dass ihr so viele gute Kommentatoren habt, die eine Konferenz immer noch sehenswert machen. Doch was ihr aus dem kompletten CL-Abend macht, ist einfach nur noch schade. Ständig irgendwelche Einspielfilme, und wenn es ein Gespräch mit dem Experten gibt, beschränkt sich das bei Dieter Nickles und Franz Beckenbauer auf ein Frage-Antwort-Spiel und ein Abarbeiten von Notizen. Erkenntniswert: Null. Manchmal habe ich das Gefühl, ihr seid noch nicht mal richtig vorbereitet in den Abend gegangen.

Man kann das noch korrigieren. Aber dann müsst ihr morgen anfangen. Besinnt euch mal wieder auf eure Stärken, schaut Videos der Übertragungen vom 2003 bis 2005. Ihr könnt das doch auch ganz anders. Sonst steht ihr in ein paar Jahren mit noch weniger Abonnenten da. Das ist genau das, was wir nicht wollen. Ich nicht, weil ich daran interessiert bin, dass es auch in Deutschland gutes Pay-TV gibt und ihr, weil ihr finanziell gut aufgestellt sein wollt und Gewinne machen möchtet. Doch ihr macht Programm für uns Abonnenten. Vielleicht solltet ihr daran mal wieder denken. Wir schauen, und wir können auch aufhören zu schauen. Feiert euch weiter selbst über die Bundesliga bis 2013, aber wenn ihr weiterhin dazu keine programmatischen Alternativen anbietet, gehen die Lichter vielleicht irgendwann mal aus. Tut mir leid, wenn ich das so schonungslos sagen muss.

Wenn einer Nachhilfeunterricht braucht, dann schaut mal bei der BBC vorbei oder kramt mal ein bisschen in eurem Archiv. Mehr Sport, mehr Fußball, weniger Show, weniger belanglose Gespräche. Mehr Zeit für die Vorberichte. Alles ganz einfach. Das braucht dann natürlich auch Experten, die mehr sagen können, als dass man, wenn man sich in der Kälte nicht bewegt, eine Lungenentzündung bekommt. Ich habe sicherlich noch mehr gesehen – auch weiterhin positive Dinge – als ich jetzt geschrieben habe. Aber ich glaube, das genügt erstmal.”

Und zumindest für eine Sache war der heutige Experte gut. Er gab mir den inhaltlichen Aufbau für den Blogbeitrag.

Den Hannover Scorpions fehlen die Zuschauer, der DEL leider noch viel mehr

Ehre, wem Ehre gebührt. Die Hannover Scorpions stehen seit einer Woche an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Und seitdem dies so ist, rückt Eishockey wieder auch ein bisschen mehr in den Fokus der Hannoverschen Berichterstattung. Und ganz plötzlich kommen die spezifischen Probleme des Eishockeys in Hannover in den Vordergrund. Und schnell wird klar: Die Probleme in der niedersächsischen Landeshauptstadt sind nur ein kleines Puzzleteil der Schwierigkeiten, die sich die DEL fast selbst gemacht hat. Ein Umdenken muss endlich stattfinden.

Nun schauen die Scorpions seit zwei Spieltagen als Spitzenreiter auf die Tabelle der DEL und manche Experten sehen sich bestätigt in ihren Prognosen, dass die Scorpions eine gute Rolle diese Saison spielen können. Dabei ist man gar nicht so gut in die Saison gestartet, hatte auch zwischendurch eine Serie von fünf Niederlagen. Aber was die Scorpions seit dieser Saison auszeichnet – und erst seit dieser, denn man war auch schon in vergangenen Spielzeiten teilweise oben mit dabei – ist die Konstanz in den Leistungen. Mit Ausnahme der Schwächephase Ende Oktober spielt man sowohl auswärts als auch daheim in der Tui-Arena auf gutem Niveau und kann mit den besten Teams der Liga mithalten. Spielerisch ist man Berlin, Köln und vielleicht auch Mannheim noch unterlegen, Hannover definiert sich ganz nach der Philosophie von Trainer Hans Zach über den Kampf, die Leidenschaft und den unbedingten Siegeswillen. Dass man damit spielerische Defizite ausgleichen kann, zeigen die Auswärtssiege bei den Eisbären und Adler. Ein ganz wichtiger Schlüssel ist auch Stürmer Tore Vikingstad, der im Sommer von den DEG Metro Stars an die Leine wechselte, danach aber zwei Monate lang verletzt war. Jetzt hat immer hin schon 13 Einsätze für die Scorpions absolviert und drei Tore und 11 Vorbereitungen geleistet. Und genau so ein torgefährlicher Stürmer hat in Hannover gefehlt, jemand der Tore erzielen und vorbereiten kann. Somit wird Sascha Goc wieder vermehrt auf die Abwehrarbeit konzentrieren und die Sturmreihe um Dolak und Schneider bekommt servierfertig die Gelegenheit zum Torabschluss.

Nun spielen die Scorpions teilweise brilliantes Eishockey diese Saison – aber es kommen kaum Zuschauer in die Tui-Arena, die über 10.000 Plätze fasst. Man kann froh sein, wenn regelmäßig 5.000 Gäste kommen. Das ist bei weitem nicht zufriedenstellend und entspricht auch nicht den Leistungen, die die Scorpions zurzeit zeigen. Drei Gründe sehe ich, warum es immer noch nicht klappt.

1. Die Scorpions hatten bis vor kurzem nicht die Aufmerksamkeit in den Medien, die sie eigentlich schon lange verdient hätten. Zwei Berichte pro Woche in der größten Tageszeitung Hannovers, der HAZ, sind einfach zu wenig um dauerhaft Interesse zu wecken. Ganz langsam scheint man auch beim Madsack-Verlag erkannt zu haben, dass tägliche Berichterstattung die Scorpions ins rechte Licht rückt. Aber dieser Schritt, sollte er denn jetzt dauerhaft umgesetzt werden, kommt leider viel zu spät.

2. Die Konkurrenz im Eishockey in Hannover. Ja, die gibt es. Die Hannover Indians spielen im Stadion am Pferdeturm in der Oberliga Nord, füllen den Hexenkessel aber regelmäßig bis unters Dach, auch wenn die Qualität des Eishockeys meist zu wünschen übrig lässt. Aber sie spielen durchaus erfolgreich, und die Stimmung ist einzigartig gut. Ich gebe zu, dass ich wenn ich die Wahl habe manchmal auch die Indians vorziehe, einfach aufgrund der Atmosphäre. Fragt man viele Eishockey-Fans in Hannover, warum sie denn zu den Indians gehen, kommt stets die selbe Antwort: Bessere Stimmung und Atmosphäre. Alles, was die Scorpions in der Tui-Arena trotz der guten Leistungen noch nicht erzielen können.

3. Das Team heißt zwar Hannover Scorpions, aber für viele ist das Team gar nicht verbunden mit Hannover, entstand doch der Verein in der beschaulichen Wedemark bei Mellendorf nördlich von Hannover. 1996 stieg man in die DEL auf, erst fünf Jahre später zog man aber nach Hannover. Das kleine Eisstadion in der Wedemark fasste damals nur knapp 3.000 Zuschauer. Genau diesen Schnitt konnte man als festen Kern für sich behalten, hinzu kommen dann je nach Spiel und sportlicher Situation ein paar Tausende dazu. Würden die Scorpions schon seit Jahren in Hannover spielen und auch eine gewisse Tradition wie die Indians aufweisen, würde eine Fangenerierung sicherlich leichter fallen.

Eigentlich dachte man in der Geschäftsführung der Scorpions, dass man hinsichtlich der Zuschauerzahlen auf einem ganz guten Wege sei, doch der Zuschauerrekord aus der Saison 2006/2007 mit über 6.000 im Schnitt konnte schon eine Saison später nicht gehalten werden und sank um fast 1.500. Jetzt liegt er momentan bei knapp 4.300, ist also nochmal gesunken, obwohl die Scorpions derzeit das beste Viel zu niedrig. Das sieht auch so der Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth, der am Wochenende in der HAZ ein bemerkenswertes Interview gegeben hat, das in der Sportszene Hannovers heiß diskutiert wird. Und das vor allem, weil er einen Rundumschlag macht und auch die Hannover Indians und deren Fans bekamen ihr Fett weg.

“Wir könnten uns vor den Pferdeturm stellen und Freikarten an 4602 Leute verteilen, davon würden sieben kommen. Die Leute, die uns besuchen, sind jünger. Die Kinder sind heute doch schlau. Denen kann man nicht erklären, warum sie zu den Indians gehen sollen. Auf den Stehplätzen können sie nichts sehen, und wenn sie etwas sehen können, interessiert es sie nicht. Die Kinder wollen Namen wie Alexander Jung
oder Sascha Goc.” [...]

“Um es klar zu sagen: Die Indians sind wirtschaftlich solide und haben sich etwas aufgebaut. Aber wir werden jede Woche vergleichbar gemacht,obwohl wir gar keine Möglichkeit haben, uns zu vergleichen. Die Indians spielen mit einer Profi-Mannschaft gegen Feierabend- Eishockeyspieler in einer Liga, in die sie nicht gehören und die sie natürlich beherrschen. Wir können keine dreckigen Toiletten bieten, keine verbrannten Bratwürste und auch keine Wunderkerzen. Wir können Spitzensport bieten, die Nationalmannschaft hierher holen – und am am Ende des Tages feststellen, dass das hier gar keiner will. Die Leute wollen die größte Kneipe der Stadt.”

Mit dieser scharfen Kritik und dem Frontalangriff hat sich Stichnoth sicherlich keine Freunde gemacht. Es dürfte auch klar sein, dass jeder Fan der Indians nach diesen Worten bis auf weiteres nicht mehr zu den Scorpions geht. Das ganze scheint wohl eher kontraproduktiv gewesen zu sein. So gewinnt man sicherlich dauerhaft keine neuen Zuschauer für die Scorpions.

Aber die Probleme, die es in Hannover gibt, sind nur eine kleine Projektion auf die Schwierigkeiten der DEL. Die aktuellen Zuschauerzahlen der DEL weisen für die gesamte Liga einen Schnitt von 5.572 Zuschauern auf, Hannover liegt also unter diesem Schnitt. Aber der Duchschnitt wird durch Berlin (14.100), Mannheim (11.600) und Köln (10.800) extrem in die Höhe getrieben. Es gibt die Eishockey-Hochburgen in der Bundesrepublik, danach kommt lange nichts. Insgesamt ist bei allen Vereinen ein Zuschauerrückgang zu beobachten. Und das ist ein Problem, dass die DEL immer noch nicht in Angriff genommen hat, geschweige denn Lösungen präsentiert hat. Und das alles vor dem Hintergrund, dass sich die finanziellen Probleme bei den Sinupret Ice Tigers in Nürnberg weiter verschärft haben. Der Verein kann die Spielergehälter nur noch mit Verzögerung zahlen, zusätzlich soll man auch noch Schulden beim Hallenbetreiber haben. Die Zuschauerzahlen in Nürnberg liegen übrigens im Schnitt um 1.500 geringer als vor zwei Jahren. Und dabei darf nicht vergessen werden, dass Nürnberg in der vergangenen Spielzeit die reguläre Saison als Tabellenerster abgeschlossen hat. Man schied zwar gleich im Playoff-Viertelfinale aus, aber sportlich gesehen gab es eigentlich keinen Grund für einen Zuschauerrückgang.

Die DEL hat sich in den vergangenen Jahren so ein bisschen selbst ins Fleisch geschnitten und nicht die nötigen Reformen eingeleitet um mehr Zuschauer in die Hallen zu bekommen und den großen, finanziell starken Vereinen entgegen zu kommen.

DEL-Modus: Vor der Saison wurde die DEL  von 15 auf 16 Klubs aufgestockt, gleichzeitig entwickelte man einen Spielplan, der in der Vorrunde nur noch 52 statt bisher 56 Spiele reduziert, so dass es gegen einige Klubs nur zwei statt vier Vorrundenspiele gibt. Und keiner steigt durch diesen Spielplan durch, nicht mal mehr die Trainer. Innerhalb von zwei Jahren hat man die DEL von 14 auf 16 Teams erhöht, gebracht hat es nichts.

Aufstieg und Abstieg: Immerhin wurde seit dieser Saison wieder Auf- und Abstieg eingeführt und somit sportliche Konkurrenz wieder ermöglicht. Jahrelang tat man dies aber nicht und stellt quasi einen Freifahrtschein für schlechte sportliche Leistungen.

TV-Vertrag: Die DEL hat überhaupt keine Free-TV Präsenz mehr, zeigt Highlights der Spiele im Liga-TV auf del.org und pro Saison gibt es bis zu 65 Spielen bei PREMIERE. Das kann keine optimale Lösung darstellen. Wenn man schon keine Free-TV Präsenz anstrebt, dann sollte man es doch PREMIERE ermöglichen mehr Spiele zu zeigen. Denn es gibt die Klausel, dass die DEL im TV-Vertrag mit PREMIERE auf eine Begrenzung der Spiele hingearbeitet hat, damit trotzdem Zuschauer in die Stadien kommen. Ebenso sollte es möglich sein, PREMIERE als langfristigen und treuen TV-Partner bei den Produktionskosten zu unterstützen, finanziell wie logistisch. Und ganz ehrlich. Wenn es hochkommt, sehe ich die Scorpions bei PREMIERE in der Vorrunde vielleicht fünf Mal in einem Spiel. Sollte man mehr Spiele ermöglichen seitens der DEL und diese halbwegs gerecht auf die Vereine verteilen, sieht man jedes Team vielleicht dreimal mehr, wenn überhaupt. Das wird garantiert kein Massenansturm auf das Pay-TV auslösen, aber es würde eine bessern Umfang der Übertragung sichern und insgesamt für eine bessere Darstellung des Produkts Eishockey im TV sorgen.

Natürlich hat es die Deutsche Eishockey Liga schwer auf dem deutschen Sportmarkt. Der Großteil der Sportfans interessiert sich für Fußball, Formel 1, ein bisschen noch für Handball – und dann kommt lange Zeit nichts. Und die Hardcore-Fans haben mit NASN und der NHL sowieso das Paradies auf Erden und hinterlassen damit der DEL wenig Chance sie als Fangruppe zu aktivieren, auch im Pay-TV Segment. Die DEL muss mit diesen Rahmenbedinungen leben, aber sie hat bisher noch keinen durchdachten und längerfristigen Versuch unternommen offensiv mit diesem Schicksal umzugehen. Potential ist ja da, nur man muss es auch nutzen und dann vor allem erhalten. Hinzu kommen natürlich auch die eher spärlichen Erfolge der Nationalmannschaft, daran kann die DEL leider nicht allzuviel ändern.

Bezeichnenderweise wird derzeit überregional so viel über die DEL berichtet wie nie zuvor, aber weniger über den Sport, sondern eher über den unheilbar kranken Kölner Torwart Robert Müller. Der SPIEGEL hatte letzte Woche eine größere Story im Heft, die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung widmete dem sympathischen Sportsmann die erste Seite im Sportteil. Und wer einmal sehen möchte, wie großartig Sport, wie großartig Fans, und wie großartig auch die DEL sein kann, dem sei morgen das Derby zwischen den Kölner Haien und den DEG Metro Stars empfohlen (PREMIERE übertragt ab 19h15). Mehr Gänsehaut geht nicht.

Robert Müller hat diese Aufmerksamkeit absolut verdient. Was ich aber sagen wollte, ist, dass überregional über die DEL scheinbar erst bei solchen Extremfällen berichtet wird. Ansonsten ist da wenig zu finden. Leider. Was kann man also aus Sicht der Hannover Scorpions und der DEL machen um zukünftig wieder mehr Fans in die Arenen zu locken und sich fanfreundlicher zu präsentieren? Hannover muss wohl weiterhin gut spielen. Und der Geschäftsführung würde es gut zu Gesicht stehen, solche Interviews à la Stichnoth zu unterlassen, weil die nämlich gar nichts bringen. Die DEL muss schleunigst den Modus wieder ändern. Ich will mich gar nicht auf eine bestimmte Zahl an Mannschaften festlegen, wie Han Zach es mit 12 Teams fordert. Der Spielplan muss nur klar verständlich sein für Fans, Zuschauer und Verantwortliche, es muss eine Konkurrenz um Aufstieg und Abstieg geben. Desweiteren ist es an der Zeit mehr Live-Spiele ins Fernsehen zu bringen. Die DEL und PREMIERE haben hier meiner Meinung nach durchaus Handlungsspielraum. Desweiteren würde ein wöchentliches Magazin, das durchaus von der DEL produziert werden kann, der Liga gut tun. Man könnte es über PREMIERE ausstrahlen oder auch via del.org. Aber man hat häufig den Eindruck, dass man von der Saison ein paar Spiele sieht, aber es rundherum wenig Informationen für den interessierten Eishockey-Fan gibt.

Das wären kleine, aber realistische und machbare Schritte. Aber man hat das blöde Gefühl, dass wohl eher die Hannover Scorpions mehr Zuschauer bekommen als dass die DEL sich wirklich zu einer grundlegenden, fanfreundlichen und für die Zuschauer attraktiven Reform durchringen kann.

Things Can Only Get Better

Hoch interessante Woche für “Deutschlands schönstes Fernsehen”, der Pay-TV Sender PREMIERE entscheidet dieser Tage, in welche Richtung es die nächsten Jahre gehen wird. Und zumindest eine freudige Nachricht kann man in Unterföhring vielleicht zur Kenntnis nehmen. Sehr viel schlechter kann es im Unternehmen und für die zahlenden Abonnenten nicht mehr werden. Am kommenden Donnerstag werden mit Spannung die Zahlen für das 3. Quartal erwartet. Aber nicht nur Zahlen, viele erhoffen sich vom Übergangsvorsitzenden Mark Williams auch konkrete Aussagen, wie es mit dem kriselnden Patienten weitergehen soll.

Programmvorstand Hans Seger soll entlassen werden, der Aktienkurs dümpelt zwischen zwei und drei Euro, Kürzungen des Sportprogramms an allen Ecken und Enden, neue Gerüchte über finanzielle Schwierigkeiten, Übergangschef Mark Williams hat sich wahrlich nicht den einfachsten Job ausgesucht. Leiden müssen vor allem die treuen Abonnenten.

Da werden heutige Nachrichten über einen Abschluss des Verschlüsselungswechsel schon groß gefeiert. Kann sich noch jemand erinnern, als der ehemalige Chef Michael Börnicke von einen Kostensenkungsprogramm gesprochen hat aufgrund der Piraterie-Problematik? Das dürfte jetzt eigentlich abgeschlossen sein. Nur kannte man damals noch nicht die finanzielle Lage von PREMIERE. Aus Piraten sollten Kunden werden. Das soll jetzt erstmal durch eine moderate Preiserhöhung Mitte November und einem immer schlechter werdenden Programm geschehen. Ganz ehrlich: Welchen Kaufanreiz bietet PREMIERE momentan für Kunden, die noch kein Abo haben? Eigentlich gar keine. Wie will man mehr Geld einnehmen ohne mehr Abonnenten? Da bleibt nur eine Preiserhöhung für die bestehenden Kunden. Schaut man sich die diversen Foren an, reagiert bei vielen schon Unverständnis, eine Mehrheit kündigt an, bei höheren Preisen das Abonnement zu kündigen. Für Mark Williams ist es eine Sackgasse: Abonnenten hält man nur durch ein gutes Programm. Ein gutes Programm besteht ganz offensichtlich nicht nur aus der Bundesliga. Und ein gutes Programm erfordert Investitionen. So oder so muss Mark Williams Geld in die Hand nehmen. Sollten immer mehr Abonnenten wegen der Programmkürzungen kündigen, nimmt PREMIERE weniger Geld ein. Baut man das Programm aus, bräuchte man kurzfristig frisches Geld. Letzterer Weg scheint kostenintensiver und vielleicht auch risikoreicher, aber langfristig kann nur er zum Erfolg führen. Oder man findet zwei Millionen Abonnenten, die dauerhaft bereit sind 54 Euro im Monat zu zahlen. Aber das werden die auch nur bei entsprechender Programmqualität tun. So oder so: PREMIERE muss wieder massiv ins Programm investieren. Denn die jetzigen Inhalte stellen eine deutliche Verschlechterung zu den letzten Jahren, auch vor der Arena-Zeit dar.

Dass PREMIERE ein ansprechendes und qualitativ hochwertiges Programm anbieten kann, hat man über viele Jahre unter Beweis gestellt. Und vielleicht ist auch der ein oder andere (ich schließe mich da gerne an einigen Stellen mit ein) verwöhnt von den letzten Jahren. Das will ich nicht ausschließen. Aber so wie sich PREMIERE derzeit aufstellt, kann es schlicht nicht weitergehen. Denn auch bestehende Programminhalte werden nicht konsequent genutzt. Und auch in der Berichterstattung, besonders bei der Bundesliga und der Formel 1, ist man ein großes Stück, von der Qualität der letzten Jahre entfernt.

Wie schlecht steht es um PREMIERE wirklich. Glaubt man den Recherchen des Manager-Magazins sieht es nicht gut aus. Es wird für dieses Geschäftsjahr mit einem Verlust von 150 bis 200 Millionen Euro gerechnet. Solche dramatischen Zahlen waren erwartet worden. Der viel wichtigere Fakt steht aber nur in einem Nebensatz: Bei der Restrukturierung der Kreditvereinbarungen mit den Banken kündigen die Geldhäuser ein Entgegenkommen nur an, wenn PREMIERE sich die Bundesliga-Rechte sichert. Ohne jene Rechte drohe PREMIERE sogar die Insolvenz. Von so dramatischen Aussagen hatte ich bisher nichts gehört.

Was heißt das für uns Abonnenten? Leider nichts Gutes. Schon gar nicht die neue Verschlüsselung bringt eine Programmoffensive, und auch nach Vergabe der Bundesliga-Rechte scheint kaum Spielraum für große Investitionen. Denn erst mit den Buli-Rechten kommen die wichtigen Verhandlungen mit den Banken. Und erst dann kann bei positivem Ausgang für PREMIERE wohl wieder etwas Geld in die Hand genommen werden. PREMIERE ist in der Zwickmühle. Einerseits steht man finanziell kurz vor dem Ruin, andererseits muss man reichlich Geld in die Hand nehmen um eventuell sogar ESPN als Konkurrent auszuschalten. Es dürfte klar werden, dass es wohl bis nächsten Sommer null Spielraum für eine Programmverbesserung gibt. Was dem Medienkonzern aus Unterföhring hilft: Schnelligkeit. Je schneller die Buli-Rechte vergeben werden, desto eher hat man Planungssicherheit und Spielraum für die Verhandlungen mit den Banken.

Viele positive Meldungen können die Abonnenten am Donnerstag also nicht erwarten. Wohl aber viel Ehrlichkeit. Denn in drei Tagen werden wir wohl zum ersten Mal seit fünf Jahren sehen, wie es wirklich um PREMIERE steht. Diesen einen Verdienst hat Mark Williams schon mal auf seiner Seite. Ansonsten spielen zu viele Variablen eine Rolle um sagen zu können, wie schnell PREMIERE die Krise meistern kann. Ich glaube, dass wir erst zum Sommer eine wirkliche Verbesserung sehen. Aber sehr viel schlechter als im Moment kann es wohl auch kaum noch werden.

Auch wenn es jetzt blöd klingen mag: PREMIERE braucht auch mal einen Neuanfang. Vielleicht schwappt ja ein bisschen change vom Atlantik bis nach Unterföhring.

Arm, Ärmer, NBA und PREMIERE

Noch sechs Tage bis zum Saisonstart in der NBA. Die Teams absolvieren derzeit ihre letzten Vorbereitungsspiele. Jeden Morgen mache ich meinen 15-minütigen Rundgang bei den großen amerikanischen Sportseiten um halbwegs einen Überblick zu bekommen, aber jedes Mal frage ich mich, ob das überhaupt noch großen Sinn macht.

Denn sechs Tage vor der NBA-Saison 2008/2009 bekommen die NBA und PREMIERE noch immer keinen TV-Vertrag für Deutschland zustande. Und das ist für beide Parteien einfach nur ein großes Armutszeugnis. Fest steht mittlerweile nur, dass NASN mit Ausnahme des Magazins Fastbreak, das bis zu dreimal pro Woche laufen soll, keine Live-Bilder aus der NBA zeigen wird. Mittlerweile konnte die NBA in Spanien, Frankreich, Italien und den Niederlanden TV-Verträge abschließen.

Nur in Deutschland schauen die Fans wieder in die Röhre. Und ich habe mittlerweile jegliche Hoffnung aufgegeben, dass noch ein TV-Vertrag zustande kommt. Hätte nie gedacht, dass ich mal sagen würde, dass ich schon mit zwei Spielen pro Woche zufrieden wäre. Die Hoffnung habe ich aufgegeben, weil PREMIERE scheinbar doch finanziell zu angeschlagen ist um überhaupt ernsthaft neue Rechte zu bekommen und weil die NBA scheibar auch kein großes Interesse zeigt, die NBA weiter in Deutschland zu zeigen. Man muss sich doch nur mal die letzten Jahre anschauen. PREMIERE überträgt seit fast zehn Jahren jetzt Basketball aus den USA, aber einen langfristigen TV-Vertrag zwischen PREMIERE und der NBA hat es nie gegeben, die letzten Jahre gab es stets eine Verlängerung um ein Jahr, und das ganze auf dem bekannten Schmalspurniveau mit zwei Spielen pro Woche und einem bereits vor der Saison festgelegtem Sendeplan. Im April bekam man dann Partien wie Memphis gegen Minnesota zu sehen, während die spannenden und entscheidenen Spiele nicht gezeigt wurden. Und wundert sich jetzt bei PREMIERE noch jemand, dass man nur sehr niedrige Einschaltquoten hat? Wer soll denn als NBA-Fan PREMIERE abonnieren, wenn er nicht mal weiß, dass man länger als eine Saison überträgt? Niemand schließt wegen der NBA einen teueren 1-Jahres-Vertrag beim Unternehmen aus Unterföhring ab. Aber man hätte doch durchaus die letzten Jahren einen umfassenden TV-Vertrag schließen können, stattdessen gab es nur ein paar Häppchen. Schlecht für die Fans, und jetzt auch schlecht für die NBA und PREMIERE. Denn durch diese Salamitaktik konnte PREMIERE nie eine wirkliche Fanbasis aufbauen. Und der NBA scheint das wohl alles egal zu sein. Denn im Interesse der Fans hätte man schon längst umsteuern können.

PREMIERE will jetzt für ein paar Fans nicht allzuviel zahlen, und die NBA will weiterhin gute Geld sehen. PREMIEREs Ansicht kann man teils noch verstehen, doch die NBA scheint immer noch zu glauben von PREMIERE weiter die gleiche Summe wie die letzten Jahre zu bekommen. Hätte die NBA sicherlich auch verlangen können, wenn man PREMIERE mal mit einem längerfristigen Vertrag hätte ausstatten können. So haben jetzt beide Parteien den Schwarzen Peter. Kann man diese schwierigen Verhandlungen irgendwie lösen? Ja, indem die NBA, teilweise wie mit Canal Plus in Frankreich, PREMIERE mit dem Preis entgegenkommt. Aber scheinbar ist PREMIEREs Angebot so niedrig, dass die NBA überzeugt ist besser ganz auf eine Übertragung in Deutschland zu verzichten. Wir haben einen der besten Basketballer der Welt in der NBA, mit Chris Kaman einen weiteren Nationalspieler in der besten Basketballliga der Welt – aber PREMIERE und NBA stehen jetzt vis a vis im Ringen um einen neuen TV-Vertrag. Beide Parteien bekommen jetzt die strategischen Fehler der letzten Jahre zu spüren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt, und das ist auch der einzige Rettungsanker, den ich noch für mich verbuchen kann. Mehr aber auch nicht.

Warum nicht gleich so, Herr Steuer?

Ärger und Unverständnis gab es, nachdem sich zeigte, dass PREMIERE nur noch ein Spiel pro Woche aus der DEL zeigen würde. Die Internetseite von PREMIERE und auch die Plattform für die Werbekunden sprach stets von zwei Spielen pro Woche, am Donnerstag und Sonntag. Doch mit zwei Ausnahmen blieb es bei einem Spiel pro Woche. Von PREMIERE hörte man immer, es liege an begrenzten Übertragungskapazitäten, was an sich schon fast. Da muss erst der Pressedienst des ERC Ingolstadt bei PREMIERE anfragen, damit man endlich die richtigen Informationen bekommt:

“Wie in den vorangegangenen Spielzeiten bekommen Eishockey-Fans auch in dieser Saison insgesamt 65 Spitzenspiele aus der Deutschen Eishockey Liga live bei Premiere zu sehen. Richtig ist, dass wir uns dazu entschlossen haben, eine neue, sinnvollere Gewichtung bei den Übertragungen vorzunehmen. [...] Wir garantieren, wie ich bereits eingangs erwähnt habe, in den drei ersten Monaten des Jahres 2009 Eishockey total. Die Premiere Eishockey-Redaktion wird zwischen Januar und März in 90 Tagen 40 DEL-Partien live übertragen. Das heißt, wir bieten teilweise jeden zweiten Tag Live-Eishockey.”

Und warum kann man das den interessierten Abonnenten und Eishockey-Fans nicht schon im September sagen?

Mediales am Montagabend: NBA TV-Rechte, DEL-Übertragungen, Sat.1 Nachrichten, Tageszeitungen, Thomas Wark, Blogs

Alles, was sich die letzten Tage so angesammelt hat, gibt es jetzt mal in einer kleinen Rundschau.

Noch knapp sieben Wochen sind es bis zum Start der neuen NBA Saison 2008/2009. Am 28. Oktober eröffnen die Cleveland Cavaliers gegen die Boston Celtics die neue Spielzeit. Für die NBA-Fans in Deutschland ist es jedes Jahr das gleiche Hoffen und Bangen, ob man zumindest ein paar Spiele aus der besten Basketballliga der Welt zu sehen bekommt. Der Vertrag zwischen der NBA und PREMIERE ist ausgelaufen, in Unterföhring äußert man sich dieser Tage selten zu aktuellen Wasserstandsmeldungen. Man sei angeblich in Verhandlungen. Wenn man den derzeitigen Sparkurs anschaut, ist es eigentlich unvorstellbar, dass man sich die NBA-Rechte sichert. Das wäre dann so, als würde Kurt Beck 2009 nochmal Parteivorsitzender der SPD. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Eine Neuerung gibt es diese Saison: ESPN vermarktet in enger Absprache mit der NBA die weltweiten Rechte. Theoretisch würde es sich anbieten, dass dann auch die NBA zu NASN wechselt. Wenn die NBA aber durch länderspezifische Vergabe mehr Geld einnimmt, ist der Weg für NASN versperrt. Und das heißt dann wohl auch für die deutschen NBA-Fans. Oder glaubt jemand, dass das DSF sich bemüht, zwei Spiele pro Woche zu zeigen? Immerhin gibt es noch ein bisschen Hoffnung. Sowohl Digital Plus aus Spanien als auch Canal Plus aus Frankreich werben derzeit in ihren Programmpaketen nicht mit der NBA. Jedenfalls gibt es Informationen, aber keinerlei Hinweise, dass man auch die kommende Saison überträgt. BTW: Von dem Angebot sonst wird man fast erschlagen, sieht sehr umfassend aus. Canal Plus zeigt übrigens auch drei Topspiele pro Spieltag aus England, dazu aber noch Deutschland, Spanien und Italien. Zurück zur NBA: Die große Lösung mit NASN scheint eher unwahrscheinlich. Wir müssen wohl wieder auf PREMIERE hoffen

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Nachtrag zu meinem Bericht über die DEL-Übertragungen bei PREMIERE. Mittlerweile sendet man in der Regel nur noch ein Spiel pro Woche. Gestern hat man sich das Derby Düsseldorf gegen Köln entgehen lassen. PREMIERE-Sportchef Roman Steuer hat dem Branchendienst Quotenmeter ein Interview gegeben. Darin sagt Steuer bezüglich der DEL-Übertragungen [Hervorhebung von mir]

“Wir werden vor allem von den entscheidenden Spielen um die Deutsche Eishockey Meisterschaft so ausführlich als möglich berichten und halten stets die Augen nach technischen Innovationen offen. Sobald uns etwas angeboten wird, was die Qualität unserer Übertragungen weiter verbessert, werden wir einen On Air-Einsatz prüfen.”

Und was heißt das genau? Die entscheidenen Spiele um die Meisterschaft sind die Playoffs. Da zeigt man ja schon ab dem Halbfinale alle Spiele. Wieso fällt es PREMIERE so schwer endlich mal klare Aussagen zu machen? Zum Beispiel in der Art: Ja, zu Beginn zeigen wir nur ein Spiel pro Woche. Ab Janauar gibt es dann 2-3 Spiele pro Woche, damit wir die spannende Phase vor den Playoffs umfassend abdecken. Die Aussagen von Roman Steuer sind doch Käse. Null Inhalt. Man wirbt derweil weiter mit zwei Live-Spielen pro Woche. Und dass die Ausrede mit der begrenzten Kapazität im Sportportal nicht als Ausrede dienen kann, zeigt man nächste Woche. Dann gibt es nach der Formel 1 die DEL. Warum nicht immer so?

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Interview die Zweite, diesmal mit Peter Limbourg, Nachrichtensprecher bei Sat.1 für die einzige Nachrichtensendung des Tages um 20h00. Jetzt wird man die Sendung auch auf den Samstag ausweiten. Gewagter Schritt. Mal sehen, wieviele Menschen von der ARD-Sportschau dann zu den Sat.1 News rüberschalten. Die Quoten sind sehr bescheiden, aber das wird dann seitens Torsten Rossmann so gerechtfertigt:

“Die Tatsache, dass es unsere Sendung gibt, ist ein klares Statement – für die Relevanz von Sat.1.”

Welche Relevanz?

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Erst jetzt entdeckt, trotzdem immer noch aktuell und interessant zu lesen. Die Media Perspektiven haben Daten zur Konzentration der Tagespresse in Deutschland veröffentlicht. Die zehn größten Verlagsgruppen haben mittlerweile einen Marktanteil von fast 60% der verkauften Exemplare. Hier eine Kurzübersicht und die gesamte Studie.

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In England herrscht derzeit großes Entsetzen. Seit dieser Saison hat der Pay-TV Sender Setanta die Übertragungsrechte für Auswärtsspiele der englischen Mannschaft. Da weder ITV noch die BBC sich mit Setanta auf eine Einigung bezüglich einer Zusammenfassung im Free-TV einigen konnten, bleibt für viele Fans der Bildschirm schwarz. Jetzt soll die Politik eingreifen.  Wie gut, dass das ZDF zumindest die zweite Hälfte überträgt. An dieser Stelle schon mal der Hinweis für Thomas Wark, der das Spiel kommentieren wird. Auch Engländer, die kein Wort deutsch sprechen, merken, wenn man Spielernamen nicht dem richtigen Verein zuordnet. Und bitte nicht den Marktwert für Luka Modric in die Höhe treiben. Bei den Spurs-Fans besteht dann Suizidgefahr. Dankeschön.

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Miro, der vor ein paar Monaten der-kommentator geschlossen hat, bloggt ab heute an neuer Stelle unter north-stand. Themen: Politik, Medien, Alltag und Fußball. Willkommen zurück.

Ein kleiner Tipp: Wer sich gerne für britische Medien interessiert. Der Guardian pflegt mit viel Qualität unter media Monkey zu bloggen.