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Letzte News vor der US-Wahl / 10 Dinge, über die ich mich in der Wahlnacht freuen würde

Montag, 3. November 2008 21:08

Noch knapp 30 Stunden und wir dürften wissen, wer der 44. Präsident der Vereinigten Staaten wird. Heute touren Obama und McCain noch einmal durch die wichtigen Swing-States, auch morgen soll es noch Veranstaltungen geben. Alle Umfragen sehen Obama mit sieben Prozentpunkten vor John McCain, fünf Prozent der Wähler sind noch unentschieden. Eine neue Umfrage von NBC und dem Wall-Street-Journal sieht Obama ebenfalls mit sieben Prozent vorne, der Vorsprung ist aber leicht geschmolzen. Es wird morgen mit einer der höchsten Wahlbeteiligung jemals bei den Präsidentschaftswahlen gerechnet.

Da ich heute Nachmittag etwas eher Feierabend gemacht habe, konnte ich nebenbei ein bisschen die Nachmittagsnachrichten von Sky News schauen, die fast schon rund um die Uhr aus den USA berichten. Ohne viel Show, sehr sachlich, mit einer Review der US-Tageszeitungen, Live-Schalten zu den wichtigsten Reden und zahlreichen Interviews. Sehr angenehm zu schauen. Es gab eine tolle Reportage über New York, bei der man Ground Zero und die Wall Street besuchte und mit ganz normalen Bürgern an zwei nostralgischen Punkten der US-Geschichte der letzten Jahre über die Wahl sprach, zudem interviewte man einen Journalisten und eine Händlerin an der Börse, alles unterlegt von malerischer Musik, begleitet immer wieder durch das Flötenspiel eines Obdachlosen auf den Straßen New Yorks. Sehr viel besser kann man Atmosphäre nicht rüberbringen.

Sky News brachte dabei heute einen interessanten Vergleich ins Spiel, den ich erst für völlig abwegig hielt, bei längerem Nachdenken finde ich den aber sehr zutreffend. Man verglich die jetzige Situation in den USA mit der von GB kurz vor der Wahl von Tony Blair 1997. Damals wollte auch England Veränderung – und dann kam Tony Blair mit so einem großen Vorsprung ins Amt und wusste gar nicht, was er zuerst anfangen sollte. Ähnlich könnte es ja auch Obama ergehen. Mit einem deutlichen Sieg würden sich die Erwartungen enorm erhöhen, aber Obama ist eher unerfahren und die Probleme des Landes sind lang. Wie brachte es ein NBC-Journalist so treffend auf den Punkt: Politiker sind auch nur Menschen. Manchmal glaube er, dass es zu hohe Erwartungen an Obama und McCain gebe. Na ja, wenn Obama verspricht die Welt zu verändern, dann darf man ja auch etwas erwarten.

Einen schönen Stimmungsbericht aus dem Swing-State Florida gibt es beim Miami Herald.

10 Dinge, über die ich mich in der Wahlnacht freuen würde.

  • 1. Wenn John King bei CNN an seiner Magic Wall zwischen Tampa Bay, Columbus und Raleigh wieder wie ein Verrückter hin und her schaltet und zeigt, welcher Platz neben dem örtlichen Supermarkt noch abstimmen muss, damit wir sichergehen können, dass der Staat an McCain oder Obama geht.
  • 2. Wenn Sky News wieder mit einfachen Leuten vor den Wahllokalen spricht: “Hi, sorry, we are Sky News, from London, England.” Großartig.
  • 3. “Too close to call”
  • 4. ZDF-Berichterstattung im Internet mit Claus Kleber. Aber, liebes ZDF, warum gibt es den Klaus nur im Internet?
  • 5. Wahlsieg von Barack Obama
  • 6. “The best political teeeeem on television”, wo man aufpassen muss, dass man angesichts der ganzen Moderatoren nicht den Überblick verliert und Moderatoren mit Experten verwechselt. Wie wäre es, wenn die sich mal Namenschilder machen?
  • 7. Die Rede des neuen US-Präsidenten
  • 8. Wenn sich die Bewohner des “I-4-Korridor” auch mal entscheiden könnten
  • 9. Dass in Ohio diesmal richtig gezählt wird.
  • 10. Wenn das Ergebnis auch morgen Nacht feststehen würde.

Na denn, ich freue mich auf die Wahlnacht und werde hier ab 23h00, also nach der Champions League, die Ereignisse aus den USA live mitbloggen. Mal schauen, wann der neue US-Präsident feststeht. Wie gesagt, wenn wir wissen, wie die Ostküste abgestimmt hat, dann dürfte es soweit sein. Sollte so gegen 03h00 deutscher Zeit sein.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (5) | Autor: medispolis

Win When You’re Swinging – Die USA zwei Tage vor der Wahl

Sonntag, 2. November 2008 20:16

Es wird langsam spannend in den Vereinigten Staaten zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl. Gestern sickerten neue Zahlen durch, wonach John McCain in den Umfragen nochmal ein wenig aufholen konnte. Die allerneuste Umfrage von CNN sieht Obama sieben Prozent vor John McCain. Die neuste Gallup-Umfrage sieht sogar einen Vorsprung von Obama in Höhe von 11 Prozentpunkten. Ich gebe bei Wahlen grundsätzlich eher wenig auf Zahlen und Umfragen, von daher glaube ich, dass noch nichts entschieden ist, wenngleich ich Obamas Chancen besser einschätze. Im Prinzip richtet sich die Aufmerksamkeit auch nur noch auf die Swing-States.

Nach den letzten Umfragen (die Grafik stammt von Pollster) kommt Barack Obama auf 264 sichere Wahlmänner, John McCain auf 129. Die Tendenz spricht für Obama. Er liegt in einigen wenigen Staaten knapp vor McCain und könnte nochmal 47 Wahlmänner auf sich verzeichnen und hätte dann die nötige Mehrheit. Zu den Staaten, die zu Obama tendieren, gehört auch Virginia und Ohio. Aber vor allem in Ohio hat McCain über das Wochenende alle Register aufgefahren, unter anderem Auftritte mit Arnold Schwarzeneger, von daher sehe ich das vor allem in Ohio für völlig offen.

Kommen wir mal zu dem Swing-State überhaupt, nämlich Florida. Hier sind 27 Wahlmänner zu vergeben. Sollte Obama Florida gewinnen, dann hat er auch die Präsidentschaft sicher. Er hätte dann, vorausgesetzt er bekäme die 264 sicheren Wahlmänner, auf eine Anzahl von 291 und damit deutlich mehr als die 270. Dann kann Mc Cain auch Ohio, Georgia und Indiana gewinnen – es würde ihm alles nichts nützen. In den letzten Umfragen liegt Obama mit 2,5 Prozentpunkten vor McCain. Sollte McCain gewinnen, würde es nochmal spannend werden. Dann brächte Barack Obama die 15 Wahlmänner von North Carolina, liegt hier in Umfragen mit 1,3% vor John McCain. Alle Blicke gehen am Dienstag also nach Florida, Georgia, North Carolina und Ohio. Wenn wir wissen, wie diese Staaten abgestimmt haben, dann wissen wir auch, wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird.

Thema: US Wahl 2008 | Kommentare (1) | Autor: medispolis