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Bild des Tages: Es fahren Bus und Bahn – oder auch nicht

Sonntag, 19. Dezember 2010 19:26

Wenigstens kann man sich bei dieser Meldung nicht beklagen, man wäre über Verspätungen nicht informiert. Manchmal wünschte ich mir aber, man könnte die Fahrgäste einen Tick detaillierter informieren.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

Zahl des Tages: Donnerstag, 23. September 2010 – 18

Donnerstag, 23. September 2010 21:19

18 neue Fahrer stellt die Rheinbahn ein. Das hat das Unternehmen bekanntgegeben. Damit reagiert man auf die vielen Ausfälle von Straßenbahnfahrten und zahlreichen Busverbindungen in den letzten Wochen.

Außerdem sollen, so meldete Antenne Düsseldorf in den Lokalnachrichten, organisatorische Abläufe geprüft werden. Was so viel heißt: Wir wussten seit Juli von den Fehlern, haben aber öffentlich nie zugegeben, dass Fahrten wegen zu wenigen Fahrern ausfallen. Wir entschuldigen uns. Nur eine richtige Entschuldigung gab es bis heute nicht. Aber immerhin scheint das Problem jetzt gelöst. Wurde auch Zeit.

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U79 zur Uni (II): Stadt will prüfen…aber warum jetzt eigentlich?

Freitag, 27. August 2010 8:28

Es hat nicht lange gedauert, dass der umstrittene Takt für die verlängerte U79 zur Uni auch bei Bürgermeister Dirk Elbers (CDU) angekommen ist. Und man scheint sich jetzt auch im Rathaus bewusst zu sein, dass der 20-Minuten-Takt, zumindest in den Morgenstunden, nicht ausreicht.

So kann man es interpretieren. Die Rheinische Post berichtet, dass die Stadt beschlossen hat ab Montag zu beobachten, wieviele Fahrgäste die neue Strecke nutzen um dann zu entscheiden ob zum Beispiel ab Oktober zum Vorlesungsbeginn mehr Züge eingesetzt werden.

Hört sich auf dem ersten Blick als eine gute Neuigkeit an. Doch machen Stadt und Rheinbahn einen entscheidenden Fehler, wenn sie jetzt in den Semesterferien die Fahrgastzahlen messen wollen. Denn die werden deutlich kleiner ausfallen als während der Vorlesungszeiten. Man braucht sich derzeit doch nur an der Universität umsehen und stellt schnell fest, dass da überhaupt nichts los ist. Das Messen der Fahrgastzahlen ab Montag bringt also überhaupt kein Abbild des eigentlichen Fahrgastaufkommens während der Vorlesungszeiten auf den Strecken zur Uni. “Sollten wir feststellen, dass der Platz in der U 79 nicht reicht, werden dort mehr Züge eingesetzt. Parallel müssen wir auch gucken, ob das Angebot auf der Linie 707 dann zu groß ist, denn wir müssen auch an die Kosten denken”, hört man von der FDP. Was hat das Angebot der 707 mit der neuen Linie U79 zu tun? Das sind doch wieder zwei völlig verschiedene Schuhe. Die 707 verbindet vor allem das nördliche Stadtgebiet mit dem Zentrum und bindet die Stadtteile Bilk und Friedrichstadt an die Uni. Und da muss man gar nichts am Takt ändern, denn die Bahnen werden dort weiter voll genug sein, auch wenn ein Großteil der Studenten ab Hauptbahnhof die U79 nehmen sollten. Zudem kommen viele Studenten aus dem Umland beim Bilker S-Bahnhof an und benutzen dann die 707. Wenn man jetzt die U79 hat, kann man die 707 schlicht nicht kürzen oder gegeneinander ausspielen. Dafür sind die Streckenverläufe doch viel zu unterschiedlich. Man könnte höchstens überlegen, nicht alle Züge bis zur Uni fahren zu lassen. Aber die 707 ist zu jeder Tageszeit gut gefüllt.

Man merkt, dass viele Politiker selten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Düsseldorf fahren. Und was muss es für eine befreiendes Gefühl sein, wenn Fahrgäste aus Friedrichstadt und Bilk ab Oktober morgens vielleicht auch mal die klitzekleine Chance haben einen Sitzplatz in der 707 zu finden und sich nicht weiter mühsam auf die unterste Trittstufe quetschen zu müssen?

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U79 zur Uni: Verkehrsplanung à la Düsseldorf

Mittwoch, 25. August 2010 16:54

Am Sonntag findet bei den Düsseldorfer Verkehrsbetrieben, zum besseren Verständnis einfach nur Rheinbahn genannt, der kleine Fahrplanwechsel statt. Mit zahlreichen Änderungen und durchaus auch Verbesserungen, wie das Unternehmen auf seiner Website ausführlich dokumentiert hat. Die Rheinische Post war so freundlich das noch einmal abzuschreiben und einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen.

Wichtigste Änderung für alle Studenten der Heinrich-Heine-Universität. Es gibt es neue Verbindung zu Uni. Die U79, aus Duisburg oder Wittlaer kommend, fährt von montags bis freitags zwischen 06:30 Uhr und 19:30 Uhr weiter über den Hauptbahnhof, Philipshalle und Wersten bis zur Haltestelle Uni Ost, gemeinsamer Endpunkt dann mit der Straßenbahnlinie 707. Studenten, die von außerhalb Düsseldorfs oder in den Stadteilen im Nordosten der Stadt wohnen, können also vom Hauptbahnhof in knapp 15 Minuten zur Uni kommen und müssen nicht mehr die besonders morgens häufig völlig überfüllte 707 via Friedrichstadt und Bilk benutzen. Damit ist dann die Verlängerung der Linie U79 abgeschlossen, ein Projekt, das eigentlich schon letztes Jahr beendet werden sollte und vor über fünf Jahren zum ersten Mal angedacht wurde. Die Verbindung an sich stellt also eine erhebliche Verbesserung dar. Solange man nicht auf die Details schaut.

1. Es gibt vorerst nur einen 20-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Uni Ost. Es fährt also nur jede zweite Bahn weiter über den Hbf und Westen zur Universität. Das sieht nicht gerade danach aus, als wolle die Stadt und die Rheinbahn diese Strecke wirklich nutzen. Wieso baut man für fast 10 Millionen Euro eine neue Anbindung und lässt dann in jede Richtung drei Straßenbahnen fahren? Das will ich nicht verstehen. Gerade während der Vorlesungszeiten und insbesondere demnächst in den Wintermonaten sind die Bahnen überfüllt. Da ist ein 20-Minuten-Takt zur Uni als schnellste, direkte Anbindung vom Hbf schon fast ein verkehrspolitisches Armutszeugnis. Die Rheinbahn muss man hier aus der Schusslinie ziehen. Die Stadt will vorerst nur die geringe Taktung, schreibt die Westdeutsche Zeitung. Aber das kommt natürlich auch der Rheinbahn entgegen. Weniger Fahrzeuge, weniger Fahrer im Einsatz. Da kann man ein paar Euro sparen.

2. Dass die Bahn zur Uni nicht am Wochenende fährt, kann ich verstehen. Für Studierende, die Samstag oder Sonntag auf den Campus müssen – was eine überschaubare Zahl ist – reicht weiterhin die längere Verbindung mit der 707. Aber die U79 in der Woche nur bis 18:30 Uhr fahren zu lassen, geht ein wenig an der Alltagsrealität von vielen Studierenden vorbei. Denn es gibt viele, die häufig noch bis 20:00 Uhr oder teilweise länger an die Uni, und sei es nur wegen Vorträgen oder Recherche in der Bibliothek. Da wäre es von der Rheinbahn und der Stadt schon ein großes Entgegenkommen gewesen, die U79 bis 20:30 Uhr bis zur Uni pendeln zu lassen. Und es würde ja sogar reichen, wenn die U79 dann auch am Hbf endet. Quasi eine Art Pendeldienst.

3. Für die Verlängerung der U79 werden zwei Straßenbahnlinien gestrichen. Die 711 und die 716. Die 711 verbindete im Berufsverkehr Derendorf und Pempelfort mit der Uni – also eine Linie, die auch ich häufig genutzt habe. Die 716 fuhr von Uni Ost über Oberblik und Flingern nach Grafenberg. Beide Linien fallen nun weg. Aus Pempelfort und Derendorf kann man jetzt ja auch die U79 zum Beispiel ab U Nordstraße zur Uni nutzen. Und Fahrgäste aus Flingern und Grafenberg können jetzt am Oberbilker Markt in die U79 zur Uni umsteigen. Zwei Linien fallen weg. Eine neue kommt hinzu. Sowohl die 711 als auch die 716 waren in den Morgen- und Nachmittagsstunden gut belegt und fuhren teilweise alle 10 Minuten. Und jetzt soll das alles durch die U79 im 20-Minuten-Takt ersetzt werden? Das passt für mich nicht zusammen.

Es wäre ein sehr positives Zeichen gewesen, wenn Stadt und Rheinbahn die neue Linie zur Uni, welche die Fahrzeit vom Hbf um 10 Minuten verkürzt, auch die Bedeutung geschenkt hätten, welche sie verdient, durch einen 10-Minuten-Takt und spätere Fahrten bis 20:30 Uhr. Aber so wirkt das völlig lieblos und unbedarft in das bisherige Verkehrsnetz integriert. So, als wolle man die Strecke gar nicht haben. Ich weiß nicht, was man da prüfen möchte. Man weiß ja ungefähr, wieviele Studenten täglich an die Uni reisen. Und wenn man 10 Minuten schneller vom Hbf an der Uni sein kann, dürfte klar sein, welche Verbindung Studierende dann nehmen. Und für die Anzahl der Menschen reicht ein 20-Minuten-Takt dann nicht.

Mal sehen, wie lange die Stadt prüft und ihre Haltung ändert.

Thema: Düsseldorf | Kommentare (1) | Autor: medispolis

Honesty is the best policy

Donnerstag, 29. Juli 2010 16:43

Es sind Fälle, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, die sich in ihrem Ausmaß, ihrer Tragweite und Konsequenzen vielleicht auch erheblich unterscheiden und deswegen gar nicht miteinander verglichen werden können, aber trotzdem stelle ich mir seit Tagen die Frage, warum es Wirtschaftsunternehmen, Veranstalter und Organisatoren von Großveran-staltungen oder Verursacher von Umweltkatastrophen so schwer fällt, auf eine angespannte Lage oder gar Krise so kleinhäutig zu reagieren, indem sie die Kunden oder Betroffenen schlicht die Wahrheit vorenthalten. Von bewusstem Lügen möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Erstes Beispiel: die Rheinbahn, die Düsseldorfer Verkehrsbetriebe. Die haben derzeit nämlich Fahrermangel, bedingt durch einen erhöhten Krankenstand, zahlreiche Zusatzschichten wegen Großveranstaltungen und der Düsseldorfer Kirmes und den Sommerferien mit vielen abwesenden Mitarbeitern. Und wenn man nicht genug Fahrer hat, hat man nicht genug Fahrzeuge, die gefahren werden können um den Fahrplan zu erfüllen. Ich bin die ganze Woche ins Büro mit der Bahn gefahren und konnte jeden Morgen von Ausfällen einzelner Verbindungen berichten, teilweise sogar zwei Bahnen am Stück. Das ist für die Fahrgäste eine ärgerliche Situation, wenn man darüber nicht informiert wird. Wenn ich von den widrigen Umständen weiß, stelle ich mich auf die Situation ein. Ich habe auch gar kein Problem damit, dann ist es halt so und man muss mit den Gegebenheiten so gut wie möglich umgehen, Rheinbahn wie Fahrgäste. Für was ich allerdings gar kein Verständnis habe, ist der Umgang der Rheinbahn mit dieser Situation. Die Rheinische Post hat ein paar exklusive Informationen und Statements veröffentlicht. Fahrer wie betroffene Fahrgäste bestätigen Ausfälle, die Rheinbahn nimmt als vorübergehende Ausrede Fahrzeugausfälle. In der Werkstatt ist davon aber nichts bekannt. Da geht die Unternehmenskommunikation voll auf. Wieso ist es so schwierig, den Fahrgästen mitzuteilen, dass sie sich auf Ausfälle einstellen müssen, weil es derzeit nicht genügend Fahrer gibt? Wenn ich das weiß und ehrlich vom Unternehmen kommuniziert wird, gibt es meinerseits dann Akzeptanz für die Situation. Doch bei dieser Strategie des Vertuschens und Lügens kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Zumal jeder, aber wirklich jeder in Düsseldorf von den Problemen berichten kann. Nur die Rheinbahn nicht. Unverständlich. Und den Ärger bekommen dann wieder die Fahrer ab, die sowieso schon durchweg einen intensiven anstrengenden Job haben.

Und man könnte die Liste dieser Fälle fortsetzen, angefangen beim einen globalen Konzern wie BP bis hin zur Deutschen Bahn oder den Veranstaltern der Loveparade und der Stadt Duisburg. Ich kenne wenige Fälle aus dem Bereich der Krisenkommunikation, wo Verschleiern oder bewusstes Verschweigen von Tatsachen sich irgendwann ausgezahlt hat. Es kommt ehe irgendwann alles ans Licht, Medien und effektiven Ermittlungsbehördern muss hin und wieder auch mal gedankt werden. Wie fühlt man sich, wenn man ganz offensichtlich kein tragfähiges Sicherheitskonzept für eine Großveranstaltung hatte? Wer dafür letzlich zuständig ist und in wessen Verantwortungsbereich dieser Sachverhalt liegt, ist das Aufgabe der Staatsanwaltschaft herauszufinden. Für mich als Bürger oder direkt Betroffenen ist das in erster Linie völlig egal. Für mich wäre es ein Zeichen und angemessen, wenn man Fehler, die ganz offensichtlich begangen würde, zugibt. Sie passieren, es ist ärgerlich und sogar tödlich. Leider. Aber es ist keinem geholfen, wenn man als Person oder Führungskraft in der Öffentlichkeit ein desolates eigenes Bild abgibt und sich keiner Schuld bewusst sein will. Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen. Und als Chef eines Unternehmens, einer Institution oder Behörde hat man immer auch Verantwortung für seine Mitarbeiter und Angestellten. Denn die sind es meist, die in Kontakt kommen, mit Fahrgästen, normalen Bürgern, Freunden und Bekannten. Und die müssen sich dann erklären und rechtfertigen und werden von der Chefetage im Stich gelassen.

Ich hatte eigentlich den Eindruck, dass durch die Finanz- und Wirtschaftskrise das Bewusstsein für eine faire und ehrliche Unternehmenskommunikation auch zum Schutz der eigenen Mitarbeiter wieder erheblich gewachsen ist. Die letzten Tage und Wochen lassen mich daran wieder mehr zweifeln. Auch wenn es nur Einzelfälle sind, die gar nichts miteinander zu tun haben. Aber wie heißt es so schön: Honesty is the best policy.

Thema: Düsseldorf, Wirtschaft | Kommentare (2) | Autor: medispolis

Notizen aus Düsseldorf (I)

Samstag, 23. Januar 2010 21:21

Seit über drei Monaten wohne ich jetzt schon in Düsseldorf. Ich war früher ein paar Mal in der Stadt auf Durchreise und letztes Jahr zwecks Bewerbung für den Studiengang dann wieder häufiger. Ich fand Düsseldorf damals stets eine sehr lebenswerte und pulsierende Stadt. Das würde ich auch nach drei Monaten noch weiter so unterschreiben, allerdings ist es wirklich so, dass, wenn man einmal länger in einer Stadt wohnt und nicht nur als Tourist zu Besuch ist, die Sicht auf und die Meinung über die Stadt ein wenig negativer wird. Ist bei mir auch so. Ich verspüre jetzt nicht mehr die große Euphorie, wenn ich nach Düsseldorf fahre oder mit anderen Leuten über Düsseldorf spreche, trotzdem bleibt es weiterhin eine Stadt, in der ich sehr gerne lebe und mich ausgesprochen wohl fühle.

Warum meine Meinung jetzt im Vergleich zu meinen ersten Tagen hier negativer geworden ist, kann ich gar nicht so genau sagen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich Düsseldorf vorher vielleicht ein wenig zu positiv gesehen habe und ich die Stadt – und eben auch die nicht so schönen Ecken oder die Gebiete, die mal dringend eine Auffrischung gebräuchten könnten – kenne. Und wenn ich dann am Sommer auf meiner Lieblingspark im Rheinpark in der Sonne sitze, ist mir das sowieso egal. Überhaupt: So ein großer Fluss hat für eine Stadt schon ein unglaublich schönes Flair. Und dass ich in drei Minuten am Rhein mit dem Rad bin – das damals bei der Zusage für die Wohnung aber gar nicht gewusst habe – lässt mich über das ein oder andere negative Element im Düsseldorfer Stadtbild doch schnell hinwegsehen. Was ich allen Gästen von Düsseldorf mal empfehlen kann. Abends oder nachts (glaube bis 22:00 Uhr) auf den Rheinturm fahren. Tolle Aussicht auf die Rheinebene und die beleuchtete Stadt.

Auch wenn der Stadtteil Pempelfort, in dem ich wohne, von vielen völlig zu Unrecht unterschätzt wird und scheinbar bei den meisten nur ein kleines Zur-Kenntnis-Nehmen auslöst, wenn man sagt, man wohne in Pempelfort, sei an dieser Stelle doch angemerkt, dass man sehr viel zentraler und schöner nicht wohnen kann. 10 Minuten in die Altstadt, fünf Minuten in die City, ebenso kurzer Weg zum Rhein und in den Hofgarten. Dazu alle Geschäfte des täglichen Bedarfs fast vor der Nase und mit der Nordstraße fast schon eine kleine Shopping-Meile in der Nähe. Den Starbucks werde ich im Sommer mit meinem Frappucino Strawberry häufiger belagern. Natürlich ist auch Pempelfort ein typischer Stadtteil einer deutschen Großstadt im Stadtzentrum. Viel Verkehr, hin und wieder auf den Hauptstraßen ganz schön laut. Aber dafür ist es eben umso schöner, wenn man dann in den Parks oder am Rhein von der Hektik abschalten kann.

Was aus meiner Sicht gar nicht geht, ist die Rheinbahn. Ich merke durchaus, dass man sich in diesem Unternehmen bemüht, sowas wie Service großzuschreiben und sehe das auch an der ein oder anderen Stelle. Es gibt auch supermoderne Bahnen, in denen es wirklich Spaß macht mitzufahren. Aber das ist eher die Ausnahme: Häufig hat die Rheinbahn gerade in der Hauptverkehrszeit auf der Strecke zur Uni viel Verspätung und sammelt auf dem Weg dorthin noch einmal dieselbe Zahl Minuten drauf, die sie in Pempelfort hat. Und alte, fast schon nostalgische Bahnen schön und gut: Aber irgendwann wäre es wirklich mal an der Zeit, neue Fahrzeuge anzuschaffen. Studenten machen die Bahnen schon nicht kaputt. Da muss man deswegen nicht die 70er Jahre-Bahnen fahren lassen. Also die Rheinbahn und ich sind noch keine Freunde geworden. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad zur Uni fahren, was ich mit Ausnahme des Winters und bei schlechtem Wetter auch tun werde. Nur gerade jetzt, wenn es abends früh dunkel wird und ich bei Dunkelheit durch Düsseldorf mit dem Fahrrad fahre, kann mich auch gleich irgendwo aufhängen. Gut ausgebaute Radwege in der City bleiben eine Seltenheit. Und mit Autofahrern die Straße teilen – no way. Dann im Winter lieber mit der verspäteten Straßenbahn. Mir fällt gerade auf, dass ich seitdem ich hier bin noch nicht U-Bahn gefahren bin.

Auch in Düsseldorf wird überall fleißig gebaut – zur Verschönerung des Stadtbildes. Ist auch an manchen Stellen dringend nötig. U-Bahn durch die City, Neugestaltung des Jan-Wellem-Platzes und zahlreiche Neubauten an der Eisenbahnstrecke zwischen Düsseldorf Wehrhahn und Zoo stehen die nächsten Jahre an. Ich finde das gut, dass so umfangreich in den Städteneubau investiert wird. Wenn man etwas schöner machen kann und die Bausünden früherer Jahre überwinden kann, ist das umso besser. Und vielleicht schaffen wir das ja auch nochmal bei den Bahnsteigen und dem Bahnhofsdach des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Über die Bahnhofseinfahrt will ich gar nicht nachdenken. Man macht sich dann also seine Gedanken über das Aussehen von Düsseldorf, wenn man ein wenig länger hier wohnt.

Habe es zumindest versucht, hier eine regionale Tageszeitung zu abonnieren. Aber ich kann es einfach nicht, wenngleich der Lokalteil der Rheinischen Post noch akzeptabel ist – im Gegensatz zum Internetauftritt. Die perfekte Informationsquelle über lokale Politik und Düsseldorf generell habe ich noch nicht gefunden.

Apropos Kommunalpolitik: Kommt das mir nur so vor oder ist es im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hier extrem ruhig in der Kommunalpolitik? Ich bekomme hier immer noch kaum was mit. Anmerkung meinerseits: Könnte auch an meiner noch mangelnden Bereitschaft liegen mich ausführlicher damit zu beschäftigen. Eine Sache noch: Ich habe den Einruck, das man mit dem nicht vorhandenen Schuldenstand Düsseldorfs in der Fremde durchaus angeben kann.

    Und wenn die Rheinbahn und ich Freunde werden, sage ich hier als erstes Bescheid. Die Rheinbahn macht jetzt aber erstmal Sparprogramm, wie ich gehört habe. Vielleicht kann man sich ja auch mal die ein oder andere Verspätung sparen.

    Thema: Düsseldorf | Kommentare (0) | Autor: medispolis

    Nah- und Fernverkehrserlebnisse

    Mittwoch, 23. Dezember 2009 9:51

    Die letzten Tage mit dem teils rasanten Wintereinbrüchen waren für die Menschen, welche auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, sicherlich kein schöner Abschnitt in der ohnehin schon stressigen Vorweihnachtszeit. Auch ich durfte es erleben, wie es ist Opfer von Schnee, Eis und Kälte zu werden – wie so viele andere auch.

    Sonntagabend bin ich mit dem IC von Bremen nach Düsseldorf gefahren. Insgesamt meine derzeitige Heimat mit gut 45 Minuten Verspätung erreicht, wovon allein 25 Minuten Halten auf offener Strecke zwischen Essen und Duisburg eingerechnet sind. Das viel größere Problem bestand dann im Nachhauseweg vom Düsseldorfer Hbf, weil Bahnen nur noch sehr unregelmäßig oder gar nicht fuhren. Gleiches Schauspiel dann auch am Montag, wo ich fast zwei Stunden zur Uni gebraucht habe, weil diverse Bahnen gar nicht fuhren – und wenn, dann nur sehr unregelmäßig und nicht bis zum eigentlichen Endpunkt. Dafür klappte die Nachhausefahrt von der Uni am Montagabend zumindest einigermaßen problemlos, um dann dafür gestern Nachmittag wieder fast eine Stunde länger von Düsseldorf nach Hannover zu brauchen, weil Züge ausgefielen sind und damit Anschlüsse verpasst wurden. Irgendwann verliert man dann die Lust und die Haltung, alles ein wenig locker und entspannt zu sehen.

    Nun bin ich weit davon entfernt zu sagen, dass bei solchen Witterungsverhältnissen alles perfekt laufen muss und man sich doch eigentlich viel früher auf den Wintereinbruch hätte einstellen müssen. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, war ich sowas von perplex, weil ich solche Schneemassen in einer deutschen Großstadt selten gesehen habe. Dass dann nicht mehr alles nach Plan läuft, dürfte klar sein – und findet bei mir auch Verständnis. Was ich allerdings gar nicht begreifen kann, ist die mangelnde Bereitschaft, die Bevölkerung und damit die Kunden über den aktuellen Betriebsablauf zu informieren. Da gibt es in Zeiten der Internetdienste und zusätzlich über Radio und TV so viele Möglichkeiten, die aber einfach nicht wahrgenommen werden. Und überhaupt war die Informationslage an den Tagen eher dürftig.

    Ein paar konkrete Beispiele: Zumindest für den Sonntag muss ich die Deutsche Bahn wirklich loben, die uns wirklich sobald es verkündbare Informationen gab, informiert hat. Man hat uns auch alles erklärt, warum wir jetzt warten – aufgrund von Weichenstörungen ist nur eingleisiger Fahrbetrieb möglich – und hat bereits in Dortmund darüber informiert, dass es im Laufe der Fahrt zu massiven Verspätungen kommen kann. Das klappte wunderbar, von daher richtet sich mein Ärger auch eher gegen die Düsseldorfer Rheinbahn. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht mal, ob die wissen, was gute und brauchbare Informationen sind. Als ich Sonntagabend in Düsseldorf ankam, lief über den Abfahrtszeitenbildschirm der Hinweis, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommen kann. Ach, guck an, hätte ich jetzt nicht gedacht. Nach 30 Minuten war aber noch immer keine Bahn da. Dann muss die Rheinbahn meiner Meinung nach ganz einfach mal den Arsch in der Hose haben und sagen, dass bestimmte Stadtbahnlinien nicht mehr fahren. Und man nicht erst eine halbe Stunde in der Kälte steht, sondern sich andersweitig um Ersatz kümmert, zum Beispiel durch Fahrt mit der S-Bahn und eines etwas längeren Fußweges oder alternativ Taxi. Aber hinzuschreiben, dass es zu Verspätungen kommen kann – und man dann Ewigkeiten auf Bus und Bahn wartet, ist ungefähr so, als würde man sagen, man solle bei Dauerregen doch bitte eine regenfeste Jacke anziehen und nicht im T-Shirt durch die Stadt laufen.

    Ärger über die Rheinbahn bei mir auch am Montagvormittag. Um mich zu informieren, wie ich aus Pempelfort zu Uni komme, schaue ich auf die Internetseite der Rheinbahn und lese diesen grandios präzisen, völlig überwältigenden Satz, dass es aufgrund der extremen Witterung auf allen Linien zu Verspätungen kommt, lediglich für einige U-Bahn Linien standen konkrete Hinweise, dass einzelne Streckenabschnitte nicht bedient werden. Also früh genug zur Haltestelle gegangen, als dann aber nach 30 Minuten weder die 706 noch die 707 vorbeischauten, zu Fuß in die Stadt gegangen. Auf dem Weg immerhin festgestellt, dass die 701 fährt, allerdings nur alle 20 Minuten und mit verkürzten Wagen. Zudem konnte ich sehr schnell feststellen, dass die 715 relativ regelmäßig fährt und die Bahnen durch die Altstadt nur bis Graf-Adolf-Platz fuhren und nicht weiter über Kirchplatz bis nach Bilk. Und dann frage ich mich doch ganz ehrlich, warum das nicht so und nur so auch detailliert im Netz als Info zu finden ist. Warum nicht? Wieso nicht der Hinweis, dass die 706 und 707 nur sehr unregelmäßig fährt und es empfohlen wird, andere Alternativen für die Fahrt Richtung Uni zu suchen? Zum Beispiel mit der 701, auf der ein Fahrplan im Takt von 20 Minuten versucht wird aufrechtzuerhalten. Aber nur hinzuschreiben, dass es zu Verzögerungen kommt, ist faul, dreist und alles andere als kundenfreundlich.

    Und warum man nicht auch mal die Gelegenheit nutzt, im Radio über die aktuelle Verkehrslage zu informieren, weiß ich bis heute nicht. Das Lokalradio Antenne Düsseldorf würde sich da ja sicherlich anbieten. Ich will ja gar nicht so weit gehen und fordern, dass aktuelle Verkehrsmeldungen der Rheinbahn getwittert werden, aber eine detaillierte Übersicht im Internet darf ich ja wohl als Kunde erwarten. Man sollte es seinen Fahrgästen so leicht wie möglich machen. Und eigentlich finde ich es selbstverständlich bei Schneehöhen von 20 Zentimetern nachts die Hauptlinien zumindest einigermaßen frei zu räumen und Weichen und Verkehrskreuzungen nicht erst um 11:00 Uhr mit Salz zu bestreuen. Hoffentlich lernt man für den nächsten Wintereinbruch.

    Und die Deutsche Bahn sollte mal überlegen, dass bei schlechtem Wetter und Ferienbeginn mehr Leute fahren als sonst ehe schon üblich und es damit sicherlich im Berufsverkehr zu noch überfüllteren Zügen kommt. Aber ein Zusatzzug grenzt da ja schon fast an ein Weltwunder.

    Thema: Alltägliches, Düsseldorf | Kommentare (2) | Autor: medispolis