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Mediales am Montagabend: NBA TV-Rechte, DEL-Übertragungen, Sat.1 Nachrichten, Tageszeitungen, Thomas Wark, Blogs

Montag, 8. September 2008 21:02

Alles, was sich die letzten Tage so angesammelt hat, gibt es jetzt mal in einer kleinen Rundschau.

Noch knapp sieben Wochen sind es bis zum Start der neuen NBA Saison 2008/2009. Am 28. Oktober eröffnen die Cleveland Cavaliers gegen die Boston Celtics die neue Spielzeit. Für die NBA-Fans in Deutschland ist es jedes Jahr das gleiche Hoffen und Bangen, ob man zumindest ein paar Spiele aus der besten Basketballliga der Welt zu sehen bekommt. Der Vertrag zwischen der NBA und PREMIERE ist ausgelaufen, in Unterföhring äußert man sich dieser Tage selten zu aktuellen Wasserstandsmeldungen. Man sei angeblich in Verhandlungen. Wenn man den derzeitigen Sparkurs anschaut, ist es eigentlich unvorstellbar, dass man sich die NBA-Rechte sichert. Das wäre dann so, als würde Kurt Beck 2009 nochmal Parteivorsitzender der SPD. Aber ich lasse mich gerne überraschen. Eine Neuerung gibt es diese Saison: ESPN vermarktet in enger Absprache mit der NBA die weltweiten Rechte. Theoretisch würde es sich anbieten, dass dann auch die NBA zu NASN wechselt. Wenn die NBA aber durch länderspezifische Vergabe mehr Geld einnimmt, ist der Weg für NASN versperrt. Und das heißt dann wohl auch für die deutschen NBA-Fans. Oder glaubt jemand, dass das DSF sich bemüht, zwei Spiele pro Woche zu zeigen? Immerhin gibt es noch ein bisschen Hoffnung. Sowohl Digital Plus aus Spanien als auch Canal Plus aus Frankreich werben derzeit in ihren Programmpaketen nicht mit der NBA. Jedenfalls gibt es Informationen, aber keinerlei Hinweise, dass man auch die kommende Saison überträgt. BTW: Von dem Angebot sonst wird man fast erschlagen, sieht sehr umfassend aus. Canal Plus zeigt übrigens auch drei Topspiele pro Spieltag aus England, dazu aber noch Deutschland, Spanien und Italien. Zurück zur NBA: Die große Lösung mit NASN scheint eher unwahrscheinlich. Wir müssen wohl wieder auf PREMIERE hoffen

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Nachtrag zu meinem Bericht über die DEL-Übertragungen bei PREMIERE. Mittlerweile sendet man in der Regel nur noch ein Spiel pro Woche. Gestern hat man sich das Derby Düsseldorf gegen Köln entgehen lassen. PREMIERE-Sportchef Roman Steuer hat dem Branchendienst Quotenmeter ein Interview gegeben. Darin sagt Steuer bezüglich der DEL-Übertragungen [Hervorhebung von mir]

“Wir werden vor allem von den entscheidenden Spielen um die Deutsche Eishockey Meisterschaft so ausführlich als möglich berichten und halten stets die Augen nach technischen Innovationen offen. Sobald uns etwas angeboten wird, was die Qualität unserer Übertragungen weiter verbessert, werden wir einen On Air-Einsatz prüfen.”

Und was heißt das genau? Die entscheidenen Spiele um die Meisterschaft sind die Playoffs. Da zeigt man ja schon ab dem Halbfinale alle Spiele. Wieso fällt es PREMIERE so schwer endlich mal klare Aussagen zu machen? Zum Beispiel in der Art: Ja, zu Beginn zeigen wir nur ein Spiel pro Woche. Ab Janauar gibt es dann 2-3 Spiele pro Woche, damit wir die spannende Phase vor den Playoffs umfassend abdecken. Die Aussagen von Roman Steuer sind doch Käse. Null Inhalt. Man wirbt derweil weiter mit zwei Live-Spielen pro Woche. Und dass die Ausrede mit der begrenzten Kapazität im Sportportal nicht als Ausrede dienen kann, zeigt man nächste Woche. Dann gibt es nach der Formel 1 die DEL. Warum nicht immer so?

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Interview die Zweite, diesmal mit Peter Limbourg, Nachrichtensprecher bei Sat.1 für die einzige Nachrichtensendung des Tages um 20h00. Jetzt wird man die Sendung auch auf den Samstag ausweiten. Gewagter Schritt. Mal sehen, wieviele Menschen von der ARD-Sportschau dann zu den Sat.1 News rüberschalten. Die Quoten sind sehr bescheiden, aber das wird dann seitens Torsten Rossmann so gerechtfertigt:

“Die Tatsache, dass es unsere Sendung gibt, ist ein klares Statement – für die Relevanz von Sat.1.”

Welche Relevanz?

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Erst jetzt entdeckt, trotzdem immer noch aktuell und interessant zu lesen. Die Media Perspektiven haben Daten zur Konzentration der Tagespresse in Deutschland veröffentlicht. Die zehn größten Verlagsgruppen haben mittlerweile einen Marktanteil von fast 60% der verkauften Exemplare. Hier eine Kurzübersicht und die gesamte Studie.

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In England herrscht derzeit großes Entsetzen. Seit dieser Saison hat der Pay-TV Sender Setanta die Übertragungsrechte für Auswärtsspiele der englischen Mannschaft. Da weder ITV noch die BBC sich mit Setanta auf eine Einigung bezüglich einer Zusammenfassung im Free-TV einigen konnten, bleibt für viele Fans der Bildschirm schwarz. Jetzt soll die Politik eingreifen.  Wie gut, dass das ZDF zumindest die zweite Hälfte überträgt. An dieser Stelle schon mal der Hinweis für Thomas Wark, der das Spiel kommentieren wird. Auch Engländer, die kein Wort deutsch sprechen, merken, wenn man Spielernamen nicht dem richtigen Verein zuordnet. Und bitte nicht den Marktwert für Luka Modric in die Höhe treiben. Bei den Spurs-Fans besteht dann Suizidgefahr. Dankeschön.

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Miro, der vor ein paar Monaten der-kommentator geschlossen hat, bloggt ab heute an neuer Stelle unter north-stand. Themen: Politik, Medien, Alltag und Fußball. Willkommen zurück.

Ein kleiner Tipp: Wer sich gerne für britische Medien interessiert. Der Guardian pflegt mit viel Qualität unter media Monkey zu bloggen.

Thema: TV und Radio, US-Sport, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (8) | Autor: medispolis

Peter Limbourg will es um 20.00 Uhr allen zeigen

Dienstag, 12. Februar 2008 12:30

Im SPIEGEL dieser Ausgabe ist im Medienbereich ein kurzes Interview mit dem Fernsehjournalisten Peter Limbourg, der sich zu den Plänen von Sat.1 äußert ab dem 17. März die Hauptnachrichtensendung von Sat.1 um 20h00 parallel zur Tagesschau ausstrahlen zu wollen.

Auf die Frage warum Sat.1 sich für den neuen Sendeplatz entschieden hat, sagt Limbourg folgendes:

“Das ist kein Angriff. Wir werden eine Alternative zur Tagesschau bieten, und Platz ist dafür allemal. Ganz besonders bei den 14-49-jährigen. Da hat die Tagesschau unter der Woche im Schnitt 10% Marktanteil, und ich glaube nicht, dass diese Zielgruppe nicht mehr zu erreichen ist.

Ich überlege mir gerade, ob Limbourg davon ausgeht, dass man unbedingt um 20h00 Nachrichten schaut. Ein Großteil der 14-49-jährigen schaut, und das haben Zahlen belegt, die Nachrichten bei den Kollegen von RTL um 18h45. Und damit hat sich das wohl. Und wie gesagt der Rest, der an Nachrichten interessiert ist, die Tagesschau oder heute im ZDF. Was soll da noch für Sat.1 bleiben? Ich glaube nicht, dass Sat.1 Zuschauer von anderen Nachrichtensendungen gewinnen können, weil warum soll man beliebte Fernsehgewohnheiten ändern, nur weil da jemand auf den Markt prescht. Also bleibt meiner Meinung nach vor allem die Rekrutierung neuer Zuschauer. Und das wird in Zeiten des Internet und der ehe allgemeinen Bocklosigkeit auf Nachrichten wohl eher schwierig, zumal Sat.1 mit NULL Vertrauensvorschuss ins Rennen geht.

Auf die Frage, ob Limbourg Befürchtugen sehe, dass viele junge Zuschauer eben nicht kommen, sondern beim Boulevard landen, meint Limbourg.

“Genau diesen Fehler wollen wir vermeiden. [...] Man darf keine Zielgruppe von vorneherein ausschließen. Ich bin Politikjournalist und stehe für politische, relevante und vielfältige Nachrichten. Das ist mein Konzept.” 

War das nicht auch der Ansatz von Thomas Kausch? Mehr Politik, mehr Hintergründe, weniger Klatsch, weniger Boulevard? Damit ist er nicht gescheitert, aber der Sender wollte es nicht mehr. Jetzt auf einmal wieder der Sinneswandel in Berlin. Kontinuität sieht anders aus. Und gerade bei Nachrichten braucht man Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Doch das ist hier nicht erkennbar. Für was steht denn Sat.1 im Bereich der Nachrichten?

Zuletzt äußert sich Limbourg noch zu den Nachrichten bei den öffentlichen-rechtlichen im Vergleich zu den privaten Sendern. Konfrontiert mit der Frage, dass bei den privaten der Anteil von Nachrichten deutlich geringer ist, stellt Limbourg fest:

“Nachrichten müssen nicht öffentlich-rechtlich oder privat sein, sondern journalistisch. Wir machen bei Sat.1 einen Neuanfang.”

Auf die Frage, was Sat.1 machen würde, wenn die Quote nicht so toll ist, sagt Limbourg, dass Sat.1 einen langen Atem haben wird.

Das sieht man ja bestens in den letzten Zeiten, ständige Umstrukturierungen im Abendprogramm wegen niedriger Quoten, kaum klare Struktur. Kürzung von Nachrichten und Magazinsendungen, ständige neue Namen für alten, lediglich neu aufbereiteten Content.

Und mal ganz ehrlich. Wer wird jetzt um 20h00 die Sat.1 Nachrichten schauen, wenn er es bisher auch nicht um 18h30 gemacht hat? Vielleicht wechseln ja ein paar Zuschauer der RTL2-Nachrichten zu Sat.1. Mit Peter Limbourg hat man zwar Seriösität und Kompetenz gewonnen, doch das Problem ist wohl auch nicht die Person, sondern der Sender, der in den letzten Wochen und Monaten sein Image derart ramponiert hat. Tja, und wenn das Image einmal im Eimer ist, wird es eben schwierig. Und dann auch noch so realitätsfern sein und um 20h00 die Hauptnachrichtensendung zu senden, setzt dem ganzen die Krone auf. Kleiner Tipp: Wer nicht so lange warten will, einfach mal am frühen Abend bei N24 vorbeischauen, wo die Beiträge, die es dann wohl auch um 20h00 Uhr geben wird, schon sicherlich gegen 18h00 laufen werden.

Thema: TV und Radio, Zeitungen/Zeitschriften | Kommentare (0) | Autor: medispolis